Fußball: 3. Liga
Preußen-Sportchef Metzelder hat nicht nur im Derby die Kurve gekriegt

Münster -

Als Spieler hatte Malte Metzelder bisher keine gute Derby-Bilanz. Vor dem Gastspiel beim VfL Osnabrück darf der Sportchef des SC Preußen aber mit Fug und Recht behaupten, dass er in seiner neuen Rolle bislang ungeschlagen ist. Überhaupt hat er den Dreh gekriegt.

Donnerstag, 23.08.2018, 14:39 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 23.08.2018, 13:46 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 23.08.2018, 14:39 Uhr
Keine Angst vor Rückständen und großer Kulisse: SCP-Sportchef Malte Metzelder (2. v.r.) spricht Tobias Rühle (11) und Rufat Dadashov (9) in Kaiserslautern beim 0:1-Rückstand Mut zu. Münster gewann am Ende mit 2:1 am Betzenberg.
Keine Angst vor Rückständen und großer Kulisse: SCP-Sportchef Malte Metzelder (2. v.r.) spricht Tobias Rühle (11) und Rufat Dadashov (9) in Kaiserslautern beim 0:1-Rückstand Mut zu. Münster gewann am Ende mit 2:1 am Betzenberg. Foto: imago/Kirchner

Spieler und Verantwortlicher, das Derby von praktisch allen Seiten erlebt – Malte Metzelder kann das für sich in Anspruch nehmen. Der heute 36-Jährige konnte als Jung-Profi gegen Osnabrück zum einen fast nie etwas gewinnen. Dabei stand ihm damals einer im Weg, der heute Trainer beim VfL Osnabrück ist: Daniel Thioune. Zum anderen blickt er lieber in die nähere Vergangenheit als weiter zurück: „In dieser Rolle bin ich ungeschlagen“, sagt er schmunzelnd, weil die Preußen mit Sport-Chef Metzelder in der vergangenen Saison mit 1:0 und 4:1 beide Derbys gewannen. Da hatte zumindest im Rückspiel Thioune das Nachsehen.

Coach traf nach Belieben

Aber der Coach war es auch, der 2001/02 nach Belieben traf. Beim 3:1-Erfolg in Münster doppelt, beim 2:0-Heimsieg einmal. Metzelder fand das Derby zu diesem Zeitpunkt nicht so prickelnd. Auch im dritten Anlauf mit Metzelder 2002/03 unterlag der SCP mit 1:2, ehe die Preußen mit 2:0 beim vierten Versuch gewannen, Carlos Castilla und Bernd Winter trafen. Nimmt man die beiden jüngsten Siege aus der Vorsaison, so hat Metzelder die negative Bilanz schon ausgeglichen.

Drei Fragen an Jannik Borgmann

Jahrelang spielten viele Ex-Osnabrücker bei den Preußen. Heute ist Jannik Borgmann (20) der einzige. In der C-Jugend ging der Emsdettener zum VfL, das erste U-19-Jahr verbrachte er in Münster, das zweite wieder in Niedersachsen, ehe er sich 2016 der U 23 des SCP anschloss. Inzwischen ist er hier Profi.

Pflegen Sie noch Kontakte zu Lila-Weiß?

Borgmann: Kaum, aber ein besonderes Spiel wird es trotzdem. Denn der Osnabrücker Cheftrainer Daniel Thioune war auch in der Jugend dort mein Coach. Es gab Zeiten, da habe ich unter ihm gespielt, dann wieder nicht. Im letzten Jahr sehr wenig, da gab es keine Aussicht auf eine Chance als Profi.

Zuletzt haben Sie zwei Mal in der Startelf gestanden und überzeugt. Rechnen Sie denn mit einem Einsatz am Samstag?

Borgmann: Spielen wir Dreierkette, dann gehe ich davon aus. Ich freue mich jedenfalls. Hautnah habe ich das Derby noch nie im Stadion erlebt. Nur über Fernsehen und Zeitung viel mitbekommen.

Welchem Verein standen Sie früher näher als Emsdettener, der genau zwischen den Stühlen aufgewachsen ist?

Borgmann: Ich hatte da keine Präferenz. Emsdetten und Greven sind eher nach Münster orientiert, Ibbenbüren und Rheine zum VfL. Jetzt bin ich natürlich mit voller Überzeugung Preuße.

Thomas Rellmann

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Am Samstag gibt es das 42. Aufeinandertreffen in einem Pflichtspiel seit 1974, tatsächlich aber spielte der SCP auch in der Amateurmeisterschaft 1994 in Osnabrück (3:0 für Münster), beim Budenzauber 2002 in der Halle Münsterland (1:0) sowie in einem Test Anfang der 90er. Heute aus Sicherheitsbedenken undenkbar, gab es damals ein 4:1 der Preußen.

„Wir hoffen auf ein ausverkauftes Haus“, wünscht sich Metzelder eine einzigartige Kulisse. Der SCP erhielt das magere Kartenkontingent von 1200 Tickets. Dass der aktuelle SCP mit einer stimmgewaltigen Heimkurve umgehen kann, bewies die Mannschaft beim Last-Minute-Sieg in Kaiserslautern (2:1). Metzelder: „Die Jungs, die jetzt mit dabei sind, haben eine solche Wucht von den Rängen in Kaiserslautern schon erlebt.“

Ausverkauftes Haus erwartet

Knapp 40 Karten für Gäste-Anhänger waren am Donnerstagmittag noch verfügbar. Der SC Preußen geht schon davon aus, dass er bis Freitagnachmittag alle Tickets für das Derby verkauft hat. Insgesamt 1200 waren für die Auswärtskurve nach Münster geschickt worden.Der VfL Osnabrück rechnet am Samstag (14 Uhr) ohnehin mit vollem Haus. Die Kapazität für den Drittliga-Klassiker wurde auf 15 000 Plätze um gut 1000 verringert, weil die Niedersachsen wie üblich einen Puffer zwischen Heim- und Auswärtsblock eingeplant haben. Aktuell waren für das gesamte Stadion 12 100 Karten an den Mann gebracht. Die Tageskassen öffnen am Spieltag selbst aber noch – vorausgesetzt, dass bis dahin nicht alles vergriffen ist. Der VfL weist darauf hin, dass wie immer erkennbare Preußen-Fans keinen Zutritt zum Osnabrücker Zuschauerbereich bekommen – umgekehrt gilt selbstverständlich das Gleiche.Ein Sicherheitsspiel ist die Partie erneut, auch wenn die SCP-Ultras seit mehr als einem halben Jahr nicht mehr in Erscheinung treten. „Wir gehen aber von einem ruhigen Verlauf aus“, erklärte Sebastian Rüther, Sprecher des Gastgeberclubs.

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Er freut sich, dass beide Team gut aus den Startlöchern gekommen sind, beide Seiten freuen sich auf ein „Hightlightspiel“. Münster gegen Osnabrück ist für den Augenblick ein Spitzenspiel, so wie es eines im März 2013 war, Vierter gegen Erster. Die Rollenverteilung hat sich geändert, die Clubs sind dieselben, Preußen grüßt von Platz eins, Osnabrück ist Vierter, alles liegt ganz eng beieinander. Jedenfalls ist die Stimmung deutlich positiver als im Vorjahr im ersten Derby – damals traf der Vorletzte auf den Viertletzten. Da lässt es sich diesmal schon entspannter an.

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