Rugby: Regionalliga
Tourists fehlt das Geld zum Aufstieg

Münster -

Die Rugby Tourists Münster haben die Regionalliga Westfalen nach Belieben dominiert und gelten auch in den Playoff-Spielen zur 2. Liga als Favorit. Doch einen Aufstieg kann sich das ambitionierte Team vermutlich erneut nicht leisten.

Freitag, 10.04.2015, 12:10 Uhr

Wo ist das Ei? Die Rugby Tourists starten am Samstag in die Playoffs zur 2. Liga.
Wo ist das Ei? Die Rugby Tourists starten am Samstag in die Playoffs zur 2. Liga. Foto: Peter Leßmann

Wenn die liebevolle Miss Sophie jedes Jahr am Silvesterabend aufs Neue ihren 90. begeht, ist es wieder Zeit für einen der berühmtesten Sätze der Filmgeschichte in schwarz und weiß. „The same procedure as every year“. Worte, mit denen die alte Dame ihren treuen Butler James alle Jahre wieder auf eine Reise voller Hindernisse durch die eigene Stube schickt. Herrlich – und Kult.

Auswärtsfahrten zu teuer

Arne Falk kennt diesen legendären Sketch. Er mag ihn. In diesen frühlingshaften Tagen fühlt sich der Lehramtsstudent (Chemie und Physik) mehr denn je mit ihm konfrontiert. Vor allem mit jenem Zitat, das Miss Sophie geprägt hat. „Jedes Jahr das gleiche Prozedere!“ Diese etwas freiere Übersetzung passt wie die Faust aufs Auge zur Situation der Rugby Tourists Münster. Als frisch gebackener Regionalliga-Meister stehen die harten Jungs mal wieder in den Playoffs und damit unmittelbar vor dem Aufstieg ins Unterhaus. Nur die Tür dorthin lässt sich nicht öffnen. Nicht mal einen Spalt weit. Warum nicht? Weil die 2. Liga schlicht zu teuer ist für die erfolgreichen Münsteraner. Es scheitert an der Kohle. „Das ist bitter, aber wahr. Wir müssten für die Auswärtsfahrten locker 8000 bis 10 000 Euro für die Saison hinblättern – und die haben wir eben nicht. Darum wird uns nichts anderes übrig bleiben, als wieder in der Regionalliga zu starten.“ Falk ist enttäuscht.

40 Punkte geholt

40 Zähler – das ist die Ausbeute der Tourists in acht Spielen. Eine sensationelle Quote. Kein Spiel ging verloren. Münster ist eine Macht und der Konkurrenz um Längen voraus. Der Zweite Wiedenbrücker TV holte gerade mal 24 Pünktchen. „Der Ehrgeiz ist groß. Und wir hätten sicher das Zeug, in Liga zwei Fuß zu fassen“, weiß Coach Falk. Sportlich ja, finanziell nicht. Das ist die Krux – aber nichts Neues. 2013 als Meister und 2014 als Zweitplatzierter hatten die Burschen vom Pleistermühlenweg den Aufstieg nach erfolgreicher Qualifikation in der Tasche – und mussten zähneknirschend in den sauren Apfel beißen, sprich aufs Startrecht in der zweithöchsten Klasse verzichten. „Klar ist das traurig, aber was bleibt uns denn anderes übrig?“

Ausweglose Situation

Trotz der mehr oder minder ausweglosen Situation wollen die Rugby Tourists in den am Samstag beginnenden Playoffs alles in die Waagschale werfen. Zu Gast ist ab 15 Uhr erneut Wiedenbrück. Am 25. April kommt es zum Duell mit dem Vizemeister der Rheinland-Liga, am 16. Mai folgt der Meister der Parallelstraffel. Sollte die Quali erfolgreich gemeistert werden, wovon auszugehen ist, bleibt Falk ein Zeitfenster bis Mitte Juni, um sein Team für die 2. Liga zu melden. Aber: Nur ein freundlicher Gönner könnte den Münsteranern den Traum erfüllen. „Aktuell gehen wir davon aus, dass wir weiter Teil der Regionalliga sind“, sagt Falk. Die Erfahrung hat ihn gelehrt, die Dinge realistisch zu sehen. „The same procedure as every year“ eben. Miss Sophie ist ganz nah.

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