Münster
Roll zieht es fort

Donnerstag, 29.12.2011, 08:32 Uhr

Münster . Während der USC Münster seine Personalplanungen eher im Verborgenen betreibt und dabei offenbar nur mühsam vorankommt, hält die Konkurrenz des Damenvolleyball-Bundesligisten das Personal-Karussell sechs Wochen vor dem Saisonstart weiter in Schwung.

Ohne Führungsspielerin Sylvia Roll muss künftig der Schweriner SC auskommen. Die 34-Jährige, die den SSC in den vergangenen zwei Jahren zu drei Titeln führte, wechselt zum türkischen Erstligisten Vakifbank Istanbul. „Es ist für mich die letzte Chance, noch einmal ins Ausland zu gehen“, sagte die Außenangreiferin in einem Interview. Roll unterschrieb am Bosporus einen Jahres-Vertrag, der ihr angeblich ein Salär von mehr als 100 000 Euro einbringt. Eine Klausel im Vertrag ermöglichte der Nationalspielerin den Ausstieg in Schwerin .

Trainer Tore Aleksandersen lässt die Leitfigur im SSC-Team nur ungern gehen, kann die Entscheidung Rolls aber nachvollziehen. „Es ist zu verstehen, dass Sylvia die Chance ergreift, im Ausland das Drei- oder Vierfache dessen zu verdienen, was sie bei uns hatte. Ohne, dass ich die Zahlen kennen würde“, sagte der Norweger der Schweriner Volkszeitung. Bei der Suche nach einer neuen Außenangreiferin steht Schwerin kurz vor dem Abschluss mit der Finnin Hanna-Kaisa Torkkeli. Die 30-Jährige, 2006 als finnische Volleyballerin des Jahres ausgezeichnet, hinterließ im Probetraining einen hervorragenden Eindruck.

Ein spektakulärer Coup gelang dem aufstrebenden Zweitligisten VC Stuttgart. Die Schwaben sicherten sich die Dienste von Nationalspielerin Birgit Thumm. Die 27-jährige Ex-Münsteranerin spielte zuletzt vier Jahre für die Roten Raben Vilsbiburg. Nun wird sie ein blauer Haifisch – es ist das Maskottchen der Stuttgarter, die in spätestens drei Jahren in der Ersten Liga ankommen wollen.

Eine andere Auswahlspielerin sucht in Italien ihr (Volleyball)Glück. Margareta Kozuch, 20 Jahre jung und bei NA Hamburg zu einer Klassespielerin aufgestiegen, hat sich dem Erstliga-Aufsteiger Sassulo angeschlossen. Hamburgs langjähriger Manager Horst Lüders betrachtet den Transfer mit gemischten Gefühlen. „Grundsätzlich wollen wir keine Spielerinnen ans Ausland verlieren, sondern lieber welche aus dem Ausland engagieren. Margareta hätte auch bei uns noch reifen können.“

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