Leichtathletik: Innenstadtlauf
City-Run im Wettlauf mit der Hitze

Münster -

Nicht nur die sportlichen Ambitionen versprechen beim City-Lauf einen heißen Sonntag. Vor allen Dingen die Wetteraussichten und die damit verbundenen hohen Temperaturen rufen die Verantwortlichen auf den Plan.

Donnerstag, 02.07.2015, 00:07 Uhr

Im Kampf gegen die Uhr oder doch mehr gegen die Hitze? Am Sonntag geht‘s auf die fünf Runden durch die Innenstadt beim ZfS-Münster-City-Run.  
Im Kampf gegen die Uhr oder doch mehr gegen die Hitze? Am Sonntag geht‘s auf die fünf Runden durch die Innenstadt beim ZfS-Münster-City-Run.   Foto: ah

Vorbeugen ist besser... Die Bestürzung über die im vergangenen Jahr durchgeführten medizinischen Notfallversorgungen dreier Teilnehmer sowie die sogar notwendige Reanimation eines Läufers stand den Veranstaltern des City-Laufs damals ins Gesicht geschrieben. Im vergangenen Juli waren es freilich gerade 30 Grad – bei zunehmender Schwüle. Gut möglich, dass es an diesem Sonntag deutlich heißer wird, wenn die neunte Auflage des ZfS-City-Run in der Innenstadt startet. Die Wetterprognosen haben jedenfalls die Fachleute auf den Plan gerufen: Mediziner und Rettungsdienste.

Die signalisierten den Laufsportfreunden als Veranstalter des Innenstadtlaufs erstens Hilfe und zweitens ihr Okay, so denn entsprechende Maßnahmen getroffen werden. Von einer generellen Absage, die die LSF um den Vorsitzenden Gregor Veauthier ebenfalls ins Auge gefasst hatten angesichts der herrschenden Hitzewelle, nahmen sie Abstand.

„Wir gehen aufgrund der Prognosen davon aus, dass der Höhepunkt des heißen Wetters am Samstag bereits überschritten ist“, erläutert Veauthier und vertraut auf die entsprechenden Maßnahmen: So wird die Anzahl der RTW (Rettungswagen) auf drei gegenüber dem Vorjahr erhöht, ein Notarztwagen steht permanent bereit. Es sind auch deutlich mehr (Getränke-)Versorgungs-Stationen für die Läufer vorgesehen, und die der Erstversorger im Sanitätsdienst verdoppeln sich. Das kündigte Ralf Schomaker an, der als Mediziner des Namenssponsors Zentrum für Sportmedizin ( ZfS ) weiß, wovon er spricht. „Der Faktor Hitze ist in den vergangenen eineinhalb Jahren in der Wissenschaft völlig neu bewertet worden“, erklärt er.

Auch aufgrund einer neuen israelischen Studie, in der unter anderem auf den Zusammenhang von Todesfällen bei Hitzschlag und Langstreckenläufen hingewiesen wird, regte das Zentrum für Sportmedizin Maßnahmen zur Gefahrenabwehr an – anders als es beispielsweise der Deutsche Leichtathletik-Verband in seinen Internationalen Wettkampfregeln erwirkt. Laut Schomaker haben die Laufsportfreunde offiziell angefragt, wie das ZfS die Auswirkungen der Wettersituation beurteile, und entsprechende Maßnahmen angefordert. Schomaker: „Entweder sagt man den Lauf ab, wenn es wirklich zu heiß würde – oder man lässt den Wettkampfcharakter weg. „Dann wäre der Lauf eine reine Jogging-Angelegenheit“. Die kritische Grenze, so Schomaker liege bei deutlich über 27 Grad. Es drohen im Falle von körperlichen Anstrengungen Gefahren der Hyperthermie, bei der die Wärmebildung im Körper weitaus höher als die Wärmeabgabe liegt. Die Gefäße sind stark erweitert – und es kann zu einem Hitzekollaps, schlimmstenfalls zu einem Hitzschlag kommen.

Gegenmaßnahmen sind beim City-Run am Sonntag nicht nur die eingehende Information der Läufer, im rechten Maß zu trinken (600 bis 800 Milliliter pro Stunde) und für einen Temperaturausgleich („Am besten über den Kopf“, so Schomaker) zu sorgen. Dafür steht die Feuerwehr Münster parat, die am Sonntag extra ein Löschfahrzeug an die Strecke beordert und die Läufer mit einer kalten Dusche erfreut, wie der Lagedienstleiter Ludger Kolodziej gestern bestätigte. Eines wird es laut Vauthier am Sonntag jedenfalls eher nicht geben: einen neuen Streckenrekord.

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