Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften
Münsteranerin Lena Malkus holt sich den Titel im Weitsprung

Münster -

Das war die perfekte Lena-Malkus-Party bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften: Vor der imposanten Kulisse von rund 5000 Zuschauern auf dem Nürnberger Hauptmarkt gewann die Weitspringerin des SC Preußen Münster gestern Abend mit 6,74 Metern den Titel. „Ich kann’s nicht glauben, ich bin fix und fertig“, jubelte die 21-Jährige nach ihrem sechsten Versuch, der alle, aber auch wirklich alle Zweifel ausräumte.

Freitag, 24.07.2015, 20:07 Uhr

Deutsche Leichtathletik-Meisterschaften : Münsteranerin Lena Malkus holt sich den Titel im Weitsprung
Alles passte: Mit 6,74 Metern sicherte sich Lena Malkus am Freitag den DM-Titel im Weitsprung. Foto: dpa

Es war spannend, es war dramatisch: toller Sport in einer extrem stimmungsvollen Atmosphäre. Was zunächst – nach dem dritten Versuch – wie ein Selbstläufer aussah, entpuppte sich zu einem ganz kurzen Nervenkitzel. Sosthene Moguenara ( TV Wattenscheid ) sprang in ihrem sechsten und letzten Versuch weitengleich mit Lena Malkus , egalisierte deren 6,65 m aus dem dritten Durchgang. Doch die Münsteranerin hatte den besten zweiten Versuch (6,63 m) und damit laut Reglement die Nase vorn.

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Aber dann räumte die Münsteranerin alle Eventualitäten selbst aus dem Weg: Wie so oft legte Lena Malkus alles in ihren letzten Durchgang, und sprang so weit, wie keine andere Titelträgerin bei Deutsche Meisterschaften der vergangenen zehn Jahre. Gold in Nürnberg und das Ticket für die Weltmeisterschaften in Peking. Chapeau! Malkus löste damit Melanie Bauschke ( Olympia Berlin), die 2014 in Ulm mit 6,66 m gewonnen hatte als Titelträgerin ab.

Das Publikum war der Wahnsinn.

Lena Malkus

Der Weitsprungwettbewerb wurde zu einem Spektakel sondergleichen. Im Schatten des historischen Fleischerbrunnens zwischen Rathaus und Pegitz-Ufer war die gewaltige Weitsprunganlage aufgebaut. Lange Schlangen bildeten sich schon früh, das Publikum war vom erwarteten Event infiziert – und sorgte für eine Stimmung wie noch nie zuvor. „Die Atmosphäre hier ist einfach super. Das hat unglaublich Spaß gemacht“, zeigte sich auch die Zweitplatzierte angetan von diesem Veranstaltungs-Novum. Und auch die Bronzemedaillengewinnerin Nadja Käther (Hamburger SV) mit 6,56 m, fand’s „super. Damit hab ich nun wirklich nicht gerechnet“.

Ich kann's nicht glauben. Ich bin fix und fertig.

Lena Malkus

Davon ließ sich die Münsteranerin nur allzu gern inspirieren: „Das Publikum war der Wahnsinn“, jubelte die 21-Jährige. Noch am Donnerstag hatte sie sich mit der Anlage intensiv vertraut gemacht. Der etwa einen Meter Breite und 30 Zentimeter hohe Anlaufsteg wirkte ein wenig befremdlich, auf den supersteilen Tribünenaufgängen entwickelte sich eine durch laute Beats aus den meterhohen Boxenwänden explosive Stimmung. Und die nutzte Lena Malkus perfekt: Sie ist nach Harald Norpoth in den 1970er Jahren und Tatjana Pinto (100 m) im Jahr 2014 erst die dritte Deutsche Leichtathletik-Meisterin aus Münster .

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