Speckbrett: 50. Stadtmeisterschaften in Münster
Der Speckbrett-Anhänger: „Eine Art Bundesliga hätte sicher ihren Reiz“

Münster -

Zum 50. Mal werden in Münster die Stadtmeistertitel im Speckbrett vergeben. Ab Sonntag sind die vielen Anhänger dieser Sportart auf den Plätzen gefordert. Christian Buller (34) ist einer von ihnen. Und ein Mann, der eine Initiative zum Wohle genau dieses Sports gründete. Auch darüber spricht er im Interview.

Dienstag, 14.08.2018, 22:18 Uhr

Christian Buller spielt wie hier meistens im Südpark mit seinen Kumpels und akzeptiert die dortigen Asphaltplätze.
Christian Buller spielt wie hier meistens im Südpark mit seinen Kumpels und akzeptiert die dortigen Asphaltplätze. Foto: privat

Speckbrett in Münster – das sind natürlich die richtigen Cracks in der Sonderklasse, die Besten der Stadt und damit der Welt. Aber das besondere Flair der Sportart, deren 50. Stadtmeisterschaften am Samstag beginnen, machen zweifellos die vielen Hundert Hobbyspieler aus, die zwischen Ostbad und Sentruper Höhe, Hiltruper Osttor und Gievenbecker Arnheimweg den ganzen Sommer und noch viel länger den Schläger in die Hand nehmen und meist auf Asphalt spielen. Exemplarisch für sie steht Christian Buller. Der 34-Jährige begibt sich, so oft es geht, in den Südpark. Und er hat genau dort mit der Facebook-Initiative „Münster lebt Speckbrett“ einen kleinen Teil zum Erhalt der vier Plätze beigetragen. Im Interview erklärt er Redakteur Thomas Rellmann den sozialen Charakter der Sportart, seinen spielerischen Ehrgeiz und den Unterschied zwischen Asche und Sand.

„Dabei sein ist alles“ ist für viele das Motto. Aber Sie haben sich doch bestimmt ein Ziel für Ihren Auftritt in der offenen Klasse am 15. September gesetzt?

Buller: Das Ziel ist immer, die 1. Runde zu überstehen, also mindestens ein Spiel zu gewinnen. Mit etwas Losglück habe ich es 2017 mal auf Platz 17 geschafft. Aber meine Kumpels und ich wissen, dass wir nie ganz vorn landen werden. Dafür sind irgendwelche Tennisspieler leider immer zu stark. Stimmung und Atmosphäre auf den Anlagen sind dennoch jedes Jahr super. Dass viele ihren Urlaub drum herum planen, sagt eigentlich alles.

Was macht für den 88. der Stadtrangliste, die man ja auch als Weltrangliste bezeichnet, die Faszination der Sportart aus?

Buller: Es ist die besondere Liebe der Spieler zum Speckbrett, da kann ich für viele sprechen. Man trifft sich nicht nur zum Sport, sondern verbringt viel Zeit mit den Leuten und Freunden. Das geht auch ohne Mitgliedschaft und Anmeldung, selbst ohne finanzielle Mittel. Man kann es zudem schnell lernen, das ist auch ein Erfolgsfaktor. Die Szene ist bunt gemischt. Alt und jung, arm und reich. Der Zugang zum Tennis ist nicht so einfach, Speckbrett hat auch einen sozialen Charakter.

Warum beschränkt es sich

Buller: Schwierig. Eine Art Bundesliga hätte sicher ihren Reiz. Schade, dass keine andere Stadt nachzieht.

Sie haben die Initiative „Münster lebt Speckbrett“ ins Leben gerufen. Was genau steckt dahinter?

Buller: Die Grundlage für alles sind öffentliche Plätze wie im Südpark. Genau diese vier standen im letzten Jahr zur Debatte. Arne Geraedts und ich wollten über die Facebook-Seite Aufmerksamkeit schaffen. Auf dem Südviertelfest bin ich mit Politikern ins Gespräch gekommen, die wussten gar nicht, was Speckbrett ist. Und als die Stadt mal testen wollte, wie viel los ist, hat sie leider Tage gewählt, an denen das Wetter nicht das beste war. Mit Timo Höpp­ner und Jörg Sobetzki vom SV Sentruper Höhe haben wir dann überlegt, was man machen kann. Etwas Aufklärung ließ sich betreiben. Die Plätze bleiben. Mittlerweile dient die Seite generell als Plattform. Oft kommen dort jetzt Fragen nach Regeln und Verkaufsstellen für Schläger.

Sie sind Mitglied im SV Sentruper Höhe, könnten also permanent auf Sand spielen. Warum tun Sie sich trotzdem oft die harten Felder im Südpark an?

Buller: Da die meisten meiner Freunde noch nicht im Verein sind und fast alle im Südviertel wohnen, ist der Beton in Verbindung mit dem Park die bessere Wahl. Wir sind zwölf Leute in unserer Runde, das ist schon immer eine witzige Sache. Wobei Sand schon mehr Spaß macht. Wenn ich älter werde, werde ich das wohl den Gelenken zur Liebe etwas ändern.

Zum Thema

Anmeldungen für die Stadtmeisterschaften, deren ersten Konkurrenzen am Mittwoch ausgelost werden, sind im Netz möglich:   | www.svsh-speckbrett.de

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