Basketball: Oberliga
Abstieg ist kein Weltuntergang für Westfalias Basketballer

Münster -

Westfalia Kinderhaus ist Münsters Nummer eins in Sachen Handball, die Fußballer können sich mit dem Aufstieg in die Landesliga in der Stadthierarchie weit nach oben spielen – und die Basketballer? Verabschieden sich in die Landesliga – das Ende einer Ära? Mitnichten, sagt Trainer Alexander Strestik.

Donnerstag, 14.04.2016, 16:04 Uhr

Die Taktikbesprechungen bei den Basketballern von Westfalia Kinderhaus waren in der abgelaufenen Spielzeit nicht immer von Erfolg gekrönt.
Die Taktikbesprechungen bei den Basketballern von Westfalia Kinderhaus waren in der abgelaufenen Spielzeit nicht immer von Erfolg gekrönt. Foto: Jens Thorsten Grüber

Basketballer streben, das liegt in der Natur des Sports, schon rein körperlich grundsätzlich der Sonne entgegen – und dennoch sind die Korbjäger von Westfalia Kinderhaus im langen Schatten des überragenden münsterischen Marktführers UBC Münster immer prächtig gediehen. In Sachen Basketball war die Westfalia über viele Jahre die unangefochtene Nummer zwei in Münster – und muss sich urplötzlich ungewohnter lokaler Konkurrenz erwehren. In der kommenden Spielzeit müssen die Korbjäger aus Kinderhaus in der Landesliga antreten, in der Grauzone zwischen ambitioniertem Ballvortrag und fröhlichem Hobbykick. Zwei Jahre nach den Damen verabschiedeten sich in dieser Saison auch die Westfalia-Herren aus der Oberliga .

Schade, wie Trainer Alexander Strestik bestätigt, aber kein Weltuntergang. „Jetzt werden die Wege deutlich kürzer“, nimmt es der Chefcoach mit Humor, „und ganz im Ernst: Ich glaube, es ist für die Mannschaft auch mal ganz gut, drei Spiele in Serie zu gewinnen, als eine Klatsche nach der anderen zu kassieren.“

Künftig bekommt es die Westfalia also mit dem TuS Hiltrup und dem VfL Wolbeck zu bekommen – echte Derbys mit Spannungsgarantie. Leider ist allerdings auch wieder die Drittvertretung des UBC Münster mit von der Partie. Leider, weil die UBC-Dritte ihren Oberliga-Platz an die eigenen Zweitvertretung abtreten und als Vizemeisterden bitteren Gang in die Landesliga antreten muss. In der Landesliga dürfte dann am UBC kein Weg vorbeiführen, das Projekt Wiederaufstieg hat Strestik demzufolge auf der Agenda, aber zunächst auf Wiedervorlage. „Vielleicht in zwei, drei Jahren.“

Spiele, wie das vorletzte in der Oberliga, als sein Team gegen den ungeschlagenen Meister Westfalen Mustangs mit 92:113 ein munteres und hochklassiges Run-and-Gun-Spektakel ablieferte, dürften jetzt der Vergangenheit angehören – allerdings auch Spiele, wie das eine Woche später, als das Team mit gerade mal sechs Spielern nach Bünde reiste und dort sang- und klanglos mit 52:87 unterging. „Das war bezeichnend für die Saison“, so Strestik, „dieses Auf und Ab. in Bestbesetzung waren wir absolut oberligatauglich. Nur leider haben wir fast nie in Bestbesetzung gespielt.“

Die Kinderhauser Truppe spielte stattdessen, wie es die Sammlung der individuellen Terminkalender vorgab – für den Klassenerhalt sollte das nicht reichen. Nach der Saison fällt die Mannschaft dann auch weitgehend auseinander: Auslandssemester, Studienabschlüsse – natürlicher Verschleiß bei Studententruppen halt. Etwa sechs Spieler stehen aktuell zur Verfügung. „Wir arbeiten dran“, sagt Strestik, der schon Kontakt zu einigen potenziellen Rückkehrern hat und auch weiterhin auf die Zugkraft der Westfalia baut – die in Sachen Basketball immer noch zweite Kraft in Münster bleiben dürfte. Mit vier Herrenteams, zwei Damenmannschaften, einer weiblichen U17 und einer florierenden offenen U-12-Auswahl, aus der in der kommenden Spielzeit ausreichend Jungs und Mädchen für die U14 kommen dürften, lebt der Basketball in Kinderhaus. In der Spitze derzeit leicht lädiert, in der Breite bestens aufgestellt, soll schon in wenigen Jahren von der Kreis- bis zur Oberliga jede Klasse besetzt sein.

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