Fußball: 3. Liga
Preußen wechseln vom leichten Abwärtstrend in den freien Fall

Aalen -

0:3 in Osnabrück, 0:1 gegen Uerdingen und am Samstag ein 1:4 beim VfR Aalen – inklusive einer indiskutablen Vorstellung: Der SC Preußen hat mit drei Niederlagen eine Richtung eingeschlagen, die Fans und Mannschaft so gar nicht gefällt.

Sonntag, 16.09.2018, 16:15 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 16.09.2018, 14:32 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 16.09.2018, 16:15 Uhr
Wie sich die Bilder gleichen: Wie zuletzt nach den Partien in Osnabrück und gegen Uerdingen ließen die Preußen-Spieler auch nach dem Abpfiff in Aalen die Köpfe hängen.
Wie sich die Bilder gleichen: Wie zuletzt nach den Partien in Osnabrück und gegen Uerdingen ließen die Preußen-Spieler auch nach dem Abpfiff in Aalen die Köpfe hängen. Foto: Jürgen Peperhowe

Nach links führte die Straße zur Ostalb-Arena, nach rechts war das Limes-Museum von Aalen ausgeschildert. Der Preußen-Bus wählte um 12.38 Uhr den linken Abzweig, es sollte aus SCP-Sicht die letzte richtige Entscheidung an diesem Samstagnachmittag gewesen sein – und selbst die hatte verheerende Folgen.

Denn auch ohne pädagogisches Konzept bekamen die Münsteraner im Stadion des VfR Aalen in aller Deutlichkeit die Grenze aufgezeigt – nicht die historische römische, sondern das aktuelle Leistungslimit. In der ostschwäbischen Alb ist der leichte Abwärtstrend übergangslos in den freien Fall übergegangen. „Wenn wir so spielen, dann gewinnen wir in dieser Saison kein Spiel mehr“, lautete das niederschmetternde Fazit von Kapitän Simon Scherder nach der 1:4 (0:2)-Schlappe beim VfR Aalen. Die dritte Niederlage in Folge befördert die Preußen mitten hinein ins abwärtsgewandte Mittelfeld der Tabelle.

 

VfR Aalen vs. Preußen Münster

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  • VfR Aalen vs. Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
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Drei Fragen an Malte Metzelder

Malte Metzelder, Sportchef und Geschäftsführer der Preußen, bekannte nach dem Spiel vor den Kameras von Telekomsport, dass er eigentlich immer ganz gerne nach Aalen gefahren war – nicht aber an diesem Samstag.Nach so einem Spiel fehlen einem schon mal die Worte. Was fällt Ihnen noch ein?Metzelder: Nicht viel. Enttäuschend ist vor allem, dass da nicht einzelne Spieler ihre Leistung nicht gebracht haben, sondern dass das ein kollektives Versagen war. Es gab einfach keine guten Momente, so gut wie nichts, von dem man sagen konnte, das hatte Hand und Fuß.Wenn es mit dem Ball schon nicht klappt, warum konnte man nicht zumindest eine bedingungslos kämpfende Preußen-Mannschaft sehen?Metzelder: Manchmal braucht man den Moment, an dem man sich aufrichten kann, bei dem man spürt, dass man wieder in die Spur kommt. Diesmal gab es diesen Moment nicht.Brauchen die Spieler nach dem Auftritt, eher jemanden, der sie schwitzen lässt, oder jemanden, der ihnen gut zuspricht?Metzelder: Das ist noch keine Kopfsache. Für mich ist das Glas jetzt nicht leer. Natürlich gibt es da eine Menge aufzuarbeiten. Aber dennoch muss das Spiel jetzt schnell abgehakt werden. Am Freitag geht es weiter. Dann muss sich die Mannschaft ganz anders zeigen.

...

Erst nach dem Abpfiff fand Scherder an diesem Samstag die treffenden Worte, nachdem ihm in den 90 Minuten zuvor schlichtweg nichts eingefallen war, um sich und sein Team aus dem Tiefschlaf zu wecken. „Es macht gar keinen Sinn, dieses Spiel zu analysieren, weil es einfach sch... war.“ Auch sein Trainer fand in seiner Analyse des rabenschwarzen Tages nicht einmal Spuren von Grautönen. Schönfärberei war kein Thema nach dem deprimierenden Vortrag der Adlerträger. „Mit dem 4:1 sind wir noch ganz gut weggekommen. Ich habe heute nichts Gutes von der Mannschaft gesehen“, so Trainer Marco Antwerpen. Selbst die starken Aktionen von Keeper Maximilian Schulze Niehues, der erneut den Vorzug vor Oliver Schnitzler erhalten hatte, konnten den verärgerten Übungsleiter nicht milder stimmen. „Wenn man vier Tore kassiert, kann man nicht sagen, dass der Torwart gut gehalten hat.“ So wurden auch die zahllosen Paraden des Schlussmanns von der wortgewaltigen Kritiklawine hinweggerissen.

Waren es zuletzt gegen Uerdingen noch ordentliche 60 Minuten, die die Mannschaft ihren Fans gegönnt hatte, brach das System vor der handverlesenen Preußen-Schar schon nach zehn Minuten zusammen. „Nichts geht mehr“, galt in der Folge, zumindest aus Gäste-Perspektive. Aus Aalener Sicht lief fortan alles kugelrund. Zwei präzise Pässe in die Tiefe ermöglichten Marcel Bär die frühe Führung (14.). Antwerpen monierte in dieser Szene gravierende Zuordnungsprobleme. Als Nicolas Sessa nach 25 Minuten ein Traum-Solo von der eigenen Strafraumgrenze bis vors Tor gelang, feierte VfR-Trainer Argirios Giannikis eine „tolle Einzelleistung“, Antwerpen diagnostizierte ein defensives Kollektivversagen.

Spielerkritik: VfR Aalen vs. Preußen Münster

1/14
  • Borgmann (46./3,5): Gab in einem verlorenen Spiel eine vergleichsweise stabile Vorstellung.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Menig  (4,5): Teil des löchrigen Abwehrtorsos, holte sich blaue Flecken gegen den kantigen Matthias Morys. Musste einstecken, konnte aber am Samstag nicht austeilen -- nach 45 Minuten ist Schluss.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rodrigues Pires (5): Immerhin ein Assist für den Spielmacher. Vor dem Aalener 2:0 verliert er einen zugegeben grenzwertigen Zweikampf am Aalener Strafraum gegen Torschütze Nicolas Sessa, der sich dann auf die lange Reise macht. Raus nach Halbzeit eins.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Cueto (3): Der kleine Mann drehte immerhin auf, kurvte, kurbelte und versuchte viel - auch, wenn letztlich vieles misslang.

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  • Kobylanski (49./5): Der Kunstschütze kam erst spät und dann nicht auf Touren. In den wenigen Situationen, die sich ihm boten, fehlte dann die Konzentration.

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  • Schulze Niehues (3): „Wenn man vier Tore reinlässt, kann man nicht gut gehalten haben“, sagt der Trainer über seinen Keeper. Immerhin hat er ihm aber zu verdanken, dass es nicht acht geworden sind.

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  • Heidemann (4,5): Hatte ebenfalls nicht viel zu lachen in der Defensive -- und sah das gegnerische Tor eigentlich nur aus der Ferne.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kittner (4): Fand nach dem Spiel klare Worte für den Auftritt, während der Partie fehlten ihm aber auch die Worte.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Hoffmann (5): Ein sehenswerter Abschluss nach 80 Minuten. Reicht das für eine gute Note? Nein, lange nicht.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Klingenburg (3,5): Brachte den Ball auch nicht ins Rollen, verdiente sich aber erneut Fleißpunkte. Für gute Beteiligung eine wohlwollende drei minus.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Dadashov (4,5): Schießt kurz vor Schluss das erste Tor der Preußen in Aalen, das macht einen schwarzen Tag des Stürmers bestenfalls dunkelgrau.

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  • Braun (4): Läuferisch wieder stark, nur, dass der Dauerläufer eigentlich nur hinterherlief. Feierabend nach 49 Minuten.

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  • Scherder (5): Schwarzer Tag für den Kapitän. „Wenn man merkt, dass man selber einen schlechten Tag hat, fällt es schwer den Jungs etwas zu sagen.“ Stimmt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tezel (46./4,5): Flankte zum Anschlusstreffer, hätte aber vorher auch wegen einer Notbremse Rot sehen dürfen.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Mit 0:2 ging es in die Halbzeit und mit vielen guten Vorsätzen zurück ins Spiel. Co-Kapitän Ole Kittner beschrieb das so: „Und dann kommen wir aus der Pause, wollen möglichst schnell den Anschlusstreffer schießen – und kassieren sofort das 3:0.“ Erneut traf Bär, und der (Ost-)Albtraum nahm seinen Lauf. Den Schlusspunkt setzte Luca Schnellbacher zum 4:1 (88.). Dass Ugur Tezel kurz zuvor mit seiner Flanke eher zufällig den Kopf von Rufat Dadashov fand, der Stürmer zum 1:3 traf (86.) und damit das erste Preußen-Tor überhaupt in Aalen erzielte – nicht mehr als eine Randnotiz für die Statistiker. Dann ging es wieder in den Bus – und nach einem gebrauchten Tag nichts wie weg.

Cueto mit Lichtblicken

Lucas Cueto war die einzige Überraschung in der Preußen-Startelf. Er übernahm in der Offensive den Platz von Tobias Rühle und verdient deswegen eine besondere Würdigung, weil er in einer ganz schwachen Preußen-Elf noch der beste und auffälligste Spieler war. Nicht nur sein sehenswerter Schuss, der nach 38 Minuten den Außenpfosten des Aalener Tores streifte, sondern sein unermüdliches und meist einsames Anrennen gegen die VfR-Defensive, sendete die raren Lebenszeichen einer ansonsten leblosen Preußenelf. Auch René Klingenburg hielt bis zuletzt dagegen – wenn auch zumeist glücklos. Im zweiten Abschnitt lief der Spielaufbau nur noch über den Ex-Schalker, weil Marco Antwerpen seiner uninspirierten Mittelfeldachse mit Kevin Rodrigues Pires und Sandrino Braun einen vorzeitigen Feierabend verordnet hatte.

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