Tischtennis: Verbandsliga
Herbstmeister – Coole Reaktion des 1. TTC nach dem Abstieg

Münster -

Wirklich zu erwarten war dieser Höhenflug nicht. Mit 18:0 Punkten führt der 1. TTC Münster nach der Hinserie die Verbandsliga an. Nach dem Abstieg aus der NRW-Liga hat sich das Team auf der Position eins verstärkt, doch etwas überrascht sind die Spieler schon.

Dienstag, 28.11.2017, 14:11 Uhr

Alexander Wehling spielt im oberen Paarkreuz des Tabellenführers eine überragende Saison.
Alexander Wehling spielt im oberen Paarkreuz des Tabellenführers eine überragende Saison. Foto: fotoideen.com

Nicht gut genug für die NRW-Liga, zu gut für die Verbandsliga: Auf den ersten Blick ist der 1. TTC Münster weiter auf der Suche nach einer Klasse, die ihn fordert und nicht überfordert. Am Samstag hat der Verbandsliga-Primus im Spitzenspiel gegen den TB Beckhausen (9:6) die Herbstmeisterschaft klargemacht. Mit 18:0 Punkten führt er das Tableau derzeit souverän an. Nach dem Abstieg aus der NRW-Liga war diese coole Reaktion nicht zu erwarten.

Auf und davon? Im Alleingang und ohne ernsthaften Konkurrenten? Manchmal lohnt sich ein zweiter Blick, und der mahnt den TTC zu Vorsicht und Bescheidenheit. So lässig, wie es das Tabellenbild vermittelt, gehen die Münsteraner nicht ihren Weg. Fünf ihrer neun Begegnungen gewannen sie knapp 9:6, gegen Nachbar Hiltrup (9:7) mussten sie sogar ins Abschlussdoppel. „Unsere Spiele dauern meistens länger als vier Stunden. Das zeigt, wie eng es zugeht. Langeweile hatten wir jedenfalls noch nie“, sagt Mannschaftssprecher Simon Voß .

Einfach kann jeder. Der TTC kann auch schwierig. „Irgendwie reicht es am Ende immer. Vermutlich haben wir einen Lauf“, meint Voß. Eine hohe Qualität in den Doppeln unterscheidet den Tabellenführer von den Verfolgern. Die 24:7-Bilanz ist Ligabestwert. Auch im Gipfeltreffen mit Beckhausen (14:4 Punkte) stach Münsters bester Trumpf. Der TTC schnappte sich gleich zu Beginn alle drei Doppel, es war der Grundstein zum Erfolg. „Zwei Paarungen sind über Jahre eingespielt, das hilft natürlich. Aber wir haben die Doppel auch im Training auf dem Zettel“, erklärt Voß.

Und dann hat sich das Team aus der Hansaschule zu Beginn der Serie ja auch noch verstärkt. Niklas Pils­czek wechselte aus Dresden ins Münsterland. Die neue Nummer eins (9:9-Bilanz) hat sich rasch etabliert und bildet mit dem überragenden Alexander Wehling (12:4) ein formstarkes obereres Paarkreuz. Noch erfolgreicher setzte sich in der Hinrunde die „Mitte“ in Szene: Simon Voß (11:6) und Thomas Boonk (11:4) geben dort richtig Gas, vorzüglich ist außerdem die Bilanz von Markus Frehe (10:3) an Position sechs.

Der 1. TTC gleitet auf einer Erfolgswelle, doch er sieht sich noch lange nicht am Ziel. Schon das letzte Hinrundenspiel am Wochenende in Greven werde beinhart, versichert Voß. „Und dann steht ja noch die komplette Rückrunde aus.“ Dem direkten Wiederaufstieg würde sich die Truppe nicht verschließen. „Wenn es denn so kommen sollte, nehmen wir das gern an“, sagt Voß, „aber wir brauchten dann noch einen neuen Mann als Verstärkung. Die NRW-Liga ist eine andere Hausnummer. Wir wissen das aus eigener Erfahrung.“

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