Lokalsport Münster
Unverhofft kommt oft

Mittwoch, 18.05.2011, 19:05 Uhr

MÜNSTER - Viele Dinge regeln sich von selbst. Borussias Verantwortliche hatten sich nach dem Abstieg der Frauen aus der Tischtennis-Regionalliga intensiv Gedanken gemacht, wie denn der Neuanfang in der Oberliga am besten zu bewerkstelligen sei. Während es bei Christina Terwellen noch Überzeugungskraft bedurfte, die ehemalige Zweitliga-Spielerin von Kirchhellen zur Borussia zu locken, wechselt mit Sarah Her-Lee eine aktuelle neuseeländische Nationalspielerin aus eigenem Antrieb zur kommenden Saison nach Münster . „Wir wissen selbst nicht genau, wie Sarah auf uns gekommen ist“, räumt Borussias Trainer Peter Luthardt freimütig ein; unverhofft kommt oft.

Ein wenig schlauer ist er inzwischen geworden. „Sarah hatte vor etwa vier Wochen Kontakt über das Internet zu uns aufgenommen“, sagt der Coach. Demnach sucht die Neuseeländerin eine Möglichkeit, um sich professionell auf die Commonwealth- und die Olympischen Spiele vorzubereiten. Diese Möglichkeit sieht die Nationalspielerin offenkundig am ehesten in Deutschland gewährleistet.

Zu einem ersten persönlichen Treffen sei es zwischen der Spielerin und Borussias Susanne Heuing während der gerade beendeten Weltmeisterschaft in Rotterdam gekommen. Dort vereinbarte die Mannschaftssprecherin ein Probetraining mit der graduierten Politikwissenschaftlerin und Juristin. Das fand in der vergangenen Woche statt. Luthardt: „Sarah kam von Rotterdam zu uns, trainierte anderthalb Stunden und fuhr anschließend wieder zurück.“ Beide Seiten wurden sich rasch einig; auch deshalb, weil Borussias Trainer der Neuseeländerin Möglichkeiten aufzeigte, zweimal pro Tag zu trainieren. Das gab letztlich den Ausschlag, dass die aktuelle Nummer fünf der neuseeländischen Rangliste zusagte, in der neuen Saison für Borussia spielen zu wollen.

Dieser Deal eröffnet dem heimischen Vertreter verheißungsvolle Perspektiven, den „Betriebsunfall Abstieg“ vielleicht schon auf Anhieb zu reparieren. Wobei Luthardt sich noch nicht festlegen mag, an welcher Position der Neuzugang künftig spielen soll. „Das wird sich zeigen, wenn sie bei uns ist. Ich denke aber, dass wir sehr gut aufgestellt sind und eine realistische Chance haben, in der Oberliga um den Titel mitzuspielen.“

Ausdrücklich betonte der Coach, dass Borussia keinerlei finanzielle Mittel lockermachen musste, um den Transfer zu tätigen. „Das können wir nicht, und das wollen wir nicht. Auch die Flugkosten können wir nicht tragen.“

Behilflich werde man der Spielerin allerdings bei der Wohnungssuche sein. Voraussichtlich im August wird Sarah Her-Lee in Münster erwartet. Das passt. Denn genau dann werden Borussias Frauen die Saisonvorbereitung aufnehmen.

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