Volleyball: Frauen-WM
USC-Spielerin Vanjak ist Koslowskis ehrgeizige Allzweckwaffe

Nagoya -

Ivana Vanjak spielte beim USC Münster eine starke Saison. Nun hat sie es nach nur einem Jahr in der Bundesliga sogar in die Nationalmannschaft geschafft. Auch dank ihrer Vielseitigkeit macht sie gerade in Japan bei der WM auf sich aufmerksam.

Freitag, 12.10.2018, 13:50 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 09.10.2018, 16:28 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 12.10.2018, 13:50 Uhr
Auf einem Höhenflug befindet sich Ivana Vanjak bei der WM. Die Spielerin des USC Münster ist die Überraschung im deutschen Team und überzeugt mit ihrer Vielseitigkeit.
Auf einem Höhenflug befindet sich Ivana Vanjak bei der WM. Die Spielerin des USC Münster ist die Überraschung im deutschen Team und überzeugt mit ihrer Vielseitigkeit.

Ihr eigenes Müsli hat Ivana Vanjak jetzt immer im Gepäck. „Ich habe erst mal die anderen gefragt, was man bei einer Weltmeisterschaft so mitnehmen muss“, erzählt die Volleyball-Nationalspielerin. Die 23-Jährige vom Bundesligisten USC Münster spielt in Japan ihr erstes großes internationales Turnier. Für Bundestrainer Felix Koslowski ist Vanjak ein „absoluter Glücksfall“ – und seine Allzweckwaffe.

„Wir reden bei Ivana immer von unserer Universalspielerin, unserer Hybridspielerin“, sagt Koslowski, der die Variabilität der 1,90 Meter großen Musterathletin sehr schätzt. „Ivana hat alle Möglichkeiten, sie kann von allen Positionen angreifen.“

Die gelernte Außenangreiferin ist erst seit Mai Teil der deutschen Nationalmannschaft und hat sich in kürzester Zeit für die Stammformation empfohlen. Vanjak, die die doppelte Staatsbürgerschaft besitzt, sammelte zunächst Erfahrungen in den Auswahlmannschaften Kroatiens, dem Heimatland ihrer Eltern. Nach dem Abitur auf der Albert-Einstein-Schule in Schwalbach zog es sie 2013 in die USA. Die gebürtige Frankfurterin erhielt einen Studienplatz an der renommierten Stanford-Universität und spielte für die College-Mannschaft in der höchsten Spielklasse NCAA. „Ich fand die USA total interessant, weil sie ein anderes Spielverständnis haben, ein bisschen physischer spielen, ein bisschen mehr Wert auf diese Power, diese Sprungkraft legen“, sagt Vanjak. „Das war einfach eine Riesen-Lernerfahrung für mich, erwachsen zu werden, alleine da auszukommen.“ Nach vier Jahren und einem Bachelor in Chemie-Ingenieurswesen kehrte Vanjak nach Deutschland zurück und unterschrieb einem Vertrag beim USC.

Im kalifornischen Palo Alto musste sie erstmals auf die Mittelblocker-Position wechseln, aushilfsweise für drei Monate. „Ich glaube, damit habe ich mir diese Geschichte hier wohl eingebrockt“, witzelt Vanjak, die bei der WM in Japan schon mehrfach vorn am Netz zum Einsatz kam. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Marie Schölzel ein weiterer Grund, warum Vanjak so wichtig für das deutsche Team ist. „Ich fühle mich auf jeden Fall auf außen viel wohler, das ist die Position, die ich am längsten gespielt habe. Aber hier mache ich halt das, was dem Team in welchem Moment auch immer am meisten hilft. Das war für mich megacool zu sehen, wie schnell man umschalten kann auf den ganzen Positionen“, sagt Vanjak.

Koslowski beschreibt sein Allroundtalent als „unfassbar ehrgeizigen Typ“. Vanjak sei „sehr zielstrebig, hochintelligent, ein absoluter Teamplayer“. In Japan hat Vanjak bisher 43 Punkte gemacht (Angriff: 29, Block: 12, Aufschlag: 2). Das Programm mit sechs Spielen in sieben Tagen macht ihr nicht zu schaffen: „Ich bin in einer guten physischen Form.“

Ihr großer Traum: einmal bei den Olympischen Spielen dabei sein. In der Zwischenzeit versucht sie ihre positive Einstellung beim Team einzubringen – ganz nach ihrem persönlichen Mantra: immer das Beste geben und dann sehen, wo es einen hinbringt. Vielleicht ja 2020 nach Tokio.

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