Triathlon: Dirksmeier Vierter in Schweden
Strafzeit bringt Dirksmeier um das Podium

Münster -

Das ist alles andere als rund gelaufen: Patrick Dirksmeier handelte sich bei seinem 70.3-Ironman in Jönköping (Schweden) eine Strafzeit von fünf Minuten ein und verpasste so den Sprung auf das Podest.

Sonntag, 10.07.2016, 18:07 Uhr

Strafzeit mit Folgen: Patrick Dirksmeier.
Strafzeit mit Folgen: Patrick Dirksmeier. Foto: Ingo Kutsche

Wer Regeln bricht, wird sanktioniert. Das ist ein Merkmal des Sports. Ein nicht unwesentliches. Selbst im Triathlon. Patrick Dirksmeier hat diese Erfahrung am Sonntag beim 70.3-Ironman in Jönköping ( Schweden ) leidvoll erfahren müssen – und hätte liebend gern drauf verzichtet. Die Folge: Eine Strafzeit brachte den Halb-Profi aus Münster um den anvisierten Platz auf dem Treppchen. Dumm gelaufen.

Dabei war der Tag alles andere als gebraucht. „Es lief nahezu perfekt, wann hast du das schon mal?“, blickte Dirksmeier im Anschluss schon mit einer Portion Wehmut zurück. Zurück auf einen Half-Ironman, der für ihn brillant begonnen hatte. Als Zweiter krabbelte er nach 1,9 Kilometern aus dem Wasser und brachte sich auf seinem Bike in Position. Bis, ja bis er an einer Bergpassage einen folgenschweren Fehler beging. An Position zwei liegend fuhr er zu dicht auf den führenden Belgier Frederik van Lierde auf. Zwölf Meter, das ist der Mindestabstand, den er hätte einhalten müssen. „Ich bin wohl auf neun Meter rangefahren“, glaubt Dirksmeier. Das Begleitmotorrad nahm sofort Fährte auf und signalisierte dem Juristen, das nächste Penalty-Zelt aufzusuchen. Das tat er – was blieb ihm anderes übrig. „Da habe ich dann fünf Minuten gesessen, viel nachgedacht, aber auch versucht, mich zu beruhigen und die Konzentration hoch zu halten.“ Bitter: Die Konkurrenz, die er zuvor eindrucksvoll auf Distanz gehalten hatte, musste er vor seinen Augen ziehen lassen.

Es spricht für Dirksmeier, dass er nicht zu sehr mit sich und dem Entscheid der Kampfrichter haderte. Der 32-Jährige kämpfte sich auf den letzten 50 der 90 Kilometer auf dem Rad zurück ins Rennen und absolvierte den finalen Halbmarathon in sensationellen 1:10 Stunden. Unter anderem zeigte er unterwegs Timo Bracht, 2012 Europameister sowie 2013 und 2014 Deutscher Meister über die Langdistanz, die kalte Schulter. Florian Seifert passierte er unmittelbar vor dem Ziel im Sprint. „Ich habe noch mal alles rausgehauen, das macht mich schon stolz“, bilanzierte der Münsteraner, der am Ende in 3:55:55 Stunden Vierter wurde. Nach Platz sieben im Kraichgau und Rang fünf in Luxemburg eine erneute Verbesserung. In den kommenden Wochen will sich Dirksmeier etwas Ruhe gönnen und sich mit der Freundin an die französische Atlantikküste in den Urlaub verabschieden. Das Mountainbike und seine Lauftreter hat er aber dabei. Und die Badehose auch – das versteht sich in Arcachon von selbst.

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