Fußball: 3. Liga
Die letzte Runde des Capitano gegen Lotte – Grimaldi schnürt wieder Doppelpack

Münster -

Adriano Grimaldi geht, aber er hinterlässt Spuren. Vielleicht sogar übergroße. Beim 3:0-Erfolg über die Sportfreunde Lotte erzielte der Preußen-Kapitän seine Saisontore 14 und 15. Trainer Marco Antwerpen ist aber überzeugt, dass sich ein adäquater Nachfolger finden lässt.

Sonntag, 06.05.2018, 20:05 Uhr

Zum dritten Mal in den letzten vier Spielen schnürte Adriano Grimaldi einen Doppelpack. Vor dem Anpfiff wurde er gemeinsam mit sechs Kollegen – Luis Klante fehlte entschuldigt, er stand bei den A-Junioren im Tor – verabschiedet. Nach Spielschluss gab es Einzelaudienzen.
Zum dritten Mal in den letzten vier Spielen schnürte Adriano Grimaldi einen Doppelpack. Vor dem Anpfiff wurde er gemeinsam mit sechs Kollegen – Luis Klante fehlte entschuldigt, er stand bei den A-Junioren im Tor – verabschiedet. Nach Spielschluss gab es Einzelaudienzen. Foto: pp

Die schlechte Nachricht war nicht neu: Der SC Preußen Münster kann seinen Kapitän und Top-Stürmer nicht halten. Die gute Nachricht ist mittlerweile ebenfalls bekannt: Die Gegner in Liga drei können das auch nicht. Derzeit ist Adriano Grimaldi in seinem Schaffensdrang schlecht bis gar nicht zu bremsen. Sechs der letzten zehn Preußentore gehen auf das Konto des 27-Jährigen, beim 3:0 (2:0)-Erfolg am Samstag gegen Lotte schnürte er im dritten der letzten vier Spiele einen Doppelpack, elf Treffer erzielte er alleine in 2018, 15 sind es in dieser Spielzeit insgesamt.

In Großaspach der letzte Anlauf

Nur Matthew Taylor war in der Spielzeit 2013/2014 mit 16 Vollzugsmeldungen erfolgreicher, doch auch dieser Rekord ist in Gefahr: Grimaldi nimmt in der kommenden Woche in Großaspach einen letzten Anlauf – und dann ist Schluss mit lustig.

Drei Fragen an

Michele Rizzi, der nach seiner Adduktorenverletzung überraschend nicht nur schon wieder im Kader, sondern auch von Beginn an auf dem Platz stand.

Zum Start der Vorbereitung wollten Sie wieder fit sein – aber jetzt standen Sie schon viel früher wieder auf dem Platz. Gab es eine Wunderheilung?

Michele Rizzi: Ich bin ja selbst überrascht. Der Trainer hat mich gefragt, ob ich mir das zutraue und wir haben es gewagt.

Erfolgreich?

Rizzi: Ich denke schon. Vielleicht waren da drei, vier Aktionen, wo der Trainingsrückstand auffiel, die ich ohne die Pause besser gespielt hätte. Aber ich denke, das war eine ordentliche Vorstellung von mir.

Die auch schon nach einer Stunde hätte enden können ...

Rizzi: Ja, da wäre die Rote Karte durchaus in Ordnung gewesen, ich habe ihn (Kevin Freiberger) ganz schön umgemäht. Aber dann hat ja Sebastian Rot gesehen. Das hat mich in der Situation wohl gerettet. Ich glaube, der Schiedsrichter wollte nicht gleich zwei Spieler runterschicken.

...

 

37. Spieltag: SC Preußen Münster - SF Lotte

1/32
  • Dumm gelaufen: In der 40. Minute grätscht Lottes Maximilian Rossmann in eine scharfe Hereingabe von Preußens Philipp Hoffmann und erzielt per Eigentor das 2:0 für die Gastgeber aus Münster.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Zuvor hatte Kapitän Adriano Grimaldi nach Kobylanski-Assist seine Farben in Front geschossen. Doch der Treffer aus der 25. Minute sollte nicht sein letzter bleiben...

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • ... denn der Knipser knipste doppelt. Auch das 3:0 (83. Minute) schoss Grimaldi - diesmal nach ganz feinem Solo.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Das Trainerduo Marco Antwerpen (l.) und Kurtulus Öztürk konnten rundum zufrieden sein - außer vielleicht mit der Unbeherrschtheit von Sebastian Mai (62. Minute). Der Verteidiger ließ sich provozieren und rang Gegenspieler Wendel im Ringerstil nieder - glatt Rot!

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die Preußen machten ihre Sache, wie hier Benjamin Schwarz, aber auch in Unterzahl sehr ordentlich.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die Preußen waren immer obenauf, Lotte unterlegen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Hoffmann machte ein ganz starkes Spiel.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Genau wie Adriano Grimaldi.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Vor der Begegnung hieß es Abschied nehmen von zahlreichen Spielern.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Darunter auch Mehmet Kara, der jahrelang Publikumsliebling war, aber in Ungnade fiel und seither für die zweite Mannschaft aufläuft.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Der „Fußballgott“ Kara sagt Ade.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ganz bitter, dass er geht: Leistungsträger Adriano Grimaldi.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 3:0-Sieg im letzten Heimspiel Foto: Jürgen Peperhowe
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  • 3:0-Sieg im letzten Heimspiel Foto: Jürgen Peperhowe
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  • 3:0-Sieg im letzten Heimspiel Foto: Jürgen Peperhowe
  • 3:0-Sieg im letzten Heimspiel Foto: Jürgen Peperhowe
  • 3:0-Sieg im letzten Heimspiel Foto: Jürgen Peperhowe
  • 3:0-Sieg im letzten Heimspiel Foto: Jürgen Peperhowe
  • 3:0-Sieg im letzten Heimspiel Foto: Jürgen Peperhowe
  • 3:0-Sieg im letzten Heimspiel Foto: Jürgen Peperhowe
  • 3:0-Sieg im letzten Heimspiel Foto: Jürgen Peperhowe
  • 3:0-Sieg im letzten Heimspiel Foto: Jürgen Peperhowe
  • 3:0-Sieg im letzten Heimspiel Foto: Jürgen Peperhowe
  • 3:0-Sieg im letzten Heimspiel Foto: Jürgen Peperhowe

 

Grimaldi-Gala vor 6664 Zuschauern

Die erneute Grimaldi-Gala vor 6664 Zuschauern im Preußenstadion lief unter dem Titel „Scheiden tut weh“ – sehr weh: Stand der Kapitän bei der Blumen-Zeremonie vor dem Abpfiff noch im Schatten von Preußen-Legende Mehmet Kara, der gemeinsam mit sieben anderen Spielern verabschiedet wurde, feierten die Fans nach dem Abpfiff fast 30 Minuten lang nur noch ihren „Capitano“. Es war seine letzte Stadionrunde in Münster – und nie war er so wertvoll wie heute. „Wenn der den Ball hat, weiß er auch, wo das Tor steht“, zeigte sich auch Lottes Trainer Andreas Golombek nach den Treffern zum 1:0 (25.) nach Kobylanski-Freistoß und zum 3:0 (83.) beeindruckt.

Adriano Grimaldi verlässt den SC Preußen

Das zwischenzeitliche 2:0 (40.) für die Preußen wird für Lotte-Spieler Maximilian Rossmann verbucht werden, Drahtzieher war allerdings der ebenfalls sehr überzeugende Philipp Hoffmann. Seine Vorarbeit war mehr als die halbe Miete für die Vorentscheidung der Partie, die im zweiten Durchgang eine unnötig rustikale Note bekam: Schiedsrichter Henry Müller verteilte insgesamt acht gelbe Karten und beendete die ohnehin auslaufende Preußen-Karriere von Sebastian Mai nach 62 Minuten mit der Roten Karte vorzeitig.

Überzeugendes Kollektiv

Mai hadert mit Platzverweis

Nach 62 Minuten endete die Zeit von Sebastian Mai in Münster. Schiedsrichter Henry Müller zeigte dem Preußen-Verteidiger nach einer Tätlichkeit gegen Lottes Kapitän Tim Wendel die Rote Karte. Eine vertretbare Entscheidung, aber auch eine Frage der Perspektive, wie Mai nach der Partie klarstellte: „Das kann so ausgesehen haben. Aber ich habe ihn nicht am Hals, sondern an der Schulter gepackt – und ich haben ihn nicht zu Boden gerissen, sondern wollte ihn nur von Micke wegziehen“, so Mai. „Dass er sich dann so theatralisch fallen lässt, ist einfach bodenlos. Für mich ist das absolut eine Katastrophe. Wenn ich zu Beginn der neuen Saison noch gesperrt bin, macht das die Suche nach einem neuen Verein nicht einfacher.“

...

Doch auch in Unterzahl blieben die Preußen die bessere Mannschaft. „Das war sogar unsere beste Phase“, lobte nach dem Abpfiff Trainer Marco Antwerpen, der seinen Vollstrecker nicht als Star, sondern als herausragenden Teil eines überzeugenden Kollektivs sieht. „Adriano hat das wieder sehr gut gemacht. Aber es ist falsch, alles immer nur von einem Spieler abhängig zu machen. Wir werden definitiv wieder einen Stürmer haben, der Tore schießen kann.“

Antwerpen zuversichtlich

Antwerpen ist zuversichtlich, dass sich ein neuer Mann für die Schlagzeilen finden wird, weil für einen positiven Grundtext bereits gesorgt ist. Die Dreierreihe – am Samstag ohne den verletzten Ole Kittner – hat sich bewährt und schon viele Gegner vor große Probleme gestellt. In der Zentrale beweist Sandrino Braun seit Wochen Topform, auch Philipp Hoffmann überzeugte nicht nur gegen Lotte. Sorgen bereitet dagegen Benjamin Schwarz: Der Dauerläufer humpelte nach 59 Minuten mit dick bandagiertem Knie vom Feld – das Knie, das den Preußen-Dauerläufer fast ein Jahr lang lahmgelegt hatte. Am Sonntag wurde eine Innenbanddehnung festgestellt, ein Einsatz in Großaspach ist fraglich.

Einzelkritik: SC Preußen Münster - SF Lotte

1/14
  • Max Schulze Niehues: Von total harmlosen Gästen kaum nennenswert gefordert, ehe er Mitte der zweiten Hälfte doch zwei Mal binnen weniger Sekunden eingreifen musste. Kleine Schwäche mit dem Fuß, ansonsten kaum in Blickpunkt. Note: 3,0

    Foto: Peperhowe
  • Lion Schweers: Er und seine Kollegen hatten die Lotter Angreifer durchgehend unter Kontrolle, den einen oder anderen Abschluss kann man halt nicht verhindern. Packte Mitte des zweiten Abschnitts eine wichtiger Grätsche am eigenen Fünfer aus. Seine langen Bälle kommen nur noch nicht immer an. Note: 2,5

    Foto: Peperhowe
  • Sebastian Mai: Ersetzte den angeschlagenen Ole Kittner in der Zentrale der Dreierreihe und machte seine Sache ganz gut - ohne je groß in Bedrängnis zu geraten. Dann aber ein Blackout nach der von Tim Wendel provozierten Rudelbildung. Da riss er den SFL-Kapitän völlig unnötig im Stile eines Ringers zu Boden. Rot war okay. Note: 4,0

    Foto: Peperhowe
  • Simon Scherder: Wie entspannt und souverän der 25-Jährige mittlerweile hinten die Dinge sortiert, ist schon bemerkenswert. Geriet selten in die Bredouille, was auch - das wird er selbst wissen - an Lottes Ideenlosigkeit lag. Note: 2,5

    Foto: Peperhowe
  • Fabian Menig: Sein Offensivdrang hielt sich diesmal in argen Grenzen, doch hinten räumte der Rechtsverteidiger ordentlich auf. Immer eine Fußspitze dazwischen, immer ein paar Zentimeter höher im Luftkampf. Menig, wie man ihn kennt. Note: 3,0

    Foto: Peperhowe
  • Sandrino Braun: Der Sechser behauptete sich in den direkten Duellen selbst mit zwei oder drei Lotter Spielern mit einer hervorstechenden Cleverness und entschärfte so viele potenziell bedrohliche Situationen. Weil der Gegner ruppig spielte, rieb er sich nach der Pause zu oft in Rangeleien und Zwiegesprächen auf. Note: 2,5

    Foto: Peperhowe
  • Michele Rizzi: Dass der Vize-Kapitän überhaupt auflief, war schon überraschend. Schließlich war sein Saison-Aus schon verkündet. Eine eher unauffällige Partie mit einigen guten Zweikampfszenen, aber auch Glück, dass er für sein Foul an Kevin Freiberger, dem auch noch ein eigener Fehlapss vorausging, nicht vom Platz flog. Note: 3,5

    Foto: Peperhowe
  • Benjamin Schwarz: Engagierte Vorstellung des Routiniers, schaltete sich oft nach vorne ein und hielt seine Seite gut dicht. Ein unnötiges Foul von Mats Facklam beendete seinen Arbeitstag. Mit bandagiertem Knie und viel Beifall ging es vom Platz. Die Diagnose steht aus, die Hoffnung, dass es keine gravierende Verletzung ist, besteht. Note: 2,5

    Foto: Peperhowe
  • Martin Kobylanski: Sein Freistoß leitete mal wieder den Sieg ein. Das hat schon eine gewisse Klasse, wie er die Bälle in den Strafraum schlägt mit seinen Standards. Aus dem Spiel nicht so auffällig wie seine Nebenleute, aber vorne fühlt er sich noch etwas wohler als auf der Sechs. Note: 3,0

    Foto: Peperhowe
  • Philipp Hoffmann: Zäher Beginn, doch dann explodierte der Rechtsaußen. Das 2:0 legte er ideal vor, die erste Hälfte des zweiten Durchgangs war eine kleine Hoffmann-Show. Brillante Ballbehandlung, gute Übersicht, Lauffreude, Kombinationssicherheit - nicht schlecht. Baute später etwas ab. Ach ja, seine Defensivtreue ist ohnehin Standard. Note: 2,0

    Foto: Peperhowe
  • Adriano Grimaldi: So langsam dämmert den Preußen, dass ihr Top-Stürmer für die 3. Liga zu gut ist. Herrliche Einzelleistung beim 1:0, starke Willenskraft beim 3:0 und auch dazwischen immer wieder Szenen von höchster Angreiferqualität, dazu gute Zweikampfwerte. Note: 1,5

    Foto: Peperhowe
  • Jeron Al-Hazaimeh: Als Schwarz runter musste, schlug in seinem letzten Heimspiel in Münster (und dann auch noch gegen seinen Ex-Club) die Stunde des Linksverteidigers. Brachte viel Leidenschaft rein, hatte aber ein paar Ballverluste zu viel. Note: 3,5

    Foto: Peperhowe
  • Moritz Heinrich: Kurzeinsatz ohne spektakuläre Aktion. Keine Note

    Foto: Peperhowe
  • Tobias Rühle: Machte in der letzten Viertelstunde noch mal richtig Alarm, wurde mehrfach von den Beinen geholt und brachte Tempo. Nur die letzte Effektivität fehlte wieder. Keine Note

    Foto: Peperhowe
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