Rudern: Baltic-Cup
Schwinde startet erstmals für Deutschland

Münster -

Henri Schwinde wäre gerne für Deutschland bei der Junioren-WM in Rio de Janeiro an den Start gegangen. Nun feiert er sein Debüt im Nationaldress lediglich beim Baltic-Cup in Schweden. Ein kleines Trostpflaster für den Einer-Ruderer.

Donnerstag, 24.09.2015, 23:09 Uhr

Henri Schwinde im Nationaltrikot aus dem Fundus von Trainer Marc Roßmeier (r.) – an diesem Wochenende bekommt das RVM-Talent sein eigenes Nationalmannschaftsoutfit.
Henri Schwinde im Nationaltrikot aus dem Fundus von Trainer Marc Roßmeier (r.) – an diesem Wochenende bekommt das RVM-Talent sein eigenes Nationalmannschaftsoutfit. Foto: Pjer Biederstaedt

Für den Fototermin musste Henri Schwinde sich noch das alte Nationaltrikot von Trainer Marc Roßmeier leihen, doch am Wochenende bekommt er sein erstes eigenes Deutschland-Dress. Der Junioren-Ruderer vom RV Münster feiert im schwedischen Jönköping beim Baltic-Cup sein DRV-Debüt – wenn auch mit gemischten Gefühlen.

Bereits am Donnerstagmorgen machten sich die beiden auf den Weg nach Kiel, wo alle Boote des 26-köpfigen DRV-Kaders auf einen großen Hänger verladen und auf die Fähre gen Göteborg gezogen wurden. Ihr Ziel: Der Mehrländerkampf der Ostsee-Anrainer für Junioren und Juniorinnen am Südzipfel des Vätternsees zwischen Göteborg und Stockholm. Münsters junges Aushängeschild im Einer freut und ärgert sich zugleich über diese Reise.

Traum zerplatzt

Klar, das erste Mal den blauen Stern des RVM gegen den Bundesadler zu tauschen, „ist schon etwas Besonderes und macht auch ein wenig stolz“, sagte das 16-jährige Kraftpaket kurz vor dem Start Richtung Norden. Doch die Freude darüber musste sich in Schwinde erst an einer dicken Enttäuschung vorbei ins Bewusstsein kämpfen. Eigentlich wollte er im August bei der Junioren-WM in Rio de Janeiro dabei sein, doch dieser Traum zerplatzte in allerletzter Sekunde beim finalen Test am Ergometer. Bei den Leistungsüberprüfungen im Frühstadium der Saison überzeugte Schwinde, war im Ranglistenrennen unter den schnellsten sechs Skullern. Die ersten drei waren gesetzt, über die letzten Plätze im WM-Boot entschied Bundestrainerin Brigitte Bielig per Leistungstest. Schwinde erzielte mit 6:15 Minuten für 2000 Meter persönliche Bestzeit, doch Marc Weber aus Gießen war neun Sekunden schneller. „Der Stachel saß schon tief nach dieser ansonsten sehr zufriedenstellenden Saison“, blickte der Nachwuchsmann zurück, aber eben auch nach vorne. „Ich freue mich sehr, für Deutschland zu rudern und will die Regatta gewinnen.“ Fehlendes Selbstvertrauen wird ihm im Einer über die am Samstag auszutragende 2000-Meter-Distanz und die am Sonntag zu rudernden 500 Meter nicht im Wege stehen, auch wenn er zuletzt kränkelte und das Training auf den Saisonzenit WM ausgerichtet war.

Erst seit zwei Jahren dabei

Das Duo Roßmeier/Schwinde, das seit zwei Jahren – länger rudert der Athlet noch gar nicht – zusammenarbeitet, will vor allem der Bundestrainerin mit einer starken Leistung beim „Trostpreis“ Baltic-Cup zeigen, dass für Weltmeisterschaften geeignet ist. Wenn schon nicht in diesem Jahr, dann eben im nächsten in Rotterdam. Der Umweg dahin führt über Jönköping.

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