Lokalsport Münster
Hausaufgaben statt Meisterfeier

Montag, 22.02.2010, 19:02 Uhr

Münster - Gestern Nachmittag saß die frischgebackene Deutsche Meisterin im Weitsprung schon wieder am Schreibtisch, als habe es die Jugend-Titelkämpfe der Leichtathleten in Halle an der Saale am Sonntag gar nicht gegeben. „Ich sitze an den Hausaufgaben “, bestätigt Lena Malkus am Tag nach dem großen Tag. Auf den goldenen Sonntag in Halle folgt der vergleichsweise graue Alltag - allerdings ausnahmsweise bei den Eltern in Borghorst und nicht im Sportinternat in Münster: „Zum Feiern bleibt aber keine Zeit“, sagt die Leichtathletin der LG Ratio. Immerhin hatte sich die Schülerin des Pascal-Gymnasiums nach der späten Heimkehr aus der Händelstadt in Sachsen-Anhalt am Sonntagabend einen schulfreien Montag genehmigen lassen. Mehr war nicht drin - vorerst. Denn schon in den kommenden Wochen stehen die nächsten großen Sprünge der 16-jährigen Borghorsterin an.

Die Tickets für den bevorstehenden Jugendländerkampf am 6. März im italienischen Ancona und die Reise nach Russland zu den Qualifikationswettbewerben für die Olympischen Spiele der Jugend in Singapur gab es als Zugabe zur Goldmedaille - und auch für Leichtathleten gilt: Nach dem Wettbewerb ist vor dem Wettbewerb. Nebenher müssen natürlich auch die schulischen Verpflichtungen erledigt werden.

Wie weit es in diesem Jahr noch gehen kann, wagt die Leichtathletin nach diesem ersten Paukenschlag nicht vorherzusagen. „Das ist gerade bei mir schwer einzuschätzen“, so Lena Malkus, die nach einem Technikwechsel noch an ihrer Konstanz arbeiten muss.

Immerhin: Der Start war schon einmal sehr vielversprechend. „Aber auch damit habe ich nicht gerechnet“, so Lena Malkus. Die ersten Eindrücke beim Ratio-Cup Anfang des Jahres waren eher ernüchternd, eine Verletzung störte die reibungslose Vorbereitung, und auch der erste Auftritt bei den nationalen Titelkämpfen machte keine großen Hoffnungen. „Nach dem 60-m-Lauf hatte ich Probleme mit dem Oberschenkel, die haben mich schon ein bisschen beschäftigt.“ Zu diesem Zeitpunkt verschwendete die Münsteranerin noch keine Gedanken an eine mögliche Goldmedaille im Weitsprung. Stattdessen ging es zur Behandlung beim Arzt des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. „Danach fühlte ich mich schon etwas besser, beim Warmmachen fühlte es sich gut an und beim Einspringen hatte ich dann das Gefühl, dass heute was gehen kann.“ Und wie es ging: Nach einem ungültigen ersten Versuch landete Lena Malkus drei gültige Versuche jenseits der 6-m-Marke, der dritte Versuch bei 6.22 m - keine sprang weiter. „Schafft Lena es, konstant die Sechs-Meter-Marke zu überspringen, zählt sie zu dem Medaillenkandidaten“, hatte Trainer Frank Bartschat im Vorfeld prophezeit und lag damit gold-richtig. „Eigentlich hatte ich gehofft, selber noch einen draufzusetzen“, so Lena Malkus. Das war nicht mehr nötig, der erste Titel der jungen Saison war eingefahren - gefeiert wird später. Erst müssen die Hausaufgaben erledigt werden.

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