Lokalsport Münster
Ingrid Klimke kann aufatmen

Freitag, 06.03.2009, 23:03 Uhr

Münster - Die Zitterpartie ist beendet: Nach sieben Monaten Ungewissheit mit vielen Zweifeln kann Ingrid Klimke jetzt endlich wieder ruhig schlafen. Grund: Das Erfolgspferd FRH Abraxxas, mit dem sie in Hongkong Gold im Mannschafts-Wettbewerb gewann (quasi als Zugabe gab es in der Einzelwertung einen tollen fünften Platz) steht ihr auch weiterhin zur Verfügung.

„Das ist wie Weihnachten“, beschrieb die erfolgreiche Vielseitigkeitsreiterin Freitag ihre Gefühlslage und bedankte sich gleichzeitig bei allen, die mitgeholfen haben, dass die quälende Geschichte um den Verkauf des 12-jährigen Wallachs nun doch noch mit einem Happyend zu Ende gegangen ist.

In erster Linie ging dieser Dank in Richtung Madeleine Winter-Schulze. Die langjährige Pferdesport-Mäzenin, die u.a. Springreiter Ludger Beerbaum sowie die Dressurreiterin Isabell Werth unterstützt, aber auch schon Ingrid Klimkes Mannschaftskameradin Bettina Hoy beim Pferdekauf geholfen hat, erklärte sich kurzfristig bereit, gemeinsam mit dem Hannoveraner-Verband jene 80 Prozent Besitzanteil zu erwerben, die bisher dem Kölner Thomas Holtrop gehörten.

Ausdrücklich in den Dank schloss die Reiterin zudem die Bundestrainer Hans Melzer und Chris Bartle sowie Bruder Michael ein. Letzterer vertrat sie in den schweren letzten Wochen anwaltlich und hatte in dieser Zeit „mindestens so viele schlaflose Nächte wie ich“ (Ingrid Klimke).

Wie mehrfach berichtet, hatte kurz nach den Olympischen Reiterspielen in Hongkong ein Tauziehen um Abraxxas eingesetzt. Thomas Holtrop wollte seinen Anteil verkaufen und bot das Pferd auf dem internationalen Markt an, Ingrid Klimke, der die restlichen 20 Prozent gehören (diesen Anteil hält sie auch weiterhin), waren nicht nur die Hände gebunden, sie konnte das Pferd auch nicht einsetzen. So musste beispielsweise der Auftritt beim German Masters in Stuttgart gestrichen werden.

Umso größer ist jetzt die Freude der Reiterin darüber, dass sich letzten Endes doch noch alles zum Guten gewendet hat. Die Frage, wann sie Abraxxas erstmals wieder einsetzen wird, konnte sie gestern noch nicht beantworten, aus ihrem großen Ziel im Jahr 2009 machte sie indes kein Geheimnis. „Das sind die Europameisterschaften, die Ende September in Fontainebleau in Frankreich stattfinden“, so Ingrid Klimke.

Ob sie dann tatsächlich im deutschen Aufgebot steht, entscheidet sich in den nächsten Wochen und Monaten. Die Chancen stehen jedoch mit Sicherheit nicht schlecht. Immerhin erklärte Hans Melzer gegenüber dem Internet-Portal „buschreiter.de“, er sei „sehr glücklich“ darüber, dass dem Championats-Kader ein überaus aussichtsreiches Paar erhalten bleibe. Zudem zeigte sich der Bundestrainer überzeugt, dass Abraxxas „das Potenzial zu noch mehr entwickeln kann“. Auf Dauer traue er dem Paar Klimke/Abraxxas durchaus auch eine Einzelmedaille bei einem internationalen Championat zu.

Ingrid Klimke wollte gestern so weit noch nicht denken. „Im Augenblick bin ich einfach nur froh, dass das Warten und die Ungewissheit jetzt vorbei ist“, so die 41-Jährige. Offen gab sie zu, dass die letzten Wochen für sie nicht einfach waren. Doch nun schaue sie nur noch nach vorne, freue sie sich auf die neue Saison und die bevorstehenden Aufgaben.

Natürlich ging der Blick aber auch schon ins Jahr 2010. Dann müssen die deutschen Vielseitigkeitsreiter in Kentucky den WM-Titel verteidigen, den sie 2006 in Aachen gewannen. Ingrid Klimke, die übrigens auch schon in Aachen - damals allerdings noch auf Sleep Late - dabei war, würde gemeinsam mit Abraxxas nur zu gerne ihren Teil zum gelingen dieses großen Zieles beitragen.

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