Fußball: Landesliga
Es drubbelt sich an der Spitze – Münster 08 und Westfalia mittendrin

Münster -

Der SC Münster 08 hat vorgelegt durch den 2:0-Sieg im Landesliga-Spitzenspiel gegen den TuS Altenberge, doch dahinter lauern zahlreiche Verfolger. Die Klasse ist ausgeglichen wie selten zuvor. Die Trainer stimmen dazu. Ein Favorit ist aber schon ausgemacht.

Samstag, 13.10.2018, 12:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 13.10.2018, 12:00 Uhr
Enges Gerangel: So wie sich (v.l.) Westfalias Corvin Behrens und Borkens Christoph Drolshagen sowie die Nullachter Eldin Celebic und Niklas Leser mit Altenberges Lukas Schlatt balgen, so eng geht es in der Landesliga-Spitzengruppe auch tabellarisch zu.
Enges Gerangel: So wie sich (v.l.) Westfalias Corvin Behrens und Borkens Christoph Drolshagen sowie die Nullachter Eldin Celebic und Niklas Leser mit Altenberges Lukas Schlatt balgen, so eng geht es in der Landesliga-Spitzengruppe auch tabellarisch zu. Foto: Peter Leßmann

Rückblende. Anfang des vergangenen Monats, vor nicht mal sechs Wochen, hatte der SC Münster 08 seinen Saisonstart zumindest punktemäßig in den Sand gesetzt. Nach dem 1:1 beim heutigen Vorletzten SV Dorsten-Hardt hatte der Mitfavorit nach vier Runden nur drei Zähler auf dem Konto, gerade seinen ersten Treffer überhaupt erzielt und stand nur wegen der etwas besseren Tordifferenz nicht auf einem Abstiegsrang.

Am Mittwoch gewannen die Kanalkicker im vorgezogenen Spiel gegen den TuS Altenberge 2:0 und bauten ihren Vorsprung an der Tabellenspitze auf vorerst vier Punkte aus. So schnell geht’s. Möglich machten diese furiose Aufholjagd sechs Siege am Stück – aber auch eine extrem ausgeglichene Landesliga, in der sich bisher partout kein Team absetzen konnte. Bestes Beispiel war am vergangenen Wochenende erneut GW Nottuln, das bis dato eine super Serie gespielt (einzige Niederlage gegen Schlusslicht SG Bockum-Hövel) hatte, am Sonntag aber beim zuvor sieben Mal sieglosen BSV Roxel mit 0:4 unterging.

SV Herbern und Werner SC Kandidaten fürs obere Drittel

Ob es den Nullachtern nun gelingt durchzustarten? Die Konkurrenz steht jedenfalls unter Druck. Nottuln, Altenberge, Eintracht Ahaus, die SG Borken, der VfL Senden, Westfalia Gemen und auch Aufsteiger Westfalia Kinderhaus – sie alle liegen nur durch drei Zähler getrennt in Lauerstellung. Aber an diesem Sonntag gilt für die Verfolger: Verlieren verboten, sonst reißt der Kontakt zu den Ost-Münsteranern fürs Erste ab. Deren Coach Mirsad Celebic hat festgestellt, „dass die Übermannschaften weg sind. Aber viele Teams werden jedes Jahr besser. Das macht die Liga attraktiv. Es macht viel Spaß, wenn dich jeder Gegner fordert.“

Zur Riege der potenziellen Kandidaten fürs obere Drittel rechnet Florian Reckels auch noch den SV Herbern und den Werner SC dazu. Altenberges Coach kennt die Klasse gut, er war als Spieler und Assistent auch lange in Roxel mit von der Partie. „In den vergangenen Jahren war es oft ausgeglichen, nur sind ganz vorne Mannschaften wie Beckum, Borussia Emsdetten oder Mesum weggezogen. Diesmal ist auch die Spitze ganz nah beieinander. Es ist alles möglich, was aber nicht heißt, dass oben wenig Qualität drin steckt.“ Der 36-Jährige erwartet, dass Kinderhaus noch aufkommt, fand Nottuln bisher stark – „und Münster 08 natürlich“. Der Gegner vom Mittwoch ist nicht erst seitdem sein Favorit: „Es ist verblüffend, wen Mirsad da immer wieder aus dem Ärmel zieht.“

„Vom Ersten bis zum Letzten ist alles sehr eng.“

Der Kinderhauser Trainer Marcel Pielage bekam die hohe Qualität vor allem gegen die Top-Teams zu spüren. Die drei Niederlagen kassierte der Neuling gegen Altenberge, Nottuln und Borken. „Alle Mannschaften haben ihre Qualitäten, die einen eher offensiv, die anderen defensiv. So kann es wie für Nullacht schnell nach oben gehen – aber andersherum auch schnell nach unten.“

Roxels Coach Sebastian Hänsel hat zwar mit der Spitzengruppe wenig zu tun, bringt es aber ganz gut auf den Punkt, was diese Liga zurzeit ausmacht. „Vom Ersten bis zum Letzten ist alles sehr eng. Alle Spiele sind knapp, keiner kann sich was erlauben. Aber das macht die Sache auch so reizvoll.“ Pielage stimmt dem grundsätzlich zu: „Das ist alles sehr ausgeglichen. Glück und Pech haben eine höhere Bedeutung. So kommen an jedem Wochenende auch die verrückten Ergebnisse zustande.“

Allerdings legt sich der 36-Jährige auch fast schon fest, was den Meister angeht: „Wenn die Nullachter weiter so durchziehen, führt an ihnen diesmal kein Weg vorbei.“ An der Westfalia-Hütte kommt es am nächsten Sonntag zum Derby. Der Tabellensiebte will einen Alleingang des Stadtrivalen dann sicher mit aller Macht verhindern wollen. Und Celebic weist den Vorschusslorbeer natürlich weit weg: „Es bleibt spannend bis zum letzten Spieltag. Jetzt sind wir gut drauf, aber wir sind auch das beste Beispiel dafür, dass es unglaublich schnell im Fußball geht.“

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