Fußball: Westfalenpokal
Preußen sind für Amateurclubs kein Traumlos – Schüren gibt Heimrecht ab

Münster -

Immer häufiger hat Preußen Münster im Westfalenpokal Heimrecht, auch gegen unterklassige Teams. So zum Beispiel gegen den BSV Schüren am 18. August. Der Hintergrund: Das Sicherheitskonzept für solche „Risikospiele“ können kleine Clubs kaum stemmen.

Donnerstag, 12.07.2018, 17:05 Uhr

Schon 2015 verlegte der BSV Schüren sein Heimrecht im Pokal ins Preußenstadion.
Schon 2015 verlegte der BSV Schüren sein Heimrecht im Pokal ins Preußenstadion. Foto: Jürgen Peperhowe

Die Preußen als Gegner im Westfalenpokal – das klingt für unterklassige Vereine nur anfangs wie ein Traumlos. Gerade, wenn sie aus Dortmund kommen. Und das war in den vergangenen Jahren nicht selten der Fall.

Laut „Ruhr Nachrichten“ empfiehlt die Polizei speziell dort (aber auch andernorts) den Clubs regelmäßig mit der Erfahrung der Vergangenheit, 120 Ordner zu organisieren und zudem zwei getrennte Eingänge für beide Fanlager oder auch zusätz­liche Parkplätze. Alles aus ­Sicherheitsgründen. Da die Anhänger aus Münster und die von Borussia Dortmud sich nicht immer grün waren, werden die Partien umgehend als Risikospiele eingestuft – auch wenn die letzte Eskalation beider Lager fünf Jahre her ist.

Die Möglichkeit, der theoretischen Gefahr Herr zu werden, bietet in der Stadt am ehesten das Stadion Rote Erde, in dem sonst die BVB-Reserve spielt. Doch das nötige Aufgebot an Security-Kräften ist dort viel zu teuer für Amateurclubs. Also geben sie das Heimrecht not­gedrungen lieber ab.

Jüngstes Beispiel: der BSV Schüren. Zum zweiten Mal nach 2015 bekam der Westfalenliga-Aufsteiger die Preußen zugelost. Auch diesmal wird die Begegnung aus beschriebenen Gründen an der Hammer Straße angepfiffen. Anstoß ist am 18. August (14.30 Uhr). 2016/17 durfte der SCP alle Partien bis zum Aus im Viertelfinale gegen den SV Rödinghausen zu Hause austragen. Immer als höherklassiger Verein. Insgesamt ist dies in den vergangenen Jahren nun zum achten Mal der Fall, auch der SuS Neuenkirchen oder die SpVgg Erkenschwick wichen schon nach Münster aus. Bereits zum fünften Mal ist ein Dortmunder Verein leid­tragend, auch wenn die Einnahmen auch diesmal wieder geteilt werden.

Preußen-Sportchef Malte Metzelder gibt sich pragmatisch: „Gibt es von der Polizei Bedenken, müssen wir reagieren. Also haben wir das relativ schnell gelöst.“ Der SCP-Fanbeauftragte Holger Wissing spricht von „Horrorszenarien, die aufgemacht werden“, es habe in solchen Spielen fast nie Probleme gegeben. „Aber ausschließen kann man es eben auch nie.“

Klaus Overwien, Pokalspielleiter des FLVW, sieht aktuell wenig Lösungen. „Wir finden es schade, weil wir gerade in David-gegen-Goliath-Spielen schon einige Überraschungen erlebt haben, aber wir können das Rad auch nicht zurückdrehen, das sind gesellschaft­liche Entwicklungen, gegen die wir nicht ankommen.“

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