Triathlon: Ironman
Sven Wies bucht das Hawaii-Ticket für 2019

Münster -

Sven Wies hat das geschafft, wovon viele Triathleten ihr Leben lang träumen. Der Münsteraner hat sich für die Ironman-WM auf Hawaii im kommenden Jahr qualifiziert. Bis das feststand, musste er allerdings lange zittern, trotz einer starken Zeit.

Freitag, 12.10.2018, 11:50 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 11.10.2018, 15:26 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 12.10.2018, 11:50 Uhr
Punktlandung: Sven Wies blieb beim Ironman Barcelona unter neun Stunden.
Punktlandung: Sven Wies blieb beim Ironman Barcelona unter neun Stunden. Foto: privat

Das Heimspiel hat Sven Wies nicht aus den Augen verloren. Irgendwas passte nicht, irgendwas kam immer dazwischen. Aber in naher Zukunft will der 31-Jährige auch beim Sparda-Münster-City-Triathlon starten. Er dürfte dann beste Aussichten auf einen Top-Rang haben.

Für den früheren Spitzenschwimmer der SGS Münster und Wasserballer bei SV Münster 91 ist aber vielleicht die Distanz einen „Tacken“ zu kurz. Denn: Wies quali­fizierte sich gerade beim Wettkampf auf der Triathlon-Langdistanz in Barce­lona über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Rad und den Marathon für die Ironman-WM 2019. „Sub 9“ hieß er für ihn nach 8:59,01 Stunden, das war Rang 35 im Gesamtklassement und Platz vier in der Altersklasse 30 bis 34. Für Wies war es eine Zitterpartie. Hatte der Veranstalter noch vor dem Rennen von vier Startplätzen („Slots“) für Hawaii 2019 gesprochen, so änderte sich der Aushang nach dem Wettkampf auf nur noch drei Qualifikanten. „Ein Wechselbad der Gefühle“, so Wies. „Mit einem ­Happy-End.“ Denn als Leandro Leon Guerriere aus Brasilien, der knapp drei Minuten schneller als Wies und Zweiter war, seinen Verzicht erklärte, war der Ex-Münsteraner dann doch qualifiziert.

Barcelona war im Übrigen eines der ersten Rennen, das vor dem WM-Finale 2018 am Wochenende auf Hawaii bereits eine „Quali“-Möglichkeit für 2019 bot.

Wies hatte schon früh Kontakt zum Triathlonsport. Mit Vater Martin über die Ziellinie laufen zu dürfen, daran er­ innert er sich gerne. Aber mit 13 Jahren spezialisierte er sich aufs Schwimmen, dann auf Wasserball. Der Dreikampf rückte in den Hintergrund, auch wenn er in Münster mal den Aquathlon gewann. Erst 2011 wurde die Lunte wieder gelegt, als er in Düsseldorf bei einem Triathlon startete, Abschied vom Wasserball inklusive. Aus einmal jährlich Triathlon wurde 2014 mehr. Zwei Siege auf der Olympischen Distanz 2015 folgten, dann der Umstieg auf die Mittel­distanz 2016. Es lief. Der dritte Rang bei Challenge ­Almere im Vorjahr war ein „Brandbeschleuniger“ beim „Traum von Hawaii“.

Wies bringt Beruf, Familie und Sport unter einen Hut. Der Geschäftsstellenleiter von Handball-Regionalligist SG Ratingen verbesserte sich auch dank der Zusammenarbeit mit Trainer Sven Imhof stetig. „Triathlon-Training ist zeitintensiv, aber es ist flexibler als beim Wasserball, wo man in der Bundes liga jedes zweite Wochenende zum Auswärtsspiel durch Deutschland fahren muss.“

Mit Fug und Recht kann behauptet werden, dass er in dem Segment der Agegrouper zu den Spitzenathleten gehört, immerhin war er Deutscher Meister der Altersklassen-Athleten auf der Sprintdistanz. In Barcelona war er einer der schnellsten Schwimmen (51:39 Minuten), ein Sturz nach 150 km auf Rad stoppte ihn nicht. Nach 4:51:26 Stunden kam er auf die Laufstrecke, nach 3:11:21 war der Marathon beendet. Um 59 Sekunden unterbot er die Neun- ­Stunden-Schallmauer. Eine Punktlandung.

Eine Langdistanz unter neun Stunden zu beenden, ist praktisch der Ritterschlag für einen Triathleten, ein ­dickes Brett. Hawaii wird jetzt zum nächsten großen Fluchtpunkt. Vielleicht kehrt er vorher nach Münster zurück. Im Sommer steht die 12. Auflage des SMCT auf dem Programm.  

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