Lokalsport Münster
Schiedsrichter „wie im richtigen Leben“

Münster - Das Licht fängt allmählich wieder an zu flackern, der Abspann ist zu Ende. Und doch bleiben nach dem Film „Spielverderber“ noch etliche Leute in ihren Sitzen, um einer Abschlussdiskussion beizuwohnen...

Dienstag, 21.07.2009, 18:07 Uhr

Münster - Das Licht fängt allmählich wieder an zu flackern, der Abspann ist zu Ende. Und doch bleiben nach dem Film „Spielverderber“ noch etliche Leute in ihren Sitzen, um einer Abschlussdiskussion beizuwohnen. Das hat einen bestimmten Grund: In der preisgekrönten Fußball-Dokumentation geht es um das Alltagsleben der Schiedsrichter - und eben diese machten am Montag den Großteil des Cinema-Publikums aus. Die Idee zum gemütlichen Kino-Themenabend stammte vom Lehrstab des KSA (Kreisschiedsrichterausschuss). Organisiert hatte die ganze Sache Philipp Hagemann , der selbst Lehrstab-Mitglied und natürlich Schiedsrichter ist. Über 300 Kollegen hatte er angemailt und eingeladen, gut und gerne 100 waren seinem Ruf gefolgt.

Sie sahen einen Film, in dem der Zuschauer das leidenschaftliche Hobby, die „Pfeiferei“, von Vorzeigeschiri Herbert Fandel , Jung-Anwärter Kevin Prösdorf und dem alten Hasen Oreste Steiner näher gebracht bekam. Sympathisch: Die drei Auserwählten in Schwarz wurden nicht glorifiziert, vielmehr die positiven und negativen Seiten ihrer Aufgabe beleuchtet. So gewann Kevin in der Schule zwar an Selbstvertrauen, wurde nicht mehr gemobbt - hatte aber immer noch Ärger mit den Lehrern. Herbert Fandel schaffte es bis ganz nach oben, um dann kurz vor der WM im eigenen Land von der Fifa abgesägt zu werden. Und bei Oldie Oreste Steiner wurde die Ehe nach über 50 Jahren an der Pfeife etwas in Mitleidenschaft gezogen.

„Realistisch und authentisch“, befand auch Hagemann. „Das hat mir sehr gut gefallen“, lobte er, auch wenn er sich insgesamt „etwas mehr“ vom Film erhofft hatte. Das lag sicher daran, dass die Schiedsrichter-Mittelklasse (25-40 Jahre), zu der er auch gehört, im Streifen keine Berücksichtigung fand. Trotzdem überwog nach Filmende die Begeisterung, als Karl-Josef Wippermann (62 Jahre und immer noch aktiv dabei), Marco Goldmann (in dieser Saison NRW-Liga berechtigt) und Jungschiri Jens Scheltrup (17 Jahre) aus dem Nähkästchen plauderten und sich selbst im Film wiedererkannten. „Die Anspannung und Nervosität vor einem Spiel ist gut rübergekommen“, erklärte Scheltrup.

Goldmann erzählte später von seinem Auftritt bei der Militär-WM der Frauen („Die Verständigung klappte auf Englisch und per Zeichensprache ganz gut“) und gab abschließend noch einen Tipp für alle Schiedsrichter oder jene, die es noch werden wollen: „Nehmt nicht alles persönlich. Man muss auch mal weghören können, wenn Zuschauer oder Spieler etwas emotionaler reagieren.“

Am Sonntag um elf Uhr wird der Film erneut im Cinema gezeigt - nicht nur für Schiris bieten sich hier 90 interessante Minuten.

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