Leichtathletik-Gemeinschaft unter neuem Namen
LG Ratio: Ende und Neubeginn einer Erfolgsgeschichte

Münster -

Rund 40 Jahre lang konnten sich die Leichtathleten in Münster bei der LG Ratio gut aufgehoben fühlen. Kräfte wurden hier gebündelt, Talente ausgebildet, einige Top-Athleten hervorgebracht. Die Finanzierung war über vier Jahrzehnte gesichert und das ursprüngliche Konzept, „den jungen Leichtathleten eine Heimat zu geben“ oberstes Gebot. Nun ist die LG Ratio Münster Geschichte. Die Gemeinschaft aus den zehn Grundvereinen wird Ende des Jahres nicht mehr unter dem traditionsreichen Namen existieren.

Freitag, 21.09.2012, 12:09 Uhr

Leichtathletik-Gemeinschaft unter neuem Namen : LG Ratio: Ende und Neubeginn einer Erfolgsgeschichte
Die Top-Athleten der LG Ratio, hier bei der traditionellen Ehrung im Mühlenhof mit Mäzen Hendrik Snoek (2.v.l.o.) werden sich auf einen neuen Vereinsnamen gewöhnen müssen. Foto: pl

Gestern gab Sponsor und Mäzen Hendrik Snoek das Ende seines finanziellen Engagements bekannt, um zugleich sein weiteres Engagement für die kommenden vier Jahre anzukündigen. Dann jedoch unter dem zurzeit noch gültigen Arbeitstitel „Westfälische Leichtathletik-Schule Ratio Münster “, aber ohne den zurzeit im Amt befindlichen LG-Vorstand mit Falk Sparenberg und Frank Herden an der Spitze. Wie berichtet, eskalierte in der vergangenen Woche der offen ausgetragene Konflikt innerhalb der LGR und mündete in der Kündigung der beiden verantwortlichen Trainer Elke und Frank Bartschat .

„Es gab zwischen Vorstand, den Vereinen und Trainern Reibungen. Das Fass war kurz vorm Überlaufen. Nun ist die LG Ratio als Verein beendet“, sagte Snoek gestern. Zugleich kündigte der Unternehmer jedoch an, in den kommenden vier Jahren, also zunächst bis zu den Olympischen Spielen in Rio, sein finanzielles Engagement in gleicher Höhe aufrecht zu erhalten. Nutznießer sind dann allerdings die Grundvereine. Die sollen weiterhin nach dem 2006/2007 unter anderem vom FLVW-Leistungssport-Koordinator Winfried Vonstein sowie den Ratio-Cheftrainern erarbeiteten Konzept der Talentförderung und Leistungssportentwicklung weiterarbeiten.

Besondere Unterstützung erhalten die Vereine beziehungsweise die herausragenden Athleten dann vom NRW-Landesleistungsstützpunkt in Münster, bei dem die Bartschats weiterhin angestellt sind. Zurzeit fungiert der SC Preußen Münster – wie schon zu LGR-Gründungszeiten – wieder als „Keimzelle“ (Snoek). Bartschats und die aktuellen Top-Athleten wie Lena Malkus, Tatjana Pinto, Theresa Greb und andere sind SCP-Mitglieder. Preußen-Sportvorstand Carsten Gockel bestätigte das besondere Engagement seines Vereins, derweil Von­stein erleichtert war, dass der „sehr, sehr gute“ Leichtathletik-Standort Münster nun nicht mehr gefährdet sei.

Während Falk Sparenberg gestern betonte, sich über die Inhalte der von Hendrik Snoek angekündigten Veränderungen erst genau informieren zu müssen, zeigte sich Frank Bartschat gestern erleichtert: „Wir sind froh, dass es nun weitergeht und dass Hendrik Snoek, der Verband und der SC Preußen unserer Arbeit weiterhin vertrauen.“ Sparenberg, der gestern nicht beim Pressegespräch zugegen war, sagte: „Mich überrascht gar nichts mehr“, und enthielt sich eines Kommentars.

Snoek betonte in Richtung Ratio-Vorstand: „Keine Vorwürfe an niemanden: Alle haben nach bestem Wissen gearbeitet“. Winfried Vonstein sagte, die Querelen zuletzt hätten den Landesleistungsstützpunkt Münster existenziell infrage gestellt. „Der Verband hat sein eigenes Konzept gefährdet gesehen.“

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