Fußball: 3. Liga
Preußen Münster hofft auf die letzte Konsequenz

Münster -

Nach zwei Heimniederlagen geht‘s für den SC Preußen Münster an diesem Sonntag (14 Uhr) zum bislang daheim noch sieglosen FC Hansa Rostock. Preußen Trainer Benno Möhlmann könnte dabei deutlich zuversichtlicher an die Aufgabe herangehen, wenn seine Offensiv-Fachkräfte ein wenig mehr Zielgenauigkeit bewiesen hätten zuletzt gegen Werder Bremen II und Magdeburg.

Freitag, 25.08.2017, 15:08 Uhr

Fehlt den Preußen  im zentralen Mittelfeld: Danilo Wiebe (r.), hier in einer Szene gegen Rostocks Ronny Garbuschewski aus der vergangenen Saison.
Fehlt den Preußen  im zentralen Mittelfeld: Danilo Wiebe (r.), hier in einer Szene gegen Rostocks Ronny Garbuschewski aus der vergangenen Saison. Foto: Sebastian Sanders

Beide Spiele endeten 0:1 – trotz sehr guter Gelegenheiten, die die Münsteraner allesamt vergaben. Das soll im Ostseestadion besser werden. Außer der Treffsicherheit geht dem SCP ein weiterer Spieler leid ab: Danilo Wiebe muss wegen Adduktorenproblemen passen.

Zwei Spiele haben die Preußen nun hintereinander nicht gewinnen können, verloren jeweils 0:1 gegen Werder Bremen II und den 1. FC Magdeburg. An eine drohende „Abwärtsspirale“ denkt SCP-Trainer Benno Möhlmann vor der Auswärtspartie bei Hansa Rostock allerdings nicht: „Wir haben keine Angst, es war ja nicht gerade logisch, dass wir in zwei Heimspielen unsere vielen Chancen nicht verwerten“, sagte der Coach mit Blick auf die kommende Aufgabe an diesem Sonntag (14 Uhr) beim daheim noch sieglosen FC Hansa.

"Im Spiel hat man oft nur eine Chance"

Fraglich aus Preußen-Sicht, wer die zuletzt durchaus ansehnliche Chancenquote in Zählbares umsetzen soll – und: wie. Die letzte Konsequenz lässt sich eben schlecht trainieren. „Es fehlte zuletzt an der Entschlossenheit, an der Überzeugung – das kriegst du ja im Training nicht hin und im Spiel hast du ja oft nur diese ein Chance, die sitzen muss“.

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Wobei: Der Fokus ruht beim Auswärtsspiel nicht unbedingt auf dem Angriff allein. „Die werden uns fordern in der Defensive wie Offensive gleichermaßen“, glaubt Möhlmann und zwinkert in Richtung seines Kollegen Pavel Dotchev auf Rostocker Seite: „Ich kenne Pavel, er hat bislang mit all seinen Mannschaften hinten die Ordnung gehalten.“ In der Tat sind Möhlmann und Dotchev lange bekannt, seitdem beide in der Saison 1992/93 beim Hamburger SV (Möhlmann als Trainer, Dotchev als Spieler) waren.

Verletzung macht einen Strich durch die Rechnung

Möhlmann muss immer noch auf Nico Rinderknecht verzichten, der zwar in der Woche alle Trainingseinheiten mitgemacht hat, für den nach langer Auszeit ein Einsatz aber noch zu früh komme. „Die Zeit ohne Training war einfach zu lang“, betonte Möhlmann. Dass Lucas Cueto ebenfalls die Reise nach Rostock nicht mitmachen wird, ist nach seiner Beinhautverletzung keine Überraschung. Nun gesellt sich aber auch noch Danilo Wiebe hinzu. Der zentrale Mittelfeldspieler leidet an einer Adduktorenverletzung, hat in der Woche zwar separat trainiert, fällt an der Ostsee aber definitiv aus. Auch wenn Möhlmann sich angesichts dessen noch nicht und schlussendlich über das Spielsystem – 4-1-4-1 oder 4-4-2 im Klaren ist: „Wir müssen in Rostock auf dem Platz Farbe bekennen, in der Defensive möglichst nichts zulassen und vorne kaltschnäuzig sein.“

SC Preußen: Körber – Tritz, Kittner, Schweers, Menig – Mai – Rühle, Rizzi, Kobylanski, Heinrich – Grimaldi.

► Preußen-Torhüter Nils Körber wurde nach seinen überzeugenden Leistungen von U-21-Bundestrainer Stefan Kuntz für die anstehenden Länderspiele gegen Ungarn (Paderborn/1. September) und das EM-Qualifikationsspiel gegen den Kosovo (Osnabrück/5. September) berufen.

Der Kader für die Saison 2017/18 - Kurzporträts

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  • Das ist das Aufgebot des SCP für die neue Saison:
    (oben von links) Nico Rinderknecht, Fabian Menig, Simon Scherder, Adriano Grimaldi, Sebastian Mai, Ole Kittner, Jeron Al-Hazaimeh, Lion Schweers, Lennart Stoll, Philipp Hoffmann, (Mitte von links) Trainer Benno Möhlmann, Co-Trainer Sven Kmetsch, Torwarttrainer Milinko Gilic, Benjamin Schwarz, Stéphane Tritz, Sandrino Braun, Michele Rizzi, Tobias Rühle, Athletiktrainer Christian Krabbe, Physiotherapeut Matthias Haase, Teammanager Harald Menzel, Sportdirektor Malte Metzelder, (unten von links) Zeugwart Norbert Bussmann, Zeugwart Jürgen Keseberg, Martin Kobylanski, Nils Körber, Max Schulze Niehues, Luis Klante, Lucas Cueto, Mannschaftsarzt Dr. Cornelius Müller-Rensmann, Mannschaftsarzt Dr. Tim Hartwig. Auf dem Mannschaftsbild fehlen Tobias Warschewski und Moritz Heinrich.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Max Schulze Niehues (28 Jahre/Rückennummer 35): Die Ruhe selbst, immer mindestens solide, keine Extravaganzen. Der Freckenhorster war schon in der Jugend Preuße und ist es nun schon seit 2011 wieder.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Nils Körber (20/1): Herausforder aus der Hauptstadt. Das Hertha-Talent ist für ein Jahr ausgeliehen. Er pflegt einen draufgängerischeren Stil. Hatte Glück und konnte sich in den Tests öfter auszeichnen. Beherrscht den Strafraum, kommt früh raus.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Luis Klante (18/37): Klar definierte Rolle als Nummer drei, steht in der Regel für die U 19 im Bundesliga-Tor. Zuletzt ausgebildet in Hoffenheim.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Stéphane Tritz (30/2): Unter Trainer Benno Möhlmann aufgeblüht. Nie spektakulär, nie torgefährlich, aber dafür glänzend im Stellungs-, clever im Passspiel. Der Franzose ist, klammert man Schwarz aus, inzwischen der Oldie.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sebastian Mai (23/26): Der Sachse macht den Mund auf, Sprecher der Viererkette. Hat großartige Anlagen, leistete sich aber immer wieder Fehler. Dass er ein etwas verrückter Typ ist, sagt er selbst.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lion Schweers (21/25): Shootingstar der vergangenen beiden Jahre. Für sein Alter mit einer bemerkenswerten Ruhe am Ball und im Zweikampf – womit der Dortmunder durchaus bereits Proficlubs auf sich aufmerksam gemacht hat.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jeron Al-Hazaimeh (25/29): Darf seinen oftmals immensen Vorwärtsdrang neuerdings auch im Mittelfeld ausleben. Extrem treffsicher für einen Außenverteidiger. Kleine Konzentrationsschwächen im Rückwärtsgang. Neben dem Platz ein höflicher, aber eher stiller Vertreter.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ole Kittner (29/13): Ein echter Anführer, wären da nicht die häufigen kleineren Wehwehchen. Strahlt auf dem Feld Ruhe aus, kommt im Mannschaftskreis super an. Der gebürtige Münsteraner war bis letzten Sommer für über drei Jahre auch aufgrund diverser Knieverletzungen vereinslos und ohne Praxis.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Fabian Menig (23/5): Erfahrenster Neuzugang aus Aalen, hat die Freiburger Fußballschule absolviert. In der Defensive kann er alles spielen, jede Position in der Viererkette und sogar auf der Sechs. Hat sich schnell eingelebt und von Beginn an immer ein Lachen im Gesicht.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Simon Scherder (24/15): Ihn durfte der SCP nicht gehen lassen. Seit 2006 Preuße, das wirft man auch nach zwei Jahren Kreuzband-Pause nicht weg. Der Junge aus Dreierwalde tastet sich nun langsam, aber durchaus erfolgreich wieder ran.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Michele Rizzi (29/8): „Hinrunde Schrott, Rückrunde top“ – so fasste der Mittelfeldmann die Vorsaison zusammen. Auch er selbst steigerte sich nach der Winterpause deutlich. Nachdem er die Kapitänsbinde abgab, ist er nun wieder Vize. Ein echter Fixpunkt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Danilo Wiebe (23/21): Am Ball mit allen Fähigkeiten, kann ein Spiel lesen. Doch noch taucht er zu oft ab. Cleverer Bursche, der in dieser Saison im 4-1-4-1 mehr Verantwortung trägt und nun den nächsten Schritt in der Entwicklung gehen muss.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sandrino Braun (29/6): In seinem ersten Preußen-Jahr fand er kaum seinen Rhythmus und leistete sich rätselhafte Ballverluste. Nun will (und muss) der Träger stylischer Hüte allen Kritikern zeigen, dass er mit fast 150 Drittliga-Partien kein Fehleinkauf ist.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Nico Rinderknecht (19/17): Für ein Jahr aus Ingolstadt ausgeliehen, wo er als zentraler Mittelfeldspieler in der Reserve sechs Tore machte. Hat auch schon fünf Minuten (für Eintracht Frankfurt, gegen Borussia Dortmund) in der Bundesliga gekickt. Kurz vor dem Saisonstart im Pech und durch eine Verletzung zurückgeworfen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Benjamin Schwarz (30/23): Erfahrung, Energie und Laufbereitschaft des Routiniers mit dem bayrischen Akzent täten der jungen Truppe gut. Doch frühestens im Frühjahr wird er nach seiner x-ten Knie-OP wieder ein Thema. Der Ur-Münchener würde seine Karriere danach gerne in Münster fortsetzen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lennart Stoll (21/18): Backup hinten rechts? Oder Allrounder im Mittelfeld? So oder so hält Möhlmann eine Menge vom wissbegierigen und waschechten Münsteraner, der nicht mehr weit weg ist von einem Stammplatz.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lucas Cueto (21/7): Für den 1. FC Köln schoss er einst die Tornetze der Jugend-Bundesliga auseinander. In der Schweiz beim FC St. Gallen folgte ein kleiner Knick, auch aufgrund von Verletzungen. Die bremsten ihn bisher auch bei den Preußen weitgehend aus.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Hoffmann (25/20): Sympathieträger neben dem Feld, Hoffnungsträger auf dem Rasen. Ein Patellasehnenriss kostete ihn fast ein Jahr der Karriere. Nun hat er sich wieder ganz nah an die erste Elf herangerobbt. Findet er seine alte Form, ist er eine variable Waffe.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Martin Kobylanski (23/10): Stolzer neuer Träger der Nummer 10. Wie aus der Pistole geschossen antwortete er auf die Frage nach dem Preußen-Gründungsjahr – „1906“! Hat sich als Winter-Einkauf von der ersten Sekunde an komplett auf den neuen Club eingelassen. Feste Größe, muss aber noch Konstanz finden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Moritz Heinrich (20/27): Ein Löwe, seit er sechs ist. Nun plötzlich im Adlerhorst gelandet. Spannende Vita, in Münster will er seiner Laufbahn wieder neuen Schwung verleihen. Möhlmann fand ihn als A-Junioren bei den Sechzigern schon spannend.

    Foto: Thomas Rellmann
  • Tobias Rühle (26/11): Kann mehr als nur Freistöße und Elfmeter herausholen. Stets unterwegs, muss sich von Hintermann Tritz oft ein „Rülle, Rülle“ anhören. Fehlt in keiner Wunschelf – jedoch dürfte es etwas mehr als nur ein Tor in der Saison sein.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Adriano Grimaldi (26/39): In seiner Rolle als Kapitän geht er förmlich auf. Hält die Bälle, leitet sie weiter, drückt sie mit Fuß oder Kopf ins Tor. Aktuell ist er der Schlüsselspieler schlechthin. Bleibt er diesmal fit, wird er wahrscheinlich noch mal für Zweitligisten interessant.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Warschewski (19/16): Kaum zu glauben, nun beginnt sein erstes echtes Seniorenjahr. Will gerne mehr sein als nur Joker, sammelte Erfahrung bei der U-19-Nationalelf, steht auf der Wunschliste diverser Bundesligisten. Doch Preußen will ihn natürlich auch längerfristig binden. Ist noch etwas unorganisiert, dafür als Youngster durchaus anerkannt im Team.

    Foto: Jürgen Peperhowe
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