Tischtennis: Saisonstart
Lamhardt ersetzt Li in Hiltrup – NRW-Ligisten vor reizvollen Aufgaben

Münster -

Die Damen des TuS Hiltrup bleiben das Aushängeschild in Münsters Tischtennis-Szene. Allerdings muss der Oberligist den Weggang von Spitzenspielerin Lisa Li auffangen. In der NRW-Liga tummeln sich derweil die Damen und Herren von Borussia Münster sowie Neuling 1. TTC Münster

Mittwoch, 31.08.2016, 15:08 Uhr

Spitzenspielerin Lisa Li hat dem TuS in den vergangenen Jahren viel gegeben. Für sie rückt die hoch talentierte Mara Lamhardt in den Oberliga-Kader.
Spitzenspielerin Lisa Li hat dem TuS in den vergangenen Jahren viel gegeben. Für sie rückt die hoch talentierte Mara Lamhardt in den Oberliga-Kader. Foto: wh/TuS

Die Turnhalle Hiltrup-Mitte erstrahlt in diesen Tagen in frischem Glanz. Ein neuer Hallenboden sorgt für Halt und Farbe. „Das sieht richtig gut aus“, sagt TuS-Sportwart Ralf Bra­meier. Nun, der Einsatz der Handwerker hatte für die Sportler auch eine Schattenseite. Weil die Halle für den Trainingsbetrieb gesperrt war, musste der TuS umziehen und reichlich improvisieren. „Eine geregelte Saisonvorbereitung war nicht möglich, uns ist da einiges gekürzt worden“, so Bra­meier. Erst am Freitag ist wieder alles beim Alten.

Alles beim Alten? Das stimmt nur bedingt. Schließlich war das erste Damen-Team gezwungen, sich neu aufzustellen. Lisa Li hat den Oberligisten verlassen. Das vielfach ausgezeichnete Mathematik-Genie setzt sein Studium an der Uni Cambridge fort. „Wir wünschen ihr alles Gute, es ist für uns nicht nur sportlich ein herber Verlust“, sagt Brameier.

Li führte die Mannschaft mehrere Jahre als Spitzenspielerin an. Ihre Bilanzen waren positiv, sie hatte großen Anteil an den Erfolgen. Jetzt verschiebt sich die Statik im Team. Antonia Rewer ist die neue Nummer eins, mit ihr spielt Melanie Meredig im oberen Paarkreuz. Dagmar Krämer rückt an Position drei vor, neu in die Mannschaft kommt Mara Lamhardt. Die 13-jährige Bocholterin gilt als heraus­ragendes Talent. Obwohl noch im Schülerinnen-Alter stieß sie beim Top-32-Mädchen-Turnier des WTTV bereits ins Endspiel vor. Der Verband fördert Lamhardt nun in besonderer Weise, drei Mal in der Woche reist die junge Spielerin zum Kadertraining in die Sportschule Kaiserau. Brameier: „Lisa Li wird für uns so schnell nicht zu ersetzen sein. Doch Mara kann uns sehr helfen. Sie wird noch viel besser und hat eine großartige Perspektive.“

Bei der zweiten Mannschaft der DJK Holzbüttgen startet der TuS am Samstag (18.30 Uhr) in die neue Spiel­zeit. Sportwart Brameier erklärt, dass sich der Gegner im Sommer verstärkt habe und die Aufgabe schwierig sei. Aber das gilt ja für die gesamte Saison nach dem schwer wiegenden Verlust von Li. Zuletzt zählte Hiltrup zur oberen Tabellenhälfte, jetzt schauen alle in die untere. „Der Klassenerhalt ist das Ziel, es ist machbar“, glaubt Ralf Brameier.

► Zwei Abgänge, zwei Zugänge – es ist Bewegung bei Borussia Münsters Herren. Die letzte Saison schloss der NRW-Ligist auf Platz vier ab. Das wäre aus Sicht von Teamsprecher Henning Nicolas aktuell das Maximum. Sorgen müsse sich aber niemand machen. „Wir werden nicht in den Keller abrutschen, sondern im Mittelfeld einkommen“, sagt er. Maximilian Haddick und Michael Nübel haben das Team verlassen, Ingo Hantke und Tim Artarov sollen die Lücken schließen. Artarov, das Talent aus Gievenbeck, macht dabei einen großen Sprung. „Er kommt aus der Bezirksklasse. Diesen Unterschied wird er spüren“, vermutet Nicolas. Der Neue ist als Stammkraft eingeplant, Hantke, der in Lingen zu Hause ist und gerade Vater von Zwillingen wurde, bestreitet etwa die Hälfte aller Begegnungen. „Das ist so abgesprochen. Wechselweise werden Alexander Mesionzhnik und Franz Weitkamp aus der Reserve auf­rücken“, erklärt Nicolas, der sich auf eine „spannende Saison freut. Die NRW-Liga ist genau richtig für uns.“

► Vor zwei Jahren stieg der 1. TTC Münster aus der Landesliga in die Verbandsliga auf – gewollt. In der vergangenen Saison gelang über die Relegation der Durchmarsch in die NRW-Liga – ein bisschen gewollt. Und nun? „Jetzt gibt es den Willen, die Klasse irgendwie zu halten“, sagt Teamsprecher Simon Voß. Es wird ein schwieriges Unterfangen, denn der Wunsch nach Verstärkungen blieb unerfüllt. Tim Artarov und Alexander Mesion­zh­nik, zwei Talente aus Gievenbeck, zogen einen Wechsel zu Borussia Münster vor. „Wir bedauern das, perspektivisch wäre das sehr interessant gewesen“, so Voß. So bleibt personell alles beim Alten beim Neuling, der genau weiß, was auf ihn zukommt. „Uns erwarten einige herbe Pleiten, gegen einige Mannschaften besitzen wir schlicht und einfach keine Chance“, erklärt Voß. Wichtig sei, die Moral hochzuhalten und „voll da zu sein“ gegen die anderen Abstiegskandidaten. Der SV Brake, Samstag (18.30 Uhr, Hansaschule) erster Gegner, gehört unbedingt dazu.

► Erfahrung trifft Neugier: Damen-NRW-Ligist Borussia Münster setzt auf eine sehr interessante Mischung. An der Seite von Karla Eichinger und Susanne Heuing stehen ab sofort zwei junge und entwicklungsfähige Spielerinnen. Janina Gust ist bereits im zweiten Jahr bei den Borussen, Jule Koschinski kam im Sommer von Westfalia Kinderhaus. Sarah Bröker, nun in Lübeck beheimatet, hat den Club verlassen, Sabine Hausen (früher Linnemeyer) möchte nur sehr wenige Begegnungen bestreiten. Teamsprecherin Heuing hofft, dass sich Koschinski rasch an das neue Niveau gewöhnt. „Jule ist selbstbewusst und forsch. Wenn sie sich so schnell akklimatisiert wie Janina vor einem Jahr, werden wir viel Freude an ihr haben“, sagt sie.

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