Fußball: 3. Liga
Sandrino Braun ist bei den Preußen plötzlich unverzichtbar

Münster -

Er kommt immer besser in Tritt. Dabei galt er in diversen Transferperioden sogar schon als Streichkandidat. Doch Sandrino Braun hat sich zurückgekämpft. Bis kurz vor Weihnachten war er beim SC Preußen kaum gefragt, nun ist er plötzlich Leistungsträger.

Mittwoch, 14.02.2018, 14:02 Uhr

Bissig im Zweikampf statt betrübt auf der Bank: Mittelfeldspieler Sandrino Braun hat sich zurück in die Mannschaft gespielt und ist unter Trainer Marco Antwerpen mehr als eine feste Größe geworden.
Bissig im Zweikampf statt betrübt auf der Bank: Mittelfeldspieler Sandrino Braun hat sich zurück in die Mannschaft gespielt und ist unter Trainer Marco Antwerpen mehr als eine feste Größe geworden. Foto: Jürgen Peperhowe

Vom Bankdrücker zum Leistungsträger – die Geschichte des Sandrino Braun ist im Fußballgeschäft keine ungewöhnliche. Und trotzdem durchaus bemerkenswert. Denn im Sommer 2016 galt der Mittelfeldspieler als einer der drei Königstransfers, doch satte eineinhalb Jahre zündete er nicht so richtig beim SC Preußen . Sein einstiger Förderer Horst Steffen war nach wenigen Monaten seinen Trainerjob los, Nachfolger Benno Möhlmann galt nicht als Fan des heute 29-Jährigen, der vor allem über Zweikampf- und Laufstärke kommt. Als im Dezember Marco Antwerpen neuer Chefcoach wurde, witterte der nie griesgrämige Blondschopf seine Chance. Und nutzte sie. „Die Zeiten waren nicht immer einfach für mich, aber ich weiß, was ich kann. Und ich wusste, dass ich irgendwann zurückkommen werde.“

Die Zahlen allein trügen natürlich nicht. Von 19 Hinrundenspielen absolvierte der Badener, der mit seiner Spielweise im SCP-Kader ein Alleinstellungsmerkmal besitzt, gerade mal sieben, vier davon über die volle Dauer. Nur Ende Oktober reihte er mal zwei Begegnungen aneinander. Seine Durchschnittsnote lag mit 3,3 noch in einem ordentlichen Bereich – seit der Winterpause beträgt sie in fünf Partien 2,7. So stabil präsentierte sich keiner seiner Kollegen in dieser Zeit. Enttäuschend verlief die erste Saison, in der Braun 16 Mal auflief und einen Notenschnitt von 3,9 aufwies. „Aber auch unter Benno Möhlmann war nicht alles schlecht, was ich gezeigt habe. Wenn etwas verändert werden musste, hat es eben meist mich getroffen. Aber viel vorwerfen konnte ich mir nicht.“

Mit Antwerpen kam für ihn persönlich die Wende. Selbst als er zum Jahresauftakt in Meppen das finale 0:2 mit einem Fehlpass einleitete, nahm ihm das der neue Boss nicht krumm. „Er redet sehr viel mit mir, gibt mit Selbstvertrauen, das tut gut. Die Leistung, die ich im Moment zeige, war früher bei den Stuttgarter Kickers meine Normalform.“

Neben Braun blühte als zweiter Sechser parallel auch Danilo Wiebe auf. Der muss mit Verdacht auf Kreuzbandanriss lange zusehen. Auch Nico Rinderknecht wird mit einer Knochenprellung noch einige Tage fehlen. „Wir haben mit Michele Rizzi oder Simon Scherder aber auch noch andere, die dort spielen können – auch wenn Danilos Verletzung sowohl für ihn persönlich als auch für das Team sehr bitter ist“, sagt Braun. Wer am Freitag (19 Uhr) im Flutlicht-Heimspiel gegen Hansa Rostock sein Partner ist – offen. Gegen die Kogge sieht er so oder so gute Chancen: „Solche Teams liegen uns besser.“ Und bisher hat sich Antwerpen immer einen Kniff einfallen lassen. „Wir versuchen, seinen Plan immer bestmöglich umzusetzen. Der sieht von Spiel zu Spiel anders aus, aber einheitlich ist immer, dass wir hinten wenig zulassen und schnell nach vorn spielen wollen“, sagt Braun. „In der Mannschaft hat es ja immer gestimmt. Jetzt passen auch die Ergebnisse weitgehend.“ Auch wenn das 1:3 in Magdeburg in dieser Hinsicht ein Rückschlag war, ist der Kilometerbolzer in Münster angekommen. „Privat habe ich mich hier sowieso immer wohl gefühlt – beruflich war es ja zunächst eher schwer.“

Da sich nun aber auch das Sportliche eingependelt hat, spräche ja eigentlich wenig gegen einen Verbleib an der Hammer Straße. Der Vertrag läuft zwar im Sommer aus, doch eine Klausel, die ab einer gewissen Anzahl an Spielen eine Verlängerung nach sich zieht, hatten auch seine Kumpel Michele Rizzi und Tobias Rühle. Bei ihnen griff sie frühzeitig, der Berater war vor zwei Jahren derselbe. Braun möchte dazu gar nicht so viel sagen. „Im Moment mache ich mir keine großen Gedanken um die Zukunft – ich möchte mich voll und ganz auf die Rückrunde konzentrieren. Alles andere wird sich ergeben.“

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