Fußball: 3. Liga
Nach der Lizenz ist vor der Lizenz – Preußen planen neue Saison

Münster -

Die Lizenz für die Kapitalgesellschaft hat der SC Preußen rückwirkend für die laufende Saison erhalten, nun geht es bereits um das Nachfolgedokument für die Spielzeit 2018/19. Parallel laufen die Gespräche mit Spielern des aktuellen Kaders auf Hochtouren.

Donnerstag, 01.03.2018, 16:03 Uhr

Jede Menge Arbeit verrichtet, jede Menge Arbeit steht noch bevor: Preußen-Sportchef Malte Metzelder und Präsident Christoph Strässer sind bereits mitten in den Planugnen für die neue Saison.
Jede Menge Arbeit verrichtet, jede Menge Arbeit steht noch bevor: Preußen-Sportchef Malte Metzelder und Präsident Christoph Strässer sind bereits mitten in den Planungen für die neue Saison. Foto: Jürgen Peperhowe

Als der SC Preußen Münster die letzte Klippe in Sachen Ausgliederung und nachträglicher Lizenzerteilung beim DFB genommen hatte, baute sich bereits die nächste Hürde auf. Die Lizenz für die aktuelle Saison hat der Drittligist nun auflagenfrei sicher und amtlich – die Unterlagen für die nächsten Spielzeit 2018/19 sind ebenfalls bereits eingereicht für 3. Liga wie auch viertklassige Regionalliga. Der Verband prüft nun.

Die Abstiegsgefahr ist nicht gebannt, deshalb gingen Präsident Christoph Strässer und seine Mitstreiter auf Nummer sicher mit der Regionalliga-Planung in der Hinterhand. „Im Vorjahr haben wir vorsichtshalber die Lizenz für die 2. Liga auch beantragt, dieses Mal für die Regionalliga“, sagt Strässer. „Das alles war schwierig bei diesem Zeitdruck. Noch eine Ausgliederung mache ich nicht.“

Aber es könnte sich auszahlen für den SCP, denn durch die nachträgliche Anerkennung der Ausgliederung für die gesamte laufende Saison dürfte der Steuervorteil im sechsstelligen Euro-Bereich liegen. Nun geht der Blick nach vorn. Das Investorenmodell steht am Anfang, deshalb planen die Preußen für die nächste Spielzeit mit einem vergleichbaren Etat wie 2017/18. Zwischen 6,5 bis 7,0 Millionen Euro ist das Budget angelegt, rund 3,2 Millionen Euro möchte Sportchef Malte Metzelder für sein Personal ausgeben dürfen.

Allerdings wird ein neuer Hauptsponsor gesucht, Tuja stellt sein Engagement bekanntlich ein. Damit dürften dem SCP mindestens 750 000 Euro per anno fehlen. „Wir werden einen Nachfolger finden, mit den Geldern aus den DFB-Fördertöpfen kommen wir dann vielleicht plus minus null raus“, umreißt Metzelder die schwierige Gemengelage. Trikotsponsoren in der 3. Liga werden eher mit 300 000 bis 400 000 Euro taxiert.

Vom DFB wird ein Anstieg im TV-Geld von rund 700 000 auf 800 000 Euro erwartet. Zudem sind Einnahmen durch die Einführung des einheitlichen Balls wahrscheinlich. Nachdem Adidas nicht mehr das Spielgerät in der 1. und 2. Bundesliga stellt, weil Derbystar den Zuschlag erhalten hat, steigt das Unternehmen aus Herzogenaurach in der 3. Liga größer ein. Profitieren werden davon die Clubs.

Bei der Zuschauererwartung bleibt der Club konservativ. Aktuell hat der SCP einen Schnitt von 6844 Besuchern, 88 972 Menschen sahen die 13 Partien im Preußenstadion. Mit knapp 7000 Besuchern wird für die nächste Saison kalkuliert.

Vertragssituation des aktuellen Kaders

► Bei zehn Profis aus dem aktuellen Aufgebot des SCP endet der Kontrakt im Sommer.

Vertragsende 2018, Tor: Nils Körber (Leihe von Hertha BSC), Luis Klante

Abwehr: Sebastian Mai, Ole Kittner, Jeron Al-Hazaimeh, Stéphane Tritz

Mittelfeld: Sandrino Braun, Danilo Wiebe, Benjamin Schwarz, Nico Rinderknecht (Leihe vom FC Ingolstadt).

Angriff: Adriano Grimaldi

► Aktuell stehen bereits eine Reihe von Akteuren unter Vertrag, bei Michele Rizzi und Tobias Rühle verlängerten sich die Arbeitspapiere automatisch um eine dritte Saison. Mit Philipp Hoffmann und Simon Scherder wurde bereits bis 2020 verlängert. Die längste Vertragsdauer hat der erst 17-jährige Cyril Akono, das Angriffstalent wurde bis Sommer 2021 gebunden.

Tor: Max Schulze Niehues (bis 2019)

Abwehr: Fabian Menig, Lion Schweers (beide bis 2019), Simon Scherder (bis 2020)

Mittelfeld: Moritz Heinrich, Michele Rizzi, Lennart Stoll, Lucas Cueto (alle bis 2019), Adrian Knüver, Julian Conze, Philipp Hoffmann (alle bis 2020)

Angriff: Tobias Rühle, Martin Kobylanski (beide bis 2019), Tobias Warschewski (bis 2020), Cyril Akono (bis 2021)

...

Der Kader nimmt unterdessen Formen an, weil mit Philipp Hoffmann und Simon Scherder zwei Verträge verlängert wurden. Der nächste könnte Danilo Wiebe sein. „Wir haben mit ihm gesprochen. Mit seiner Entwicklung sind wir zum einen zufrieden, zum anderen haben wir unsere Unterstützung angeboten“, sagt Metzelder. Der Spieler fällt mit einem Kreuzbandriss ein halbes Jahr aus, sein auslaufendes Arbeitspapier soll dennoch verlängert werden. Auch Linksverteidiger Jeron Al-Hazaimeh möchte der Verein binden.

Zehn Kontrakte enden: Darunter auch die von Kapitän Adriano Grimaldi, Ole Kittner und Sandrino Braun. Gebunden sind bereits 15 Akteure, wobei sogenannte „Brückenspieler“ wie Julian Conze oder Adrian Knüver eingerechnet sind. Das alles läuft auf einen 22-köpfigen Kader und auf ein halbes Dutzend Zugänge hinaus.

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