Fußball: Trikotwerbung unterliegt bestimmten Richtlinien
Bei Rotlicht ist der Spaß vorbei

Kreis Steinfurt -

Trikotwerbung ist im Amateurfußball unerlässlich. Sie spült den Vereinen ein bisschen Kleingeld in die Kassen. Doch was auf der Brust der Kicker stehen darf, dafür gibt es Richtlinien. Bei einigen potenziellen Sponsoren hört nämlich der Spaß auf.

Dienstag, 30.03.2021, 11:50 Uhr aktualisiert: 30.03.2021, 11:54 Uhr
Jasper Höner (l.) und der TuS Laer dürfen für eine örtliche Versicherungsagentur werben. Auch das der Schriftzug des Getränkehandels auf der Brust von Tim Niehues (r.) vom FSV Ochtrup ist vollkommen in Ordnung.
Jasper Höner (l.) und der TuS Laer dürfen für eine örtliche Versicherungsagentur werben. Auch das der Schriftzug des Getränkehandels auf der Brust von Tim Niehues (r.) vom FSV Ochtrup ist vollkommen in Ordnung. Foto: Thomas Strack

Einheitliche Spielkleidung für alle Fußballer einer Mannschaft ist durchaus kostspielig. Daher sind die meisten Vereine froh und dankbar, wenn sie einen Sponsor finden, der ihnen die Leibchen nebst Hosen und Stutzen zur Verfügung stellt. Als Dank dafür laufen die Kicker meist mit dem Firmenlogo auf der Brust über den Platz. In höheren Spielklassen gibt es dafür sogar ein Salär für die Vereinskasse.

Aber nicht jede Werbung auf Trikots ist zulässig. In den Durchführungsbestimmungen des Fußball- und Leichtathletikverbandes Westfalen (FLVW) ist die Genehmigung der Werbung auf der Spielkleidung geregelt. Zuständig für die Senioren im hiesigen Bereich ist Kreisvorsitzender Hans-Dieter Schnippe.

„Alle am Spielbetrieb teilnehmenden Mannschaften müssen die Werbung bis September genehmigen lassen. Ein Vordruck kann im Internet herunter geladen und mir dann für alle Mannschaften geschickt werden. Die Genehmigung gilt für ein Jahr“, erklärt Schnippe. Dabei achtet der Rheinenser darauf, dass die Werbung nicht gegen die gültigen Grundsätze von Ethik und Moral verstoßen. Der Westfälische Fußballverband (FLVW) untersagt die Werbung für Tabakwaren, starke Alkoholika – bei Junioren für jegliche alkoholischen Getränke – sowie Werbung für politische Gruppierungen (rassistische, gewaltverherrlichende, extremistische) mit politischen Aussagen. Auch Bars, Striptease oder Kondome würden es laut Schnippe im Fußballkreis Steinfurt nicht auf ein Trikot schaffen.

In seiner langjährigen Tätigkeit ließ Schnippe erst einmal eine Trikotwerbung nicht zu. „Dabei handelte es sich um eine ausländische Mannschaft. Ich weiß jetzt aber nicht mehr genau, wofür die werben wollten. Auf jeden Fall haben die sich einsichtig gezeigt. Die Textilien waren glücklicherweise noch nicht beflockt.“

Auch die Größe der Werbefläche spielt eine Rolle. Sie darf laut der Richtlinien des FLVW 200 Kubikzentimeter auf der Vorderseite, 100 Kubikzentimeter auf den Ärmeln und der Rückseite sowie 50 Kubikzentimeter auf der Hose nicht überschreiten. Zudem ist darauf zu achten, dass auf dem Trikot nur für einen Sponsor geworben werden darf. „Die Pizzeria hinten und den Getränkemarkt vorne – das geht nicht“, stellt Hans-Dieter Schnippe klar. Erlaubt ist hingegen unterschiedliche Werbung auf Oberteil und Hose.

Bis zur Spielzeit 2019/20 kassierte der Verband bei der Trikotwerbung mit und ließ sich die Genehmigung bezahlen, ehe die Ständige Konferenz beschloss, für drei Jahre auf die Erhebung zu verzichten.

Worauf zudem Schnippe verzichtet, das sind die Strafen, die bei nicht fristgerechtem Eingang anfallen würden. Da hebt sich der Kreis Steinfurt zum Beispiel vom Nachbarkreis Ahaus/Coesfeld ab, der den Vereinen im schlimmsten Fall bis zu 180 Euro in Rechnung stellt.

Im Steinfurter Nachwuchsbereich sind keine Genehmigungen erforderlich. „Und das schon seit über zehn Jahren“, weiß Heinz-Gerhard Hüweler, Vorsitzender des Kreisjugendausschusses. Angesichts zahlreicher Jugendteams würde die Kontrolle aller den Rahmen sprengen. Er setzt auf den Verstand und die Eigenverantwortung. „Wenn jetzt eine F-Jugendmannschaft für Kondome werben würde, bekämen wir das ganz schnell mit und würden dementsprechend eingreifen. Das gleiche gilt für Alkoholika. Wir lassen doch keine Kinder mit Pils- oder Kornwerbung auf die Plätze gehen“, betont der Funktionär aus Burgsteinfurt.

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