Lokalsport Münster
Mit einem Speed-Dating in die Beach-Ehe

Münster - Am 19. Mai beginnt für Karla Borger und Rieke Brink-Abeler ein neuer Lebensabschnitt. Die beiden Beach-Volleyballerinnen starten dann im fernen Osaka ihre gemeinsame Zukunft im Sand. Allerdings ist dem Beginn dieser Sportlerehe noch eine...

Donnerstag, 07.05.2009, 16:05 Uhr

Münster - Zehn Jahre lang haben Hella Jurich und Rieke Brink-Abeler Seite an Seite im Sand gespielt und den USC Münster an den tollsten Beachspots dieser Welt vertreten. Nach den deutschen Meisterschaften im vergangenen Jahr trennten sich die Wege der beiden Beachvolleyballerinnen. Rieke Brink-Abeler will an der Seite von Karla Borger Erfolg haben, Hella Jurich mit Antje Röder vor allem Spaß. Die Wege der beiden Freundinnen werden sich nur noch selten kreuzen, denn während Rieke fleißig Flugmeilen sammelt, macht Hella Kilometer auf den Bundesautobahnen. Lufthansa-Boeing oder das gesponserte Tour-Auto von Enterprise, das sind die zwei Seiten der Medaille.

Am 19. Mai beginnt für Karla Borger und Rieke Brink-Abeler ein neuer Lebensabschnitt. Die beiden Beach-Volleyballerinnen starten dann im fernen Osaka ihre gemeinsame Zukunft im Sand. Allerdings ist dem Beginn dieser Sportlerehe noch eine Art Speeddating in Münster vorgeschaltet. Denn noch haben die 29-jährige Rieke Brink-Abeler und ihre neun Jahre jüngere Partnerin aus Stuttgart noch nie gemeinsam gespielt, geschweige denn auch nur zusammen trainiert. „Am Montag kommt Karla nach Münster, dann sehen wir uns zum ersten Mal am Netz“, so Rieke Bink-Abeler. In nur vier Tagen wird im Schnellverfahren aus der arrangierten Zweckgemeinschaft ein funktionstüchtiges Beachduo zusammengezimmert, am Freitag geht es dann mit dem Flugzeug weiter nach Seoul, von dort zum Weltserien-Turnier nach Osaka. Anschließend dann wieder zurück nach Südkorea, wo vom 26. Mai an das nächste Turnier stattfindet.

„So ganz optimal ist das nicht“, gesteht Rieke Brink-Abeler ein, dass die Zeit des Beschnupperns und Einspielens schon sehr, sehr knapp bemessen sei. „Aber wir haben keine andere Möglichkeit.“ Bis zum vergangenen Wochenende war Karla Borger noch im Halleneinsatz für den Bundesligisten Allianz Volley Stuttgart, die Operation Sandsturm muss jetzt in Rekordzeit gestartet werden.

„Wir werden sehen, wie gut wir nach den wenigen Tagen schon harmonieren“, so Brink-Abeler. Auf die Weltserienturniere in Asien zugunsten weiterer Trainingseinheiten in der Heimat zu verzichten, war keine Option. „Nach den neuen Regeln des Weltverbandes darf man nur sechs Turniere verpassen, ansonsten gibt es Kürzungen beim Preisgeld“, erklärt Rieke Brink-Abeler. Derzeit ist das neugebildete Duo aufgrund der individuellen Vorjahresergebnisse vom Deutschen Volleyballverband auf Rang vier geführt, geht aber nach den für die Setzlisten des Weltverbandes relevanten Ranglistenpunkten nur als fünftbeste deutsche Paarung auf Welttournee.

In Osaka und anschließend auch in Seoul hoffen Brink-Abeler/Borger jetzt darauf, dass die starke deutsche Abordnung in Japan nicht komplett vertreten sein wird und damit der Sprung ins Hauptfeld ohne Umweg über die mühsame Qualifikation möglich ist. „Da sind die offiziellen Listen aber noch nicht raus.“

Die Spannung vor dem ersten gemeinsamen Auftritt ist in jedem Fall groß. Nach langen erfolgreichen Jahren an der Seite von Stammpartnerin Hella Jurich hat Rieke Brink-Abeler gemeinsam mit Karla Borger langfristig die Olympischen Spiele 2012 im Visier. Der lange Weg dorthin beginnt im fernen Osaka. Während Karla Borger zumindest noch bis Ende Juli für Allianz Volley Stuttgart auf Welttournee geht, betreibt Brink-Abeler weiterhin besten Image-Arbeit für den USC Münster. „Und ich habe auch schon mit Karla darüber gesprochen, für den USC zu spielen. Ich bin da guter Hoffnung.“

Rieke Brink-Abelers ehemalige Sandkastenfreundin Hella Jurich tritt wie angekündigt kürzer, hat das Beach-Outfit allerdings längst noch nicht an den Nagel gehängt. Sie wird mit der ebenfalls hinlänglich Beachvolleyballerfahrenen Antje Röder ein Duo bilden, das allerdings nur die deutsche Tour in Angriff nehmen wird. „Wir wollen jetzt auch einmal den deutschen Sommer genießen, ein bisschen Beachvolleyball spielen und zusammen Spaß haben“. Hella Jurich spielt inzwischen wieder für ihren Jugendverein in Marzahn und wohnt auch in der Berliner Vorstadt. Die guten alten Zeiten in Münster hat sie dennoch nicht vergessen. „Münster fehlt mir schon, das Radfahren und Freundetreffen.“

Gelegenheit zum Freundetreffen wird es im Juni geben, wenn sich die langjährigen Weggefährtinnen beim Turnier in Dresden begegnen. Dann stehen sie sich erstmals auf verschiedenen Seiten des Netzes gegenüber.

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