Lokalsport Münster
Dänemark gewinnt die Mini-WM

Montag, 24.05.2010, 21:05 Uhr

Münster - Wenn die wahre Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika so spektakulär ausgeht wie der Brück-WM-Cup in Gievenbeck, dann können mutige Wettfreunde vom 11. Juni bis 11.Juli eine ganze Menge Geld verdienen. 32 D-Junioren-Teams spielten gestern in Münster mit viel Begeisterung die WM vor. Jede Mannschaft stellte mit gestifteten Trikots und Fahnen eine Nation des echten globalen Spitzenereignisses dar, das in drei Wochen wieder Milliarden Menschen in den Bann ziehen wird.

Am Ende hieß der Sieger in Gievenbeck aber nicht Spanien, Deutschland oder Brasilien, sondern Dänemark um Union Lüdinghausen, das sich in einem spannenden Finale mit 3:1 gegen Südafrika und die Warendorfer SU durchsetzte. „Wir haben vor vier Jahren hier schon einmal die WM gewonnen, damals als die Mannschaft der Elfenbeinküste“, freute sich Trainer Thomas Morzonek , der voller Stolz zu seiner Truppe guckte, die den goldenen Pokal in den Himmel stemmte, der tatsächlich Ähnlichkeit mit der begehrtesten Trophäe des Weltsports hatte.

Auf dem dritten Platz landete Borussia Münster, das die Farben der Niederlande trug. Mit 3:1 behielt die Mannschaft gegen Australien und die SG Holzwickede die Oberhand. Deutschland, das durch den TuS Altenberge vertreten wurde, war im Viertelfinale mit 1:4 an Südafrika gescheitert. Trainer Stefan Roters hatte seinen Humor aber nicht verloren: „Im Achtelfinale haben wir typisch deutsch das Neunmeterschießen gewonnen, dann wollten wir halt dem Gastgeberland einen kleinen Gefallen tun. Wir wären gerne noch eine Runde weitergekommen, aber letztlich haben die besten Mannschaften des Turniers verdient das Finale erreicht.“

Viel wichtiger war aber für den Trainer aus Altenberge das Fazit zur Veranstaltung, das alle Teilnehmer unterstreichen konnten. „Das war richtig klasse organisiert“, lobte Roters und fand kräftige Unterstützung in dem siegreichen Morzonek: „Wir kommen immer wieder gerne nach Gievenbeck.“

Erneut war der WM-Cup, der von Hermann Brück tatkräftig mit rund 20 000 Euro unterstützt wurde, ein voller Erfolg. Und ein farbenfrohes Spektakel, weil die Jugendmannschaften voller Stolz mit ihren neuen Trikots spielten, am Ende je einen Ball und Medaillen erhielten. Die Ränge im Sportpark waren gut gefüllt, die Eltern unterstützten ihre Kinder mit landestypischen Gesängen wie bei Dänemark (“We are red, we are white, we are Danish Dynamite“), nur die bei der WM wohl unverzichtbaren Vuvuzela-Tröten fehlten. Auch für das nötige Rahmenprogramm war gesorgt, die Westfälischen Nachrichten hatten ein Tischfußball-Spiel aufgebaut, die Unicef eine Torwand, auch für eine Hüpfburg war gesorgt.

Christian Wielers vom FC Gievenbeck, der stark in die Organisation des Wettbewerbs eingebunden war, zeigte sich hellauf begeistert. „Das war ein Fest für den Jugendfußball. Da waren 32 Mannschaften am Start, die richtig Spaß am Fußball hatten.“ Dazu gehörte auch sein Team vom 1. FC Gievenbeck, obwohl die D-Jugend zu einem Pfingstturnier eingeladen war und so eine etwas stärkere U11 nur Platz 22 erreichte. „Für die Jungs war es fantastisch, mal in Trikots von Brasilien auflaufen zu dürfen.“

So dankte der FCG-Mitarbeiter in erster Linie Hermann Brück für das tatkräftige Engagement. „Es ist nicht selbstverständlich, sich mit so viel Herzblut für den Jugendfußball zu engagieren, daran können sich viele ein Beispiel nehmen.“ Und auch alle Helfer in Gievenbeck durften sich da angesprochen fühlen, weil 80 ehrenamtliche Kräfte für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung sorgten. Nach sieben Stunden mit hochklassigen 112 Spielen atmeten alle erleichtert durch. Dafür packte auch der gesamte Verein mit an. Der erste Vorsitzende Alois Lutz schenkte an der Bierbude aus, die C-Jugend kochte Kaffee und verkaufte Kuchen, Vereins-Urgestein Helmut Ossenbrink fungierte als Stadionsprecher, der sportliche Leiter Roland Böckmann führte die Statistiken. „Ohne tatkräftige Unterstützung funktioniert so ein Turnier nicht“, freute sich Wielers, der nach der dritten Auflage des Juniorenturniers nach der WM 2006, der EM 2008 und nun der WM 2010 auf ein Wiedersehen 2012 hofft, wenn die Europameisterschaft in Polen und der Ukraine ausgetragen wird. Und vielleicht auch wieder in Gievenbeck.

Wetten darauf dürften jedenfalls aussichtsreicher sein, als ein Endspiel zwischen Dänemark und Südafrika bei der echten WM.

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