Fußball: Westfalenpokal
Platz vier in der Liga würde Preußen-Aus in Rödinghausen abfedern

Rödinghausen -

Das Aus im Westfalenpokal schmerzte, sportlich wie wirtschaftlich. Doch schon in der Stunde nach der Niederlage in Rödinghausen kehrte bei Preußen Münster der Kampfgeist zurück. Platz vier in der 3. Liga ist ein lohnenswertes Ziel und würde die Schlappe beim Regionalligisten korrigieren.

Donnerstag, 11.10.2018, 16:34 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 11.10.2018, 15:10 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 11.10.2018, 16:34 Uhr
Wehrhaft waren die Preußen ja: Martin Kobylanski und René Klingenburg rangeln hier mit den Rödinghausern Laurin von Piechowski und Nikola Serra (v.r.). Trainer Marco Antwerpen musste sich nach dem Abpfiff erst mal in Ruhe sammeln.
Wehrhaft waren die Preußen ja: Martin Kobylanski und René Klingenburg rangeln hier mit den Rödinghausern Laurin von Piechowski und Nikola Serra (v.r.). Trainer Marco Antwerpen musste sich nach dem Abpfiff erst mal in Ruhe sammeln. Foto: Jürgen Peperhowe

Wenn das Westfalenpokal-Aus des SC Preußen am Mittwochabend beim SV Rödinghausen etwas Gutes gehabt haben sollte, dann könnte es womöglich der neu geweckte Ehrgeiz für die Liga sein, den einzig verbliebenen Wettbewerb. Zumindest wussten die Spieler gleich nach dem 1:2 (1:1) beim Regionalligisten, dass sie der Hoffnung der Clubbosse auf zusätzliche Einnahmen einen äußerst empfindlichen Dämpfer verpasst hatten. Ein Platz in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals ist nur noch zu erreichen, wenn der aktuelle Tabellendritte nach 38 Spieltagen auf den Rängen eins bis vier steht.

Jetzt heißt es: Gas geben

„Die Chance ist noch da, jetzt heißt es, eben dort Gas zu geben“, sagte etwa Philipp Hoffmann, einer der Besseren in diesem enttäuschenden Flutlichtspiel. Auch Kapitän Simon Scherder äußerte sich so: „Wir hatten uns fest vorgenommen, dieses Jahr den Pokal zu gewinnen und wussten natürlich auch, dass der Verein davon profitieren würde – auch wenn man das im Spiel nicht im Hinterkopf hat, da will man nur den Sieg.“

Gegen einen unterklassigen Gegner scheidet niemand gern aus. Wir wollten in den DFB-Pokal.

Philipp Hoffmann

Neues Saisonziel definiert

Hoffmann: „Gegen einen unterklassigen Gegner scheidet niemand gern aus. Wir wollten in den DFB-Pokal.“ Spielführer Scherder gab sich aber kämpferisch: „Der Blick geht ab sofort nur noch Richtung Liga. Wir wissen, dass wir uns auf diesem Weg noch qualifizieren können.“ Ein neues Saisonziel ist damit definiert. Das zeugt von Mut, auch wenn es in einer qualitativ und wirtschaftlich starken Spielklasse, in der es zudem stets extrem eng zugeht und in der eine Reihe Spiele über Matchglück entschieden werden, eine knüppelharte Aufgabe darstellt.

Antwerpens vielleicht schwerste Stunde

Trainer Marco Antwerpen, der nach dem Abpfiff wie 1990 der damalige Bundestrainer Franz Beckenbauer nach dem WM-Triumph von Rom eine Weile einsam und gedankenverloren über den Rasen schlich, musste vielleicht seine schwerste Stunde als Preußen-Trainer analysieren. „Das Spieltempo wurde erst wieder höher, als wir mussten, als wir hinten lagen“, sagte er. „Immerhin haben die Jungs da alles rausgehauen“, so der 47-Jährige, der schon im Vorfeld erklärt hatte, dass sich alle der Verantwortung und der Bedeutung der Partie für den Verein bewusst seien.

 

SV Rödinghausen - SC Preußen Münster

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  • Westfalenpokal-Achtelfinale Foto: Jürgen Peperhowe
  • Westfalenpokal-Achtelfinale Foto: Jürgen Peperhowe
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Drei Fragen an Bernhard Niewöhner

Bernhard Niewöhner war als kaufmännischer Geschäftsführer des SCP am Mittwoch natürlich Zeuge des Ausscheidens. Er bricht nicht den Stab über die Mannschaft, skizziert aber die wirtschaftlichen Folgen.

Machen Sie dem Team Vorwürfe für den Auftritt in Rödinghausen?

Niewöhner: Nein, an der Einstellung hat es nicht gelegen. Nur die Versuche waren untauglich. Da sind wir vielleicht noch nicht reif genug, um Rückstände konstruktiv aufzuholen. Wir hatten Probleme im Abschluss, haben den Ball oft hoch vorn reingepfeffert.

Wie sehr trifft die versiegte Geldquelle Westfalenpokal den finanziell angeschlagenen Verein?

Niewöhner: Es ist enttäuschend, aber die Einnahmen hatten wir nie im Etat eingeplant. Da sind wir als Kaufleute vorsichtig genug. Wir können ja auch noch Platz vier in der Liga angreifen – oder zur Not über andere Wege Mittel generieren.

Über welche?

Niewöhner: Etwa über weitere Investoren für die Kapitalgesellschaft. An einigen Stellen sind wir da dran, auch unabhängig von der Stadionfrage. Aber natürlich gibt es auch da viele Zusammenhänge. Letztlich ist alles sportabhängig. Für die Arena in Bösensell bleibe ich aber sehr zuversichtlich.

...

Eklatante Defensivlücken

Schon am Samstag beim 1:1 in Unterhaching hatten sich nach sehr guter Anfangsphase eklatante Defensivlücken eröffnet, die anfangs schwer, später mit vermehrtem Risiko zu erklären waren. Ganz ähnlich lief es in Rödinghausen. „Wir haben nicht gut abgesichert“, sagte Antwerpen. „Diese Löcher sollten trotzdem nicht auftreten, zumal der Gegner vor allem lange Flugbälle gespielt hat.“ Scherder stimmte seinem Coach da zu: „Bei diesen hohen Schlägen hatten wir Probleme. Das Spiel haben wir aus der Hand gegeben, vielleicht auch weil wir dachten, dass es nach der Führung auch so läuft.“ Bei den Gegentoren sah er allerdings weniger strukturelle Defizite als „individuelle Fehler“.

Auffällig: Rödinghausens Großchancen

Auffällig war dennoch, wie oft der SVR schon vor der Pause durch das Zentrum, in dem Kevin Rodrigues Pires zunächst allein vor der Abwehr agierte, zu Großchancen kam. Scherder sagte: „Eigentlich haben wir in diesem Raum genug Zweikämpfer.“ Den jungen Jannik Borgmann, der den Elfer zum 1:1 verschuldete (44.) und dem vor dem zweiten Gegentor durch Joy-Slayd Mickels (62.) ein Missverständnis mit René Klingenburg unterlief, nahm Antwerpen aus der Schusslinie. „Er muss jede Woche liefern, kommt aber aus der Westfalenliga.“

Kritik musste sich vielmehr die Offensivreihe, die gut loslegte und sich mit dem 1:0 durch Kobylanski belohnte (15.), gefallen lassen. „Also, ich hätte da nicht mehr so oft quer gespielt“, sagte Ex-Stürmer Antwerpen. „Das war zu kompliziert nach dem Rückstand“, so Scherder. Hoffmann räumte ein: „Wir sind gut reingekommen, haben super gepresst – aber dann leider nachgelassen.“ Diesmal mit fatalen Folgen. Nicht nur aus sportlicher Sicht.

SC Preußen Münster - SV Rödinghausen I Highlights - Westfalenpokal

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