Rudern: Münsteraner im Deutschland-Achter
Der große Sprung

Münster -

Zwölf Komma sieben Kilometer über den Nord-Ostsee-Kanal. In Zahlen 12,7. Ein schweißtreibender Marathon, dem die Jungs des Deutschland-Achters, dem „Flaggschiff“ des deutschen Ruderverbandes, am Sonntag im Rahmen des „Hanse-Cups“ tief ins Auge blicken.

Donnerstag, 11.09.2014, 18:09 Uhr

Der Wettbewerb mit Start in Breiholz und Ziel Rendsburger Hochbrücke gilt als das härteste kontinentale Rennen überhaupt. Unbändige Kraft, ein langer Atem und Nerven wie Drahtseile sind gefragt. „Das wird hart.“ Richard Bensmann wirkt bereit, aber doch unsicher, was auf ihn zukommt. Der Ruderer des RV Münster wurde erstmals von Bundestrainer Ralf Holtmeyer in den elitären Kreis der acht Besten berufen, ins Boot des Olympiasiegers. Ein Traum wird wahr.

Es ist so weit. Die Tradition wird fortgesetzt. Nach Peter Hoeltzenbein, Andreas Lütkefels und Philipp Stüer sitzt an diesem Wochenende erstmals wieder ein Münsteraner im legendären und erfolgsverwöhnten Achter. Bensmanns Saison klingt also mit einem echten Paukenschlag aus. Ist aber zugleich Belohnung für sein unglaublich starkes Auftreten 2014, das Ende Juli am Ufer des Lago di Varese (Italien) in dem Gewinn der Silbermedaille bei der U-23-Weltmeisterschaft gipfelte. „Das war bislang der Höhepunkt in meiner Karriere“, sagt der 19-Jährige.

Für ihn ist die Nominierung aktuell nicht mehr als eine unglaubliche Momentaufnahme. „Es ist ja nicht so, dass ich jetzt künftig automatisch dabeibleibe. Es sind drei Ruderer ausgefallen, und da kam der Anruf des Bundestrainers.“ Bensmann wirkt bescheiden, weiß die Nominierung einzuordnen. Und doch ist sie für ihn und seinen Heimatverein eine echte Auszeichnung. „Wir betreiben seit Jahren mit viel Aufwand eine intensive Nachwuchsarbeit. Umso erfreulicher, dass Richard diesen Sprung geschafft hat. Wir sind stolz auf ihn“, so Jörg Heithoff, beim RVM zuständig für die Pressearbeit.

Bensmann, der in Dortmund studiert, eine Ausbildung macht und täglich im Bundesleistungszentrum trainiert, hat in seinem ersten Jahr bei den Männern den nächsten Schritt auf der Karriereleiter getätigt. Er mischt mit im Konzert der ganz Großen und sollte sich etwas rausputzen: Das Rennen wird in der ARD live gezeigt. Die Übertragung beginnt um 15.05 Uhr.

Am heutigen Freitag wird Bensmann zusammen mit der Nationalmannschaft nach Rendsburg reisen, wo am Abend ein Wettbewerb auf dem Ergometer ausgetragen wird (500 Meter). Am Samstag geht es weiter nach Hamburg. Hier steht die traditionelle Sprintregatta über 300 Meter an, ehe am Sonntag die Veranstaltung ihren Höhepunkt mit dem Ruder-Marathon findet.

Polen, Amerika, die Niederlande und Frankreich heißt die auf Schlagdistanz zu haltende Konkurrenz. „Wahnsinn“, sagt Bensmann. Irgendwie muss er sich doch noch mehrmals kneifen, um das alles zu realisieren.

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