Radsport
Fabian Wegmann ist alles andere als ein Pensionär

Münster -

Fabian Wegmann hat seine Profi-Karriere zwar beendet, doch dem Radsport ist der Münsteraner treuer denn je. Er ist nach der Laufbahn gefragter denn je. Auf lokaler wie auf internationaler Bühne. Vom Rentner-Dasein ist der bald 37-Jährige weit entfernt.

Freitag, 02.06.2017, 10:16 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 01.06.2017, 14:56 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 02.06.2017, 10:16 Uhr
Regulator beim Klassiker „Rund um den Finanzplatz Eschborn“: Münsters Ex-Radprofi Fabian Wegmann.
Regulator beim Klassiker „Rund um den Finanzplatz Eschborn“: Münsters Ex-Radprofi Fabian Wegmann. Foto: Roth/Augenklick

Fabian Wegmann hat umgesattelt. Er ist jetzt ein Handlungsreisender in Sachen Radsport. Früher, über 15 Rennjahre lang, fuhr er als Profi, wurde drei Mal Deutscher Straßenmeister und war bei der Tour de France, dem Giro d’Italia, Weltmeisterschaften und 2008 bei den Olympischen Spielen in Peking im Einsatz. Jetzt ist er, ja was eigentlich? Ein Profi-Pensionär?

„Ja genau, ich schlafe bis 11 Uhr und gehe dann frühstücken“, sagt er und lacht, wie immer. Es ist eines seiner Markenzeichen. Wegmann, der in diesem Monat 37 wird, ist meistens gut drauf. Deshalb ist er auch einer der Typen, den dieser Sport braucht. Eine Art Marken-Botschafter, einer, der überall zum Einsatz gebracht werden kann. Bei Riesenveranstaltungen oder im eher Kleinen. Schirmherr ist er zum Beispiel beim Elbers-Cup in Hiltrup am 23. Juni, auch bekannt als „Rund um die Marktallee“. Das Rennen ist nur wenige Jahre jünger als er selbst, ein lokales Event. Jetzt wirbt er für die neue Auflage, für den U-17-Wettbewerb sowie die Fette-Reifen-Rennen der Jüngsten. Schirmherr – ja, er wird den Startschuss geben. Guter Sport, gutes Rennen, er fühlt sich verbunden, auch weil er hier als Junior mal Zweiter wurde. Wegmann, Stammverein RSV Münster, hilft mit vor der eigenen Haustür.

Aber er ist natürlich auch beim Sparkassen-Münsterland-Giro am 3. Oktober eingebunden. Rennorganisator Rainer Bergmann hat früh Nägel mit Köpfen gemacht und den Berufsfahrer a. D. ins Team geholt. Er wird als Rennleiter fungieren bei dem Wettbewerb, den er nur zu gerne auch einmal gewonnen hätte. Bei der Premiere 2006 war es denkbar knapp, ein paar Jahre später reichte es einmal zum sechsten Rang. Fast immer war er dabei. Nun also ist er mit federführend im Einsatz der Organisation. Wegmann ist eines der Gesichter des Renn-Spektakels, auch nach dem Ende der Karriere.

Auf dem Rad sitzt er immer noch regelmäßig, bis zu vier Mal die Woche. Bauchansatz oder ähnliches, was Top-Sportlern nach der Laufbahn nicht selten abrupt widerfährt, sind nicht zu sehen. Außerdem halten die Kinder auf Trab, Otto (6) kommt bald in die Schule, Leni (3) geht in den Kindergarten, natürlich meist mit dem Rad gebracht.

Im nächsten Jahr steht dann eine große Aufgabe für den 36-Jährigen auf dem Programm, die jetzt schon vorbereitet wird. Die Deutschland-Tour kehrt zurück, auch Wegmann ist für die Streckenplanung zuständig. „Die Franzosen haben sich das einfacher vorgestellt“, weiß er. Denn der Münsteraner arbeitet für die Amaury Sports Organisation (ASO), die die Rechte am Rennen hält. Doch während der Veranstalter der Tour de France im Heimatland praktisch nach Belieben schalten und walten kann, ist die Rennstrecken-Legung hier nicht so einfach. Wegmann hilft. Er hat das auch schon als sogenannter ASO-Regulator in Frankreich getan.

Und überhaupt: Der Blondschopf könnte auch als Sportlicher Leiter aktiv werden, die entsprechende Lizenz hat er beim Weltverband erworben. Auch der erste Trainerschein ist gemacht. Er hat genug zu tun, auch bei der Tour im Juli: Die ARD hat ihn als Co-Kommentator für mindestens ein Wochenende gebucht.

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