Fußball: 3. Liga
Bekommt Heinrich bei den Preußen wieder die Kurve?

Münster -

Das Transferfenster im Profifußball schließt am kommenden Freitag. Während manche Vereine noch hektisch mit dem Personal spielen, ruht bei Preußen Münster still der See. Die Verpflichtung von Rene Klingenburg war der letzte Transfer in der Sommer-Planung. Stattdessen könnte beim SCP ein Adlerträger wieder eine Rolle spielen, der bislang außen vor war...

Mittwoch, 29.08.2018, 16:28 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 29.08.2018, 12:30 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 29.08.2018, 16:28 Uhr
Kämpft sich offenbar heran: Moritz Heinrich (Mitte)
Kämpft sich offenbar heran: Moritz Heinrich (Mitte) Foto: Jürgen Peperhowe

Es gibt nur eine Handvoll Vereine im Profifußball von Bundesliga bis zur 3. Liga, deren Kader seit dem Saisonstart in den vergangenen Wochen bis zur Schließung des Transferfensters am kommenden Freitag keine Aktivitäten verzeichnen. Der SC Preußen Münster aus der 3. Liga gehört dazu, „Stand jetzt: nein“, sagt SCP-Sportchef Malte Metzelder auf die Frage, ob es noch einen Last-Minute-Transfer bei den Preußen gibt.

Trainer Marco Antwerpen wurde in den vergangenen Wochen nicht müde zu betonen, dass er sich noch zwei Verstärkungen wünsche, damit der Kader auch für Ausfälle auf wichtigen Positionen gewappnet sei. Der 46-Jährige jammerte dabei nicht, sondern unterstrich damit vielmehr die Gefahr, die besteht, wenn zum Beispiel Sandrino Braun auf der Sechser-Position in der defensiven Mittelfeldzentrale ausfallen würde. Sein Vertreter Danilo Wiebe kuriert die Folgen eines Kreuzbandrisses aus und wird erst Anfang 2018 im Training zurückerwartet. Simon Scherder, der Kapitän, oder die defensive Allzweckwaffe Fabian Menig wären in dieser Rolle nur Notlösungen.

Offensivakteur mit viel Potenzial

Und Antwerpen wünschte sich eine weitere Offensivalternative. Aber, so der SCP-Coach weiter: „Es gab kein Signal.“ Kandidaten gäbe es viele, auch kurzfristig wäre etwas möglich gewesen.

Eine Offensiv-Alternative robbt sich dabei wieder heran. Moritz Heinrich, der 2016 Torschützenkönig der U-19-Bundesliga geworden war. Damals markierte er in 23 Partien 19 Treffer und bereitete weitere elf vor für 1860 München. Bislang schaffte der hoch talentierte 21-Jährige aber nicht einmal den Sprung ins Spieltags-Aufgebot. Ex-SCP-Coach Benno Möhlmann hatte Heinrich nach Münster gelockt, in der vergangenen Saison kam er schon auf 21 Drittliga-Einsätze (1 Tor). Aktuell ist er hinten dran.

Preußen Münsters Kader für die Saison 2018/19 - Kurzporträts

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  • Der SC Preußen der Saison 2018/2019:

    Obere Reihe von links

    Julian Conze, Danilo Wiebe, Fabian Menig, Ole Kittner, Simon Scherder, René Klingenburg, Jannik Borgmann, Dominik Lanius, Cyrill Akono, Rufat Dadashov, Lion Schweers, Philipp Hoffmann, Tobias Warschewski

    Mittlere Reihe von links

    Marco Antwerpen (Trainer), Kurtulus Öztürk (Co-Trainer), Milenko Gilic (Torwarttrainer), Helge Dahm (Zeugwart), Sandrino Braun, Niklas Heidemann, Ugur Tezel, Christian Krabbe (Leitender Physiotherapeut), Lukas Brüggemann (Physiotherapeut), Cornelius Müller-Rensmann (Mannschaftsarzt), Harald Menzel (Teammanager), Malte Metzelder (Geschäftsführer Sport)

    Vordere Reihe von links

    Adrian Knüver, Philipp Müller, Martin Kobylanski, Benjamin Schwarz, Oliver Schnitzler, Maximilian Schulze Niehues, Marian Prinz, Moritz Heinrich, Tobias Rühle, Lucas Cueto, Kevin Rodrigues Pires

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Slalom ist nicht die Disziplin von Fabian Menig. Der Mann ist absolut linientreu und läuft zuverlässig rechts auf und ab.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jannik Borgmann ist groß und jung. Und weil er außerdem schon sehr abgeklärt und ruhig mit dem Ball umgeht, macht er den arrivierten Recken in der Innenverteidigung ordentlich Dampf.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Oliver Schnitzler ist die Nummer eins: So steht es zumindest auf seinem Trikot. Im Team muss er sich noch mit dem Kollegen Schulze Niehues über den Platz zwischen den Pfosten austauschen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sandrino Braun läuft, das haben jüngste Forschungen ergeben, mit Muskelkraft. Damit wären alle landläufigen Theorien, der Preußen-Dauerläufer sei duracell-betrieben, endlich entkräftet.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Müller ist technisch beschlagen und nach einer etwas längeren Fußballpause noch im Helene-Fischer-Modus, nämlich schnell atemlos. Die konditionellen Rückstände sollten aber bald behoben sein.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rufat Dadashov war der Schrecken der Regionalliga Nordost. Drum ist man dort heilfroh, den Scharfschützen los zu sein. Ab sofort nimmt er die Drittliga-Tore ins Visier. Alle, außer dem der Preußen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sportfreund Kevin Rodrigues Pires kennt sich in Münsters Mittelfeld bestens aus – auch wenn er dort zuletzt immer gegen den SCP gearbeitet hat. Doch jetzt gehört er zum Team, das Lotter-Leben ist vorbei.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Rühle ist der Marc Wilmots des SC Preußen. Kompakt, drahtig und ganz schwer vom Ball zu trennen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Martin Kobylanski ist der Mann für die besonderen Momente. Seine Freistöße können an guten Tagen Tor-des-Monats-Reife entwickeln. In diese Saison geht „Koby“ als Vize-Mapitän.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ole Kittner ist der Münsteraner bei Münster und als Zentrum der westfälischen Dreierkette kaum mehr wegzudenken.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Für Ugur Tezel ist Münster eine Kleinstadt. Der gebürtige Berliner ist aus der Bundeshauptstadt in die westfälische Provinz gewechselt. Es dürfte dem 21-Jährigen keine Probleme bereiten, sich hier zurechtzufinden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kapitän Simon Scherder ist einer der selbsternannten „Ochsen“, die in der münsterischen Dreierkette die gegnerischen Stürmer zur Weißglut bringen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rene Klingenburg hat auf Schalke schon am Prof-Fußball geschnuppert, war zuletzt aber nur noch für die Schalker Amateure im Einsatz. In Münster will sich der ehemalige Knappe jetzt zum Ritter schlagen lassen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Warschewski sucht eine Wohnung in Münster, auf dem Platz hat er schon eine Bleibe: In der Sturmspitze.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Marian Prinz hat seinen Platz im Tor sicher: Er sammelt Spielpraxis in der A-Junioren-Bundesliga.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Hoffmann ist der Mann für die schnellen Momente: Wenn es eilig ist, baut der SCP auf den Antritt des 25-Jährigen..

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Es ist ein Kreuz mit dem Band: Danilo Wiebe muss auf eine schnelle Heilung hoffen, damit er 2019 wieder zum Team stoßen kann.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Auch Benjamin Schwarz verbringt mehr Zeit in Warte- und Behandlungszimmern als auf dem Platz. Ist er gesund, dann ist er ein ganz wichtiger Leistungsträger.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Moritz Heinrich startet in sein zweites Preußen-Jahr und hat sich noch einige Ziele offengehalten. Die will er jetzt angehen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lion Schweers ist der Leisetreter in Münsters Abwehr-Dreigestirn. Seine Leistung ist aber auch ohne Worte immer ohne Fehl und Tadel.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Adrian Knüver trainiert mit der Ersten und spielt (noch) in der Zweiten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Cyrill Akono hat seine Drittliga-Feuertaufe bereits hinter sich, soll jetzt aber zunächst die A-Junioren zum Bundesliga-Klassenerhalt bomben.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Niklas Heidemann findet Münster gut und Münster findet Heidemann gut: Die Preußen und ihr 23-jähriger Linksverteidiger haben in Bestzeit zueinander gefunden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Max Schulze Niehues erwartet den nächsten Angriff auf den Posten zwischen den Pfosten, aber irgendwann steht der Mann aus Dreierwalde auf jeden Fall wieder im Kasten – versprochen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lucas Cueto wollte nicht gehen und jetzt sind alle froh, dass er bleibt. Der 22-jährige Kölner hat Stammplatz-Potenzial.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Dominik Lanius ist Innenverteidiger und damit in bester Gesellschaft. Der Ex-Kölner reiht sich ein in die Gruppe Hochbegabter in Münsters zentraler Abwehrreihe.

    Foto: Jürgen Peperhowe

„Insgesamt sind alle Spieler, die nicht von Beginn an spielen oder nicht im Kader stehen, nicht weit weg“, sagt Antwerpen und konstatiert damit ein ausgeglichenes Aufgebot. Und weiß über Moritz Heinrich zu sagen: „Er hat gut trainiert und besitzt viel Potenzial. Wir sagen ihm das oft, er weiß das. Vielleicht ist er noch nicht ganz angekommen.“ Aber die Tür bleibt für den Angreifer offen, zuletzt machte er bei seinem Einsatz in der U-23-Auswahl der Preußen von sich reden, als er drei Treffer beim Heimsieg über den SV Mesum (6:1) schoss in gerade einmal 62 Einsatzminuten.

Transfer-Frage im Winter

Weder Heinrich noch ein anderer Spieler aus dem aktuellen Aufgebot hat um eine Freigabe für einen Wechsel bei Sportchef Metzelder angefragt. „Moritz kriegt gerade auch die Kurve“, sagt Metzelder. Für ihn war die Verpflichtung von Rene Klingenburg der letzte Baustein der Sommer-Planung.

Was im Winter passiert, ist beim SCP in vielen Bereichen offen. Sollte sich das Team in Schlagweite zu den Toprängen wiederfinden, dürften zielgerichtete Transfers im sportlichen Sektor wahrscheinlich sein.

Pechvogel der ersten Saisonphase

► Der 22 Jahre alte Philipp Müller, der von SV Wehen Wiesbaden zum SCP gewechselt war, bleibt der Pechvogel der ersten Saisonphase. Er muss weiter auf seinen ersten Einsatz warten, am Mittwoch wurde ein Eingriff im Sprunggelenk vorgenommen, damit die daraus folgenden Beschwerden in der Wade behoben werden können.

Mit Ole Kittner (Knie-OP) wird im Auswärtsspiel bei VfR Aalen (15. September) gerechnet. Neben Müller, Wiebe und Heinrich warten in dieser Saison noch Benjamin Schwarz und Ugur Tezel auf Einsätze in der 3. Liga. Der SCP spielt am kommenden Samstag die Heimpartie gegen den KFC Uerdingen.

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