Westfalenliga: Hiltrup lässt sich den Schneid abkaufen
Hiltrup verliert Kampf und Spiel

M´nster -

Fußball ist mitunter eine zähe Angelegenheit – und nicht immer siegt am Ende die Schönheit. Auch nicht in Hiltrup, wo der Gast aus Delbrück mit aller Härte und Konsequenz zur Sache ging.

Sonntag, 05.10.2014, 18:10 Uhr

Hier steht die Hiltruper Mauer: Zwei Mal jedoch fand der Gegner aus Delbrück einen Weg ins Tor der Gastgeber.
Hier steht die Hiltruper Mauer: Zwei Mal jedoch fand der Gegner aus Delbrück einen Weg ins Tor der Gastgeber. Foto: Peter Leßmann

Von der anwachsenden Aggressivität des Gegners beeindruckt, ließ der TuS Hiltrup im Heimspiel gegen den Delbrücker SC seine feine Serie reißen. Die eckigen Ostwestfalen gewannen das Westfalenliga-Fußballspiel mit 2:1 (0:1) und bleiben punktgleich mit den Münsteranern ein Preußen-Verfolger.

Dass der TuS-Kader aktuell nur auf dem Papier ein beachtlich bestückter ist, schlug sich zum Leidwesen von Trainer Martin Kastner in den intensiven und phasenweise sehr emotionalen 90 Minuten nieder. Ohne Welke, Wilms, Böhmer, Wellermann und Kottenstedde mangelt es an echten Alternativen, als Wechsel angezeigt waren.

„Unsere Umstellungen heute haben nicht gefruchtet“, bilanzierte Kastner realistisch. „Wir haben uns den Schneid abkaufen lassen – hatten aber kaum Möglichkeiten von außen, dagegen etwas zu unternehmen.“ Als Innenverteidiger Daniel Ziegner angeschlagen raus musste (52.), übernahm mit Diogo Castro ein zuvor links offensiv aktiver Mann diesen Part mehr schlecht als recht.

In der gewohnten Formation und Ordnung – nur Björn Schunke rotierte für Urlauber Kottenstedde in die Startelf – knüpfte der hellwache und läuferisch starke TuS direkt an die bisherigen Vorstellungen an und ließ den perplexen DSC zeitig auch intern hadern. Die „Sechser“ Kleine-Wilke und Paton sorgten für Präsenz und Balleroberungen, das Duo Maddente/Fromme wirbelte offensiv wie gehabt. Nach einigen guten Szenen war das 1:0 (31.) überfällig: Paton nahm DSC-Torjäger Eckel den Ball ab und ließ dem langen Solo einen harten Schuss folgen, den Keeper Bauer nur vor Maddentes Füße klatschen ließ. Im zweiten Anlauf setzte sich der Dribbler auf engstem Raum durch, sein Anspiel nutzte Fromme zu seinem siebten Saisontreffer.

Später musste Kastner sagen, dass dieses Tor eine Spielzäsur einläutete. Delbrück wehrte sich plötzlich mit vielen Mitteln, suchte den Nahkontakt im Zweikampf und rückte energisch nach. Klaus traf an den Pfosten (34.), Ziegner blockte so gerade eben Walters Schussversuch. Als Eckel nach rüder Attacke an Kleine-Wilke an der Außenlinie Gelb sah, glaubte nur sein Coach Carsten Droll nicht, dass er damit noch gut bedient war. Gegenüber Zuschauern wurde der Trainer ausfallend.

In der Kabine wird er mutmaßlich andere Worte gewählt haben, jedenfalls preschte Delbrück mit zwei frischen Kräften drauflos, dass dem TuS der Atem genommen wurde. Krauses 1:1 (55.) war folgerichtig, vor der Hereingabe ließ sich Castro düpieren. Kastner rief fast verzweifelt nach „Ordnung, Ordnung“ – seine Elf verlor nahezu jeden Zweikampf und immer mehr an Boden. Die Lücken waren nicht mehr zu kitten. Nach einem langen Ball entwischte Manuel Eckel allen und traf trocken (81.). Seinen neunten Saisontreffer verhinderte TuS-Torwart Lukas Toboll bei einem finalen Strafstoß (85.).

Hiltrup : Toboll – Schunke (78. Mahmoud), Lopez Wismer, Ziegner (52. Kniesel), Lübke – Paton, Kleine-Wilke – Hoeveler, Maddente, Castro – Fromme.

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