„Rund um den Allwetterzoo“
Abenteuerlust und Profession

Münster -

Treffpunkt Sentruper Höhe: Ziemlich professionelle Leichtathleten und Triathleten, Freizeitläufer sowie Sportart-Newcomer nutzten die 32. Auflage des münsterischen Laufsportklassikers „Rund um den Allwetterzoo“, um das erste – wie auch immer gesteckte – Jahresziel zu erreichen. Die komplette Bandbreite der Motivationslagen der Starter war beispielhaft im Halbmarathon ablesbar. Der Strecke, die sich immer größerer Beliebtheit erfreut.

Sonntag, 19.04.2015, 20:04 Uhr

Schattenspiel: Beim Volkslauf „Rund um den Allwetterzoo“ ergeben sich mitunter schon mal gänzlich andere Perspektiven – vor allem wenn die Sonne es gut meint mit den Läufern und deren Schatten auf den Asphalt bannt.
Schattenspiel: Beim Volkslauf „Rund um den Allwetterzoo“ ergeben sich mitunter schon mal gänzlich andere Perspektiven – vor allem wenn die Sonne es gut meint mit den Läufern und deren Schatten auf den Asphalt bannt. Foto: Peter Leßmann

342 Enthusiasten nahmen über vier Runden die 21,097 Kilometer in Angriff. Als Souverän am sonnigen Tag entpuppte sich nicht unerwartet TV Wattenscheids Manuel Meyer aus Coesfeld, just gerade auf dem (Trainings-)Weg zum Coesfelder Marathon am 9. Mai. Nach 1:14:33 Stunden siegte er, aber die Zeit war zweitrangig. „Auf einen Rekord war ich sowieso nicht scharf. Ich stecke im Marathon-Training“, sagte der 33-Jährige. „Ich wollte es genau so: Nur keine Quälerei heute.“ 13 Einheiten pro Woche stehen auf dem Stundenplan des Gerüstbauers, der leichten Fußes den Ex-Burgsteinfurter Christoph Hakenes aus Bretten im Kraichgau (1:14:41) und Ralf Gottheil (LG Coesfeld/1:15:42) distanzierte. Gottheil wusste die meyerschen Möglichkeiten einzuschätzen: „Der ist ja mein Trainingspartner.“

Ganz neues Potenzial entdeckte die WWU-Studentin Sofie Kessen, eine U-20-Starterin aus dem rheinländischen Bedburg. Die schnellste Frau finishte nach 1:36:16 Stunden vor Nora Kästle (Tri Finish Münster /1:37:34) und versicherte glaubhaft, „noch nie zuvor“ einen Halbmarathon absolviert zu haben. „Ich würde mich auch nicht als echte Leichtathletin bezeichnen!“ Gemeinsam mit ihrem Papa gestartet, „wollte ich es einfach schaffen bis ins Ziel.“ Das war ihr vergönnt. Dem Vater nicht. „Ich fürchte, der hat sich unterwegs verletzt.“

Die kürzeste Distanz machte mit Luca Heerdt ein 19-jähriger Student der Sportwissenschaften aus Bochum zu seiner Angelegenheit – in seiner zweiten sportlichen Heimat. Der Triathlet aus dem Bundesligateam von Mondi Tri Finish Münster gewann über fünf Kilometer in 15:34 Minuten mühelos. Und ärgerte sich darüber, den seit 2006 gültigen Streckenrekord (15:33) nicht geknackt zu haben – die 100-Euro-Prämie ging flöten. „Schade, ich hab’s direkt darauf angelegt.“ Stefan Stroick, Triathlet von Wasser+Freizeit Münster, gratulierte als Zweiter (15:58). Christiane Postert (LG Ems Warendorf/19:35) wurde die schnellste Athletin über die eine Runde. Über zehn Kilometer war Andreas Beulertz (Hamm) in 32:59 nicht zu schlagen; bei den Frauen setzte sich hier Laura Lienhart (Wenden) in 38:50 durch. Insgesamt wurden 836 Läufer im Ziel gezählt.

Ein 60-köpfiges Helferteam stellten Bernhard Kreienbaum und Winfried Dammann, Herz und Hirn des von der Volkslauf-Union veranstalteten Dauerbrenners, zusammen. „Eine eingespielte Mannschaft“, lobte Kreienbaum die Verantwortlichen der reibungslosen Abläufe. Nicht zuletzt der 73-Jährige weiß um die Bedeutung einer guten Organisation, nahm er doch jüngst erst in Berlin den Halbmarathon in Angriff. Zusammen mit 32 000 anderen.

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