Fußball: Sepp-Herberger-Urkunde
Große Auszeichnung für BW Aasee und Sonius

Münster -

Bei BW Aasee genießt Inklusion einen hohen Stellenwert. Der Verein erhielt daher jüngst eine besondere Auszeichnung. Der DFB überreichte die Sepp-Herberger-Urkunde in der Kategorie Behindertenfußball. Hier engagiert sich vor allem Dietmar Sonius.

Freitag, 20.04.2018, 12:46 Uhr aktualisiert: 20.04.2018, 15:40 Uhr
Dietmar Sonius vor Kunst im Raum (im Vereinsdomizil) und mit der Sepp-Herberger-Urkunde, die dem Trainer und dem SV BW Aasee feierlich überreicht wurde.
Dietmar Sonius vor Kunst im Raum (im Vereinsdomizil) und mit der Sepp-Herberger-Urkunde, die dem Trainer und dem SV BW Aasee feierlich überreicht wurde. Foto: Jürgen Beckgerd

Wenn es in Münsters Sportvereinen einen Adressaten gibt, der sich ebenso intensiv wie erfolgreich und nachhaltig um das Thema Inklusion bemüht, dann ist das Blau-Weiß Aasee . Seit rund 20 Jahren hat sich der Verein mit Stammsitz in der Aaseestadt dem Thema verschrieben und richtet einen gehörigen Teil seiner ehrenamtlichen Schaffenskraft eben auf den Sport mit gehandicapten Menschen aus. „Von sechs Jahren bis zum Erwachsenenalter“, schildert Dietmar Sonius die Zielgruppe des fußballerischen Engagements und nennt das ganz ohne Pathos „Willkommenskultur“. Ganz ehrlich, aber auch nicht ganz einfach: „Wo fängt Inklusion an – etwa bei Verhaltensauffälligkeiten? Wie groß ist denn ein Handicap?“, fragt Sonius.

Und weil der Sonderpädagoge und seit über 25 Jahren bei BWA als Coach tätige 60-Jährige mit insgesamt elf Trainern darauf und auf die meisten weiteren Fragen eine Antwort nicht nur weiß, sondern auch gibt, muss der Verein nun einen besonderen Platz in seinem Domizil an der Bonhoefferstraße suchen: für die Sepp-Herberger-Urkunde, die Sonius und BW Aasee in Mannheim überreicht wurde – die wohl höchste Auszeichnung, die ein Club für das ehrenamtliche Engagement in Deutschland erhalten kann.

„Der erste Platz in der Kategorie Behindertenfußball geht an den SV Blau-Weiß Aasee aus Münster. Der Verein setzt sich besonders für die Integration behinderter Menschen ein und fördert den inklusiven Sport. Dietmar Sonius ist der Motor der Initiative. Sonius gelang es, eine Idee nicht nur in die Tat umzusetzen, sondern auch dauerhaft als zusätzlich belebendes Element in die Vereinsarbeit zu integrieren“, hieß es in der Laudatio. 15 Preisträger erhielten in den Kategorien Behindertenfußball, Resozialisierung, Schule und Verein, Fußball Digital sowie Sozialwerk die mit Geld- und Sachpreisen in einer Gesamthöhe von 60 000 Euro dotierten Auszeichnungen. DFB-Vizepräsident Eugen Gehlenborg, Vorsitzender der Sepp-Herberger-Stiftung, sagte zu dem großen Engagement des münsterischen Vereins: „Es wird viel über Inklusion geredet. Hier beim SV Blau-Weiß Aasee wird es konkret gemacht.“

Es war viel Prominenz dabei im Mannheimer Rosengarten, als Sonius die bemerkenswerte Auszeichnung entgegennahm: beispielsweise DFB-Präsident Reinhard Grindel, die Trainer-Ikonen Otto Rehagel und Ottmar Hitzfeld, Horst Eckel, der Weltmeister von 1954, sowie Uwe Seeler und DFB-Vize Hermann Korfmacher. Die beiden standen neben Sonius auf der Bühne, als der Preis überreicht wurde. Zuvor wurde der extra gedrehte Film über die Arbeit bei BWA gezeigt. „Ein Highlight“, wie Sonius schildert. „Toll, für zwei Stunden einmal Teil der ganz großen Fußballfamilie zu sein.“ Der Preis: „Eine Verpflichtung, so weiterzumachen“, sagt Sonius, der eines nicht verhehlt: „glücklich und stolz“ gewesen zu sein, als die Urkunde überreicht wurde. Nachlassen gibt es für ihn nicht. „Laufen, Tischtennis, Badminton: Die Entwicklung schreitet voran“. Vorgeschlagen für die Auszeichnung wurden Sonius und der Club übrigens vom Fußball-Verband Westfalen. So ist es üblich. Eigene Bewerbungen sind nicht möglich – auch daraus resultiert die große Relevanz des Preises.

Der gibt Anlass, auch mal Wünsche zu äußern. „Mehr Mädchen“, sagt Sonius. Zurzeit betrage deren Anteil gerade einmal zehn Prozent. Auch etwas mehr logistische Unterstützung würde Sonius annehmen. Beispielsweise in Form von Fahrmöglichkeiten zu den Auswärtsturnieren. Dagegen kann sich der engagierte Coach über die Begleitung durch ebenso engagierte Trainerkollegen sicher sein. Eine weitreichende Vernetzung mit anderen Organisatoren (beispielsweise die Uni Münster) und Sportvereinen besteht bereits. Zuletzt brachte sich der SC Preußen mit einer engen Kooperation ein.

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