Volleyball: Frauen-Bundesliga
USC-Präsident Adler tritt ab, Gesigora kandidiert als sein Nachfolger

Münster -

Beim USC Münster steht ein Wechsel an der Vereinsspitze an. Präsident Jörg Adler tritt nach vier Jahren nicht mehr zur Wiederwahl an. Sein Nachfolger könnte, so fern die Mitglieder ihn denn auch wählen, Martin Gesigora werden. Der langjährige Vizepräsident kandidiert für den Posten.

Dienstag, 31.07.2018, 17:00 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 30.07.2018, 18:12 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 31.07.2018, 17:00 Uhr
Nach vier Jahren als USC-Präsident stellt Jörg Adler sein Amt zur Verfügung. Der langjährige Vize Martin Gesigora (l.) stellt sich auf der Mitgliederversammlung des Bundesligisten als möglicher Vorsitzender zur Wahl.
Nach vier Jahren als USC-Präsident stellt Jörg Adler sein Amt zur Verfügung. Der langjährige Vize Martin Gesigora (l.) stellt sich auf der Mitgliederversammlung des Bundesligisten als möglicher Vorsitzender zur Wahl. Foto: Jürgen Peperhowe

Schon am 19. September hält der USC Münster seine Mitgliederversammlung ab. Und eines ist schon jetzt klar: Am Ende dieses Abends wird der Volleyball-Bundesligist einen neuen Mann an der Spitze haben. Jörg Adler, seit 2014 Präsident des Clubs, hat angekündigt, aus „persönlichen Gründen“ nicht mehr für eine dritte Amtszeit zur Verfügung zu stehen. Als Nachfolger kandidiert ein Mann aus den eigenen Reihen. Martin Gesigora, Vizepräsident Finanzen und langjähriges Vorstandsmitglied beim USC, wird sich für den Posten bewerben.

„Es wird sicher auch ein Abschied mit Tränen. Die vier Jahre als Präsident waren und sind mir eine besondere Ehre. Ich hätte nie im Traum damit gerechnet, einmal diesen Verein führen zu dürfen“, sagt Adler. Viel Freude, aber auch viel Mühsal seien dabei gewesen. „Es waren sehr bewegte Jahre mit unruhigen Zeiten, das Thema Finanzen hat uns sehr beschäftigt.“

Schuss vor den Bug

Dabei denkt der 72-Jährige, der sich den Mitgliedern auf der kommenden Versammlung ausführlich erklären will, sicher auch an die Wahl vor zwei Jahren. Nachdem die Saison 2015/16 weitere 200 000 Euro Schulden eingebracht hatte und sich damit die Verbindlichkeiten auf über 700 000 Euro aufgetürmt hatten, war das Resultat der Abstimmung ein Schuss vor den Bug.

Zwölf der 64 stimmberechtigten Mitglieder hatten gegen Adler votiert, weitere 16 hatten sich enthalten. „Das Ergebnis aber habe ich mit offenem Visier angenommen. Wir haben in der Folge zunehmend offener und stets fair und ehrlich diskutiert. Es fällt mir schwer, dieses Präsidiumsteam zu verlassen. Ich bin mir sicher, dass der USC nun auf einem guten Weg ist“, erklärt Adler, der seinen Rücktrittsbeschluss den Vorstandskollegen zeitig mitgeteilt hatte.

So war es dem Gremium des Bundesligisten möglich, sich zu sortieren und die Nachfolger-Frage zu diskutieren. Und warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so naheliegt? Es war die einhellige Meinung, dass Gesigora der richtige Mann für den Vorsitz sei.

Schwerpunkt Finanzen

Jeweils zwei Amtszeiten unter Hans-Ulrich Frank, Matthias Fell und nun Jörg Adler arbeitete er als „Finanzminister“ des USC und lebte gerade in den beiden vergangenen Krisenjahren einen rigiden Sparkurs vor. Daher verwundert es nicht, dass Gesigora im Falle seiner Wahl das Thema Finanzen weiter zu einem seiner Schwerpunkte erklärt. „Wir haben gelitten unter den Defiziten des Haushalt. Aber nun können wir auf der Mitgliederversammlung ein echtes positives wirtschaftliches Ergebnis vorweisen“, sagt Gesigora, der nach Ute Zahlten (Vorsitzende des Jugendausschusses) das dienstälteste Mitglied des USC-Vorstands ist.

Aus dem scheidet „aus beruflichen Gründen“ mit Marko Feldbaum ein zweiter Mann aus. Als Beisitzer aber könnte er sich ein weiteres Engagement bei den Unabhängigen durchaus vorstellen. Den Posten des Beisitzers dagegen könnten Gunter von Hedenström und Sven Adrian aufgeben, um für Adler und Feldbaum ins Präsidium aufzurücken.

Adrian mit „Controlling-Funktion“

Dabei wäre Adrian als Bankkaufmann ein weiterer Finanzfachmann mit einer „Controlling-Funktion“ (Gesigora), von Heden­ström würde die Geschäftsstelle unterstützen, mögliche Events mitorganisieren und den wichtigen Kontakt zum Helferkreis hegen wie pflegen. Und da auch die Vizepräsidenten Axel Büring und Prof. Bernd Strauß ihre Posten weiter bekleiden wollen, bleibt das Stühlerücken eher im überschaubaren Rahmen. „Damit ist eine gewisse Kontinuität da, die notwendig ist, um den eingeschlagenen Weg der Konsolidierung fortzuführen“, sagt Gesigora.

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