FC Gievenbeck: Ex-Preuße Jens Wissing hat wieder Spaß am Fußball
Das Spiel ohne Ball

Münster -

Von Frust keine Spur: Ex-Profi Jens Wissing hat seine aktive Karriere mit nur 25 Jahren beenden müssen. Jetzt ist er 26 und hat als Co-Trainer beim FC Gievenbeck die Freude am Fußball wieder entdeckt.

Freitag, 22.08.2014, 21:08 Uhr

Jens Wissing im Trikot von Borussia Mönchengladbach. Das war im Jahr 2011 – jetzt schlägt der Gronauer einen neuen Weg ein.
Jens Wissing im Trikot von Borussia Mönchengladbach. Das war im Jahr 2011 – jetzt schlägt der Gronauer einen neuen Weg ein. Foto: UweSpeck

Viele wollten ihn haben und die Preußen wollten ihn eigentlich nicht ziehen lassen: Doch im Sommer 2010 war Jens Wissing in Münster nicht mehr zu halten. Mit 22 Jahren zog der hoch talentierte Linksverteidiger in die weite Fußball-Welt hinaus, um Karriere zu machen. Inzwischen ist Jens Wissing 26 Jahre alt und zurück in Münster. Seine aktive Laufbahn als Profi-Fußballer ist unwiderruflich beendet, Wissing studiert in Düsseldorf Sportmanagement und ist Teil des Trainerteams beim Westfalenligisten 1. FC Gievenbeck. Im März dieses Jahres trat Wis­sing sein neues Amt an (die WN berichteten), ein halbes Jahr später ist die Anfangseuphorie ungebrochen. „Die Arbeit mit den Jungs macht einen mega Spaß“, sagt der gebürtige Gronauer. Mit einem 0:0 bei Viktoria Clarholz ist der Westfalenligist in die Saison gestartet – Wis­sings Abwehrreihe blieb ohne Gegentor, und der Spaß am Fußball ist zurück.

Jens Wissing musste in den vergangenen vier Jahren erfahren, dass der steile Weg in den Profi-Fußball auf einem Bein nicht zu bewältigen ist. „Das linke Sprunggelenk war es, nur das linke Sprunggelenk, ansonsten hatte ich nie Probleme“, hat sich Wissing auf seine gute Konstitution mit einer kleinen, aber letztlich entscheidenden Ausnahme verlassen können. „Die Probleme hatte ich schon im letzten halben Jahr bei den Preußen“, erinnert er sich. Dass sie ihn dann so hartnäckig verfolgen sollten, war nicht absehbar. „Das ist auch schwer zu erklären, auch für die Mediziner. Vielleicht war es auch zu großer Ehrgeiz, vielleicht habe ich auch immer wieder zu früh wieder angefangen.“

Gelegenheiten, zu früh anzufangen, gab es in Hülle und Fülle. Bei Borussia Mönchengladbach beispielsweise. Hier brachte es der Ex-Preuße auf drei Bundesliga-Einsätze – aber auch zur ersten Operation. Unter dem Strich verbrachte er mehr Zeit in der Reha als am Ball.

Im Sommer 2011 kam der Wechsel nach Paderborn, das malade Sprunggelenk wechselte mit. Früh meldeten sich die Beschwerden zurück, OP Nummer zwei folgte und ein halbes Jahr Zwangspause, kurz nach der Reha dann Operation Nummer drei. „Im zweiten Jahr in Paderborn lief es dann ganz ordentlich“, keimte in der Saison 2012/2013 neue Hoffnung auf: Elf Zweitligaeinsätze nahm Wissing mit auf den Weg zum MSV Duisburg, doch der endete in der finalen Sackgasse. Das alte Lied: Sprunggelenk, Operation, Reha – und keine Besserung in Sicht. „Für mich war klar, das ist meine letzte Reha. Wenn es dann nicht besser wird, war es das.“ Es wurde nicht besser – und das wars.

In Gievenbeck erkannte man schnell, welches Potenzial da brachlag. Erste Kontaktversuche brachten einen schnellen Erfolg. Wissing konnte für die Arbeit in Münsters Westen schnell begeistert werden. An der Seite von Cheftrainer Benjamin Heeke betreut Wissing jetzt die junge FCG-Elf naturgemäß vor allem in Abwehrfragen. „Alles ist genau abgesprochen, die Aufgaben sind genau aufgeteilt“ sagt Wissing, der viel Freude an der neuen Arbeit hat. „Altersmäßig bin ich ja nicht weit von den Jungs weg. Das macht richtig Spaß“, sagt Jens Wis­sing, der seine Erfahrungen derzeit vor allem theoretisch weitergibt. Der Fuß ist immer noch nicht in Ordnung. „Ich kann im Moment nicht einmal joggen. Da muss doch noch mal ein Arzt draufgucken.“

In diesem Herbst beginnt Jens Wissing den Lehrgang zur C-Lizenz als Übungsleiter. „Ich lasse mir noch offen, ob ich das Thema Trainer anschließend weiterverfolgen werde“, hat der 26-Jährige gelernt, nicht allzu langfristig zu planen. In anderthalb Jahren soll der Bachelor-Abschluss im Sportmanagement weitere neue Wege eröffnen. Zunächst gilt sein Hauptaugenmerk dem FC Gievenbeck . So ganz kann und wird Jens Wissing auch nicht vom Fußball lassen. Trotz des vermaledeiten linken Knöchels ...

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