Fußball: 3. Liga
Preußen-Goalgetter Dadashov im Interview: „Jeder Stürmer schaut auf die Torjägerliste“

Münster -

Rufat Dadashov ist der Mann der Stunde. Bei den Preußen, aber auch in der 3. Liga. Im Interview erklärt der Torjäger, was so alles zu seinem aktuellen Lauf beigetragen hat, welche Rolle sein Trainer spielt und auf welche Tabelle er ab und an mal blickt.

Mittwoch, 03.10.2018, 12:19 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 03.10.2018, 12:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 03.10.2018, 12:19 Uhr
Seht her, die Preußen haben wieder einen echten Torjäger: Rufat Dadashov lässt sich feiern, flankiert von Martin Kobylanski.
Seht her, die Preußen haben wieder einen echten Torjäger: Rufat Dadashov lässt sich feiern, flankiert von Martin Kobylanski. Foto: imago/Kirchner-Media

 Sechs Treffer im Westfalenpokal , aber vor allem sechs in der Meisterschaft – Preußen Münster hat wieder einen echten Goal­getter. Einen wie Matthew Taylor , der den Club 2013 beinahe sogar zum Aufstieg schoss, oder Adriano Grimaldi . Die Rede ist von Rufat Dadashov, der inzwischen sogar Führender der Drittliga-Torjägerliste ist. Doch im 27-Jährigen steckt noch viel mehr. Unser Redakteur Thomas Rellmann hat nach­gefragt beim Neuzugang vom BFC Dynamo.

Sie haben in den vergangenen vier Partien nicht nur fünf Mal getroffen, sondern auch die Tore selbst mehrfach mit eingeleitet. Wie geht das so schnell?

Dadashov: Stimmt, das ist eine Stärke, die dazu gekommen ist. Unser Trainer Marco Antwerpen hat mir genau das mitgegeben, ich soll längere Wege gehen.

Okay, das gehört zum ­Repertoire eines Stürmers inzwischen dazu. Aber eine Rettungsaktion wie gegen den Wiesbadener Jeremias Lorch auf der Linie auch?

Dadashov: Über die Szene habe ich mich fast genauso gefreut wie über mein Tor vorher. Es wäre ja das 1:1 gewesen, das Spiel hätte danach kippen können. Direkt davor konnte ich ja sogar Manuel Schäffler den Ball noch wegspitzeln.

Einzelkritik: Preußen Münster vs. Wehen Wiesbaden

1/14
  • Maximilian Schulze Niehues (1): Ohne Fehl und Tadel. So ein echter Westfale im Kasten kann schon dicht halten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jannik Borgmann (3,5): Ein schwerer Abend für den jungen Innenverteidiger mit wenigen guten und einigen unglücklichen Situationen. Das darf in dem Alter passieren, muss aber trotzdem benotet werden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ole Kittner (2): Ich habe früher selber Fußball gespielt und Gegenspieler wie Ole Kittner gehasst. Immer da, immer nah - und immer dazwischen, ganz starkes Stück des Innenverteidigers.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lion Schweers (2,5): Solide Wertarbeit, da gab es wenig dran auszusetzen. Zweimal als Helfer in der Not zur Stelle, als Schulze Niehues dann auch nicht mehr retten konnte.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Fabian Menig (2,5): Machte seine Meter auf der rechten Seite, auch, wenn er ab und an von den ballführenden Kollegen übersehen wurde. Seine Flanke leitete die wichtige Führung ein.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kevin Rodrigues Pires (3): Ein Spiel wurde am Freitagabend lange Zeit nicht gemacht, was im Zweifel nicht für den Spielmacher spricht, aber kämpferisch auf der Höhe.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rene Klingenburg (2,5): Dem langen Mann fehlte zuletzt und auch gegen Wehen ein wenig die Torgefahr, die ihn zu Saisonbeginn auszeichnete. Kämpferisch aber erneut einer der besten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Moritz Heinrich (3,5): Linksaußen, Linksverteidiger? Heinrich wusste selbst nicht so genau, welche Rolle er spielen sollte - und so spielte er auch.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Martin Kobylanski (2): Arbeitete viel, verpasste manchmal den perfekten Moment zum Abspiel, war dennoch an fast allen Offensivaktionen beteiligt und zu 80 Prozent auch am dritten Tor.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Rühle (3,5): Fand nicht so recht ins Spiel. Eher durchschnittliche Vorstellung des Offensivwühlers.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rufat Dadashov (2): Wer trifft, hat recht - und Dadashov trifft derzeit einfach, wie er will. Von seinen letzten fünf Schussversuchen, zappelten vier im Netz. Und wieder einmal hat er seinen Treffer selbst mit eingeleitet.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Scherder (3): Hatte nicht allzuviel Zeit, sich zu akklimatisieren, war dennoch gleich „on fire“.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Hoffmann (2,5): Sofort ein belebendes Element im Spiel nach vorn. Seine Vorlage leitet das 2:0 ein.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Akono (2,5): So machen das Vollblutstürmer. Kaum auf dem Platz, haut er den Ball ins Netz, als würde er seit 15 Jahren nichts anderes machen.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Die Hauptaufgabe bleiben aber die Tore. Zum Auftakt in Köln haben Sie eins gemacht, danach verlief es aber auch phasenweise stotternd. Wann hat es Klick gemacht?

Dadashov: Mein Tor zum 1:3 in Aalen hat der Mannschaft zwar wenig gebracht, mir aber persönlich gezeigt, dass ich noch treffen kann. Gegen Cottbus habe ich dann auch ein gutes Spiel gemacht, einen Treffer per Einwurf ganz früh vorbereitet. Und der Dreierpack in Rostock hat mir erst recht einen Schub gegeben.

Anders ist ein Treffer wie das 1:0 gegen Wiesbaden auch kaum zu erklären.

Dadashov: Klar, den Ball, ohne zu überlegen, direkt zu nehmen – das macht man wirklich nur mit einer ­Menge Selbstvertrauen.

Ihr Coach hat Sie zwischendurch kritisiert, mehr Teilnahme am Spiel eingefordert und Sie gekitzelt, Ihnen dann aber auch Einsatzzeit versprochen und das eingehalten.

Dadashov: Ja, das Gespräch tat mir sehr gut. Er hat gesagt, dass ich meine Spiele bekomme, egal, was sein wird. Dadurch hatte ich auch etwas Druck, abzu­liefern. Aber der Ansporn, dieses Vertrauen zurückzuzahlen war noch größer.

Es gab dennoch auch ­Partien, in denen Sie nicht so richtig drin waren. Wo liegen die gravierenden Unterschiede zwischen Regionalliga und 3. Liga?

Dadashov: Das Tempo ist wesentlich höher, ich muss gedanklich schneller sein. Ich muss am besten vorher wissen, wo der Ball hinkommt oder wohin ich ihn spielen kann. Und auch ­körperlich liegen zwei, drei Stufen dazwischen.

Dadashov

Zurzeit jubelt keiner so schön wie Rufat Dadashov im Team des SC Preußen Münster. Foto: Sebastian Sanders

Jetzt rangieren Sie auf Platz eins im Torjäger­ranking. Wie oft schauen Sie sich diese Tabelle an?

Dadashov: Jeder Stürmer guckt auch auf diese Liste. Für mich selbst ist das eine schöne Sache, da oben zu stehen. Aber es ist natürlich auch ein Verdienst der Mannschaft, die die Vor­lagen für mich liefert.

Preußen liegt nur einen Platz hinter der Spitze. Wie lange kann die Mannschaft ganz oben mitmischen?

Dadashov: Es ist sehr eng. Das passt zu dem, was ich über die Liga gehört habe. Wir haben uns wirklich vorgenommen, von Spiel zu Spiel zu sehen. Aber wenn man zur Winterpause noch immer dran ist, will man wahrscheinlich in der Rückrunde dort auch anknüpfen.

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