Fußball: Kapitäne halten längere Spielpause für sinnvoll
Bewegung ohne Ball ist freudlos

Kreis Steinfurt -

Laufen, vor allem lange, ist nicht des Fußballers Ding. Daher macht den heimischen Kickern die Zwangspause mit dem Fithalten im Wald eher weniger Spaß. Doch da müssen sie durch – auch wenn‘s schwerfällt.

Mittwoch, 03.02.2021, 13:09 Uhr aktualisiert: 03.02.2021, 14:49 Uhr
Sebastian Feldhues (2.v.l.) weiß, dass die jungen Bönsels in seinem Team schon mit den Hufen scharren. Raffael Dobbe vom Borghorster FC sieht wegen der sinkenden Inzidenzen in Münster Licht am Ende des Tunnels.
Sebastian Feldhues (2.v.l.) weiß, dass die jungen Bönsels in seinem Team schon mit den Hufen scharren. Raffael Dobbe vom Borghorster FC sieht wegen der sinkenden Inzidenzen in Münster Licht am Ende des Tunnels. Foto: Marc Brenzel

Die Fußballvereine im Kreis Steinfurt haben jetzt eine gewisse Planungssicherheit, da alle angesetzten Meisterschaftsspiele für den Monat März abgesetzt worden sind. Diesen Entschluss traf die Ständige Konferenz des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW). Dadurch verlängert sich die Zwangspause für die Kicker auf Amateurebene auf mittlerweile vier Monate. Mental fordernd für alle, die liebend gerne wieder gegen den Ball treten würden.

„Eine Überraschung war das jetzt für mich nicht, dass die Fußballpause verlängert wurde. Ich persönlich habe damit gerechnet, dass es im März noch nicht wieder losgeht“, erklärt Lucas Bahlmann , Kapitän des SV Burgsteinfurt . Sollte im April vielleicht wieder gestartet werden, so kann es der Stemmerter kaum erwarten. „Es fehlt halt was. Nicht nur der Fußball an sich, sondern auch das Ganze drumherum, wie zum Beispiel gemeinsam in der Kabine zu sitzen. Und ich muss ganz ehrlich sagen, die Zehn-Kilometer-Läufe durch den Wald machen mir auch keinen Spaß mehr.“

Beim Borghorster FC trägt Raffael Dobbe die Kapitänsbinde am Oberarm. Für ihn war es ebenfalls nicht verwunderlich, dass der Verband die Pflichtspiele für einen weiteren Monat ausgesetzt hat. Dobbe sieht aber Licht am Ende des Tunnels und hält eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs im April für durchaus realistisch: „Ich wohne in Münster, da sind die Zahlen ja schon wieder relativ gut. Daher hoffe ich, dass wir vielleicht schon Mitte März wieder trainieren können, um dann zwei Wochen später auch wieder spielen zu dürfen. Die Vorbereitung wäre dann zwar etwas kurz, aber jeder hat doch Lust darauf, dass es wieder los geht.“ Und die Chancen dürften für alle gleich sein, da bekanntlich alle Vereine und Mannschaften ihren Trainingsbetrieb einstellen mussten.

Matellia Metelens „Capitano“ Sebastian Feldhues hält die Verbandsentscheidung für vernünftig: „Das ergibt schon Sinn. Zwar entwickeln sich die Fallzahlen in die richtige Richtung, doch wir sollten jetzt nichts überstürzen. Wichtiger ist erstmal, dass zum Beispiel die Kinder wieder in die Schule kommen.“

Feldhues weiß, dass die aktuelle Lage für alle Fußballer frustrierend ist, aber es helfe ja nichts. Man müsse einen Neustart im Auge behalten und sich entsprechend darauf vorbereiten. „Außer laufen kann man ja nicht viel machen. Das erfordert auch eine gewisse Selbstdisziplin. Gerade von unseren jungen Bönsels im Team, die schon mit den Hufen scharren“, so der Metelener. Er favorisiert das Modell, die Hinrunde noch zuende zu spielen. Das würde einen sportlich einigermaßen sauberen Abschluss gewährleisten. Dass die darauffolgende Sommerpause dann kürzer als sonst ausfallen würde, hält Feldhues für vertretbar.

„Schade, dass wir nicht schon im März wieder spielen können“, findet Dominik Düker, der sich beim FSV Ochtrup die Kapitänsaufgaben mit Max Moor teilt. „Aber ich kann das natürlich nachvollziehen, dass Sportveranstaltungen momentan hinten anstehen müssen. Ein Monat länger auszusetzen, das ist noch zu verkraften.“

Sollte darüber hinaus nicht mehr um Punkte gespielt werden können, ist Düker bezüglich der Saisonfortführung skeptisch. Dann, so der Ochtruper, könne es eng werden mit dem Spielplan. „Das wäre für uns schade, da wir uns in einer guten Ausgangsposition befinden. Aber wenn nicht, dann geht die Welt ganz bestimmt auch nicht unter.“

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