Leichtathletik: Marathon-DM
Großer Silber-Coup mit Gegenregen für LSF-Trio in Düsseldorf

Münster -

Drei Typen, drei Geschichten, ein gemeinsamer Triumph: Ein Jahr nach Mannschaftsbronze bei der Marathon-DM in Frankfurt setzten David Schönherr, Yannick Rinne und Sven Serke in Düsseldorf noch einen drauf. Dort wurden die Laufsportfreunde bei Regenwetter Zweite.

Montag, 30.04.2018, 14:04 Uhr

Schnellster im LSF-Team: David Schönherr
Schnellster im LSF-Team: David Schönherr Foto: Jürgen Peperhowe

Gefeiert wird am Freitagabend, wenn die drei Laufsportfreunde einen Zug durch Münsters Altstadt unternehmen. Tags nach dem bisher größten gemeinsamen Erfolg war erst mal Regeneration angesagt: Die 42,195 Kilometer bei den Deutschen Marathon-Meisterschaften in Düsseldorf steckten David Schönherr, Sven Serke und Yannick Rinne verständlicherweise noch in den Knochen. In 7:32,53 Stunden sicherten sich die drei Münsteraner die Silbermedaille in der Mannschaftswertung dieser DM und toppten damit auch noch das Ergebnis vom Vorjahr, als das LSF-Trio in Frankfurt/Main in 7:37,54 Stunden DM-Bronze gewonnen hatte.

Diesmal gelang der große Coup sogar bei widrigen Bedingungen – ohne die es den drei Athleten anscheinend nicht ganz so viel Spaß macht: In Frankfurt blies Sturmtief „Herwart“ von vorne, hinten und der Seite, nun in Düsseldorf kam’s von oben. „Bei Kilometer sechs fing es an, in Strömen zu regnen“, schilderte Rinne, der seine persönliche Bestzeit – gelaufen auf dem flinken Kurs in Berlin – dennoch um 1:13 Minuten auf 2:31,19 Stunden verbesserte. Es war der Lohn harter Arbeit. „Ich habe meine Kilometerzahl im Training und im Trainingslager noch mal erhöht“, schilderte Rinne.

Mit sich und der Welt zufrieden war auch Schönherr, der zwar mit 2:29,44 Stunden unter den angepeilten 2:30 Stunden blieb, aber an seine Bestzeit nicht herankam. 2:26,53 Stunden hat Schönherr dort stehen, gelaufen ebenfalls in Berlin. Allerdings musste der 29-Jährige sich in Düsseldorf regelrecht durchbeißen. Eine Zahnwurzelentzündung zuvor machte dem Physiotherapeuten arg zu schaffen, das Trainingspensum musste auf null reduziert werden. „Ich kam erst gar nicht in den Rhythmus und wollte bestimmt drei- oder vier Mal aussteigen“, sagte Schönherr. „Ich hatte mir schon Punkte rausgesucht, an denen es am günstigsten wäre, um nicht so weit zurücklaufen zu müssen.“ Trainer Marcel Reinhold leistete da ganze Arbeit: „Er hat reingerufen, dass ich schließlich der Kapitän sei und wir auf Medaillenkurs lägen“, schilderte Schönherr. „Irgendwann wusste ich, dass es reichen könnte. Am Ende war ich stolz, aber es war ein ganz harter Kampf.“ Die abschließende Siegerehrung aber „schenkte“ sich Schönherr, da forderte Sohnemann Paul sein Recht. Spätestens im Herbst wird Schönherr senior wieder am Start sein: beim Volksbank-Münster-Marathon am 9. September.

Serke war ebenfalls obenauf, nicht nur aufgrund seiner Zeit, obwohl er gut vier Minuten über seiner im Jahr 2014 aufgestellten Bestmarke (2:27,03) blieb. „Mit Silber haben wir natürlich überhaupt nicht gerechnet“, sagte Serke, der in der Altersklassenwertung M 40 Zweiter hinter dem Wolfsburger Valentin Harwardt (2:33,00 Stunden) wurde. „David ist vorweg gelaufen. Yannick und ich haben uns gegenseitig gepusht. Die vielen gemeinsamen Trainingskilometer schweißen zusammen“, so Serke. „Wir haben auch etwas von den Bedingungen profitiert. In Frankfurt war viel Wind – in Düsseldorf sind wir eben zwei Mal geduscht worden.“

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