Hiltrups Reserve sorgt für Gesprächsstoff
Auf Umwegen in die Eingleisige?

münster -

Über einen Abstieg ein Jahr später aufsteigen? Die zweite Mannschaft des TuS Hiltrup gedenkt diesen Weg zu gehen – das wird jedenfalls hinter vorgehaltener Hand gemunkelt.

Donnerstag, 28.03.2013, 11:03 Uhr

Die Tabelle steht Kopf. Zumindest aus Sicht der zweiten Mannschaft des TuS Hiltrup . Denn vor dem Duell beim punktgleichen Vorletzten BW Beelen am Ostermontag bildet die Zweite das Schlusslicht der Fußball-Kreisliga A 2. Und dabei wollte die Mannschaft um das Trainergespann Lars Hansen /Michael Möllering doch an das andere Ende der Tabelle – wie schon seit drei Jahren.

„Natürlich machen wir uns Sorgen. Aber die Zweite soll und wird nicht absteigen“, versichert Rolf Neuhaus . Der Sportliche Leiter des TuS hofft darauf, dass sich schnellstmöglich die Verletztenliste der ersten Garnitur reduziert oder sie – wie am kommenden Montag – spielfrei ist. „Denn wenn wir oben komplett sind, können wir drei bis fünf Spieler abgeben. Dann wird alles besser“, rechnet Neuhaus vor. „Allerdings klagt der TuS seit drei Jahren über eine Verletztenmisere“, geben der ehemalige TuS-Vorsitzende Norbert Reisener und auch Reserve-Coach Möllering zu bedenken. Ähnliches gilt auch für die Trainingsbeteiligung.

Wie (optimal) es laufen kann, hat die Saison 2007/08 gezeigt. Während die erste Mannschaft mit nur vier Punkten Rückstand auf den Meister Rang vier in der Westfalenliga erreichte, war die Zweite dort, wo sie gerne sein möchte – oben. Mit dem VfL Wolbeck lieferte sich der spätere Vizemeister ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Auch ein (gutes) Beispiel, die die Abhängigkeit von der Ersten verdeutlicht. So wie in der laufenden Spielzeit auch. Zuletzt beim 0:2 gegen Freckenhorst trug mit Allmich, Tawidde und Raed nur ein Trio von oben das Kreisliga-Dress. Offenbar ebenso zu wenig wie beim 0:3 am 3. März in Hoetmar, als Deckert, Gomez und Dautanac die Leihgaben waren. „Aber nicht jede hilft“, gesteht Neuhaus.

Vielleicht macht auch deshalb in Münsters Süden eine außergewöhnliche Variante die Runde – eine mit einem gewissen Charme. Getreu einem Navigationsgerät, wonach der kürzeste Weg nicht der schnellste sein muss. Vielmehr führt auch ein Umweg zum Ziel. Und dieser Umweg soll für die TuS-Zweite die Kreisliga B sein, um direkt die ab 2014/15 eingeführte eingleisige A-Liga anzusteuern. Nach dieser Idee, die wie gesagt längst die Runde macht, würde sich die Reserve nicht gegen den Gang in die B-Liga wehren, um dort in der kommenden Saison Platz eins und den Aufstieg in das eingleisige Oberhaus anzusterben. Als A-Ligist muss man bekanntlich im kommenden Spiel- und Qualifikationsjahr Rang sieben erreichen.

„Ja, davon habe ich auch gehört. Aber nur, weil wir das mal zum Spaß in der Kabine gesagt haben. Ernsthaft könnte ich mich damit nicht identifizieren“, ist Michael Möllering die Idee nicht fremd, erteilt ihr aber eine Absage. „Grundsätzlich ist so etwas vorstellbar. Allein schon weil die Aufstiegsregelung es ermöglicht,“ kommentiert Staffelleiter Hans Roggenkamp das Gedankenspiel. Für Rolf Neuhaus kann das allerdings nur „Plan B“ sein. „Dann müsste man alle Spieler halten und das Vorhaben von Anfang an konsequent angehen,“ spielt er das Thema durch. Auch vor dem Hintergrund, dass der Weg über Liga B Kein Garantie-Kurs ist. Zudem dürfte es schwer sein, Spieler aus dem aktuellen Kader und aus dem Nachwuchsbereich zu halten.

Darum sagt Neuhaus auch: „Das ist aber auch nicht unser Ziel. Wir wollen nicht absteigen und nächstes Jahr Fünfter werden“. Spätestens dann muss man auch nicht mehr die A-Liga-Tabelle drehen.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1580917?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F62183%2F1797473%2F1797495%2F
Nachrichten-Ticker