Lokalsport Münster
Caroline Ruhnau aus Münster ist frisch gebackene Europameisterin

Istanbul - Vor ein paar Tagen war Caroline Ruhnau noch kurz davor, die Kurzbahn-Europameisterschaft abzusagen. Eine Erkältung hatte ihr ziemlich zugesetzt. Doch als es dann wieder bergauf ging, habe sie sich entschieden, auf jeden Fall mit in die türkische Hauptstadt zu fahren. Ihre Überlegung: „Lieber bin ich vor Ort und starte nicht, als dass ich fit zu Hause auf dem Sofa...

Sonntag, 13.12.2009, 19:12 Uhr

Istanbul - Vor ein paar Tagen war Caroline Ruhnau noch kurz davor, die Kurzbahn-Europameisterschaft abzusagen. Eine Erkältung hatte ihr ziemlich zugesetzt. Doch als es dann wieder bergauf ging, habe sie sich entschieden, auf jeden Fall mit in die türkische Hauptstadt zu fahren. Ihre Überlegung: „Lieber bin ich vor Ort und starte nicht, als dass ich fit zu Hause auf dem Sofa sitze.“ Wie sich herausstellte, war dies genau der richtige Weg. Ihre brillante Bilanz: Gold über die 100 Meter Brust und ein neuer deutscher Rekord über die doppelte Distanz.

So richtig wusste Caroline Ruhnau nach dem fantastischen Rennen über die 100 Meter Brust gar nicht, was sie sagen sollte. Überrascht sei sie, und eben irgendwie auch sprachlos. Später versuchte sich die Münsteranerin dann doch mit einer Erklärung: „Ich hab schon beim Einschwimmen gemerkt, dass es heute ganz gut läuft, aber dass es Gold wird, hätte ich nie gedacht.“

Entgegen ihrem im Becken etwas ängstlichen Naturell ist die Brust-Spezialistin bereits die ersten 50 Meter sehr schnell angegangen. Mit 30,50 Sekunden blieb sie gar unter der Durchgangszeit ihres deutschen Rekords (31,00). „Das war die Order vom Trainer: Volle Kanne.“ Und so hatte das Final-Feld von Anfang an keine Chance gegen die Überfliegerin. Neue nationale Bestmarke wurde es zwar nicht, aber zu einem neuen Wettkampfrekord reichten die 1:04,84 allemal. Ruhnau ist die Medaille ohnehin lieber. „Den Rekord habe ich ja immer noch.“

So hatte diese Strecke doch noch einen versöhnlichen Abschluss für die Brust-Spezialistin gefunden, denn zuvor war Ruhnau mit ihren Zeiten aus Vorlauf (1:06,06, Platz 7) und Halbfinale (1:05,92 / 7) alles andere als zufrieden. Hatte die deutsche Meisterin auf dieser Strecke doch zuletzt Bestmarken am Fließband produziert.

Über die doppelte Distanz lief es für die 25-Jährige von Beginn an runder. Schon am Donnerstag hatte sie sich mit der viertbesten Zeit (2:21,83) für das Finale am Freitagabend qualifiziert, wo sie dann prompt ihren deutschen Rekord um 72 Hundertstel auf 2:20,41 Minuten schraubte. „Ich bin rundum zufrieden“, befand die 25-Jährige daher im Anschluss. „Gerade weil ja bis zuletzt nicht klar war, wie ich die vier Tage Trainingsausfall verkraften würde.“

Zudem ist die mittlerweile in Essen trainierende Studentin bereits seit September mit der SG Essen an jedem Wochenende auf einem anderen Wettkampf am Start war. Jedes Mal in einer anderen Stadt, nicht selten sogar in einem anderen Land oder gar auf einem anderen Kontinent. Und am Donnerstag geht es für sie gleich weiter nach Manchester, wo sie beim Duell Europa gegen die USA antritt.

Umso mehr freut sie sich darauf, Weihnachten endlich einmal wieder in Münster Station zu machen. Doch für Besinnlichkeit bleibt auch dann kaum Zeit, denn über Silvester geht es bereits ins Skilanglauf-Trainingslager ins österreichische Seefeld. Immerhin: „Ein paar von uns fahren schon zwei Tage früher runter, um noch ein bisschen Spaß auf der Piste zu haben.“ Den hat sich die frisch gekürte Europameisterin auch redlich verdient.

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