Boxen: Deutsche Meisterschaft
Titeltraum von Boxer Patrick Walfort ist nur aufgeschoben

Münster/Lübeck -

Patrick Walfort vom Boxzentrum Münster musste auf das Finale bei der Deutschen Meisterschaft in Lübeck verzichten. Der 23 Jahre alte Schwergewichtler hatte sich in der Klasse bis 91 Kilogramm im siegreichen Halbfinale gegen Roman Gorst eine Handverletzung zugezogen.

Sonntag, 10.12.2017, 18:12 Uhr

Sieg im Halbfinale: Patrick Walfort (links) bezwingt Turnierfavorit Roman Gorst trotz einer Handverletzung.
Sieg im Halbfinale: Patrick Walfort (links) bezwingt Turnierfavorit Roman Gorst trotz einer Handverletzung. Foto: privat

Der Titelgewinn war zum Greifen nah nach dem Sieg im Halbfinale. Mit 4:0-Richerstimmen hatte Patrick Walfort gegen den Turnierfavoriten Roman Gorst (SV Pocking) gewonnen. Nur noch der Erfolg im Finale gegen Eugen Waigel fehlte. Doch dann stoppte den Schwergewichtler vom Boxzentrum Münster die linke Hand, in der zweiten Runde gegen Gorst hatte sich der 23-Jährige wohl einen Bruch des Mittelhandknochens zugezogen. „Als ich den Handschuh ausgezogen hatte, schwoll die Hand sofort an“, sagte er. Und nach der ersten Röntgen-Untersuchung steht fest, dass Walfort operiert werden muss. Natürlich bedeutete das am Freitag auch das Aus für das DM-Finale bei den Meisterschaften in Lübeck.

Dennoch war das für den aktuellen NRW-Meister der größte Erfolg als Boxer. Mit dem Gewinn der Silbermedaille kämpfte sich der gebürtige Ahauser, der als Sozialpädagoge für die Caritas in der Flüchtlingshilfe arbeitet, in den Vordergrund. Die Verletzungspause, vermutlich sechs Wochen lang, wirft ihn nicht aus der Bahn. Denn: „Ich wollte sowieso sechs Wochen eine Auszeit nehmen.“ Er kommt wieder.

Zuletzt war der Stress groß, vier Mal in der Woche trainierte er in Münster, vier Mal Ahaus-Münster-Ahaus, mindestens 16 Stunden musste er allein dafür investieren. Zudem Krafttraining am Wohnort, Schwimmen und Reha-Arbeit. Viel Stress, aber der Wechsel ins Boxzentrum Münster hat sich gelohnt, Trainer Hamdi Yildeirim freute sich über zwei blitzsaubere Kämpfe bei der DM in der Klasse bis 91 Kilogramm. Münster hat, nachdem vor einigen Jahren Soner Ün an die Tür der deutschen Spitzenklasse im Schwergewicht klopfte, wieder einen „schweren Jungen“ mit Perspektive. Olympia 2020 in Tokio? Das könnte bei einer vernünftigen Weiterentwicklung ein Thema werden. Das Comeback für 2018 ist sicher, dann dürfte er die Kreismeisterschaften auslassen. Aber ab Westfalen- und NRW-Ebene wird Patrick Walfort immer zu den Topfavoriten zählen, Ende des Jahres 2018 wird er einen weiteren Anlauf bei der DM wagen. Gerade das Halbfinale gegen Gorst, trotz der Verletzung, gibt ihm Zuversicht. Die erste Runde gewann Walfort klar, in der zweiten Runde steckte er die Handverletzung und einen Ellenbogenschlag auf den Hinterkopf weg. Die dritte Runde überstand er trotz Schmerzen erfolgreich. Ein bisschen darf er sich wie ein Meister fühlen, DM-Silber ist ein dickes Trostpflaster.

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