Stadtsportbund
Geschäftsführer Wiese klagt gegen SSB und seine Freistellung

Münster -

Eine unschöne Geschichte stand in dieser Woche vor Gericht. Der Geschäftsführer des Stadtsportbundes Münster, Dietmar Wiese, klagte gegen seine Freistellung, die der SSB-Vorstand ausgesprochen hatte. Im Januar geht es mit einem Kammertermin weiter.

Donnerstag, 25.10.2018, 15:42 Uhr aktualisiert: 25.10.2018, 22:44 Uhr
Der Stadtsportbund, vertreten durch den Vorsitzenden Michael Schmitz (kleines Foto unten), hat Dietmar Wiese (oben) die Freistellung ausgesprochen. Nun haben sich beide Seiten vor Gericht getroffen.
Der Stadtsportbund, vertreten durch den Vorsitzenden Michael Schmitz (kleines Foto rechts), hat Dietmar Wiese (l.) die Freistellung aus­gesprochen. Nun haben sich beide Seiten vor Gericht getroffen. Foto: dpa

Die schon lange gärenden Disharmonien im Stadtsportbund Münster ( SSB ) fanden jetzt vor dem Arbeitsgericht Münster eine Fortsetzung, die nicht folgenlos bleiben dürfte. Das Tischtuch zwischen dem Vorstand und dem hauptamtlichen Geschäftsführer scheint endgültig zerschnitten zu sein. Die beiden Parteien sehen sich nun im Januar 2019 bei einem Kammertermin wieder.

Zur Güteverhandlung unter dem Titel „ Wiese gegen SSB“ hatte Richterin Dr. Tatjana Himmen-Kremer den SSB-Geschäftsführer Dietmar Wiese hier und den SSB-Vorsitzenden Michael Schmitz dort geladen. Wiese klagte gegen eine ihm erteilte Abmahnung sowie die am 30. September zugestellte Freistellung. Die Abmahnung sprach der SSB-Vorstand aus, weil er Wiese als den Urheber eines Leserbriefentwurfs ausmachte, in dem der Vorstand mit Kritik und Vorwürfen bedacht wurde. Dieses Papier wurde allerdings nicht abgeschickt oder veröffentlicht. Unterschrieben habe eine ehemalige Mitarbeiterin. Den Vorgang beschrieb SSB-Anwalt Radoslaw Kleczar als „abmahnfähiges Verhalten“. Wieses Rechtsanwalt Dr. Wienhold Schulte bewertete die Abmahnung als „inhaltlich falsch“ und erkannte „haltlose Vermutungen“.

Die Richterin sprach von einem augenscheinlich „belasteten Arbeitsverhältnis“ und stellte die Frage, wie Wiese, der seit Februar 1993 hauptamtlich beschäftigt ist, unter diesen Umständen sein Amt bis zum altersbedingten Ausscheiden im April 2022 weiterführen könne. Schmitz, der im vergangenen April zum Vorsitzenden gewählt wurde und sich die Modernisierung des SSB zur Aufgabe macht, beschrieb, dass sich der Stadtsportbund im Moment „im organisatorisch schwierigen Fahrwasser“ befinde und trotzdem die Abmahnung habe aussprechen müssen.

Wiese habe „mehrfach eine rote Linie überschritten“, aber mit dem Vorgang setze der SSB „ein Zeichen: Wir wollen, dass der Geschäftsführer uns unterstützt.“ Schmitz sagte, er stehe für eine Mediation zur Verfügung, die zur konstruktiven Beilegung des Konflikts führen könne. Wieses Anwalt aber sah dafür „nicht mehr die Basis angesichts dieses Vorgehens. Ich kann keinen Rest an Vertrauen entdecken.“ Dr. Schulte wertete den Vorgang als einen „aus dem schmutzigen Arbeitsrecht“ und sagte: „Entweder wird Herr Wiese weiterbeschäftigt oder ihm wird eine Lösung angeboten, die weiteren Streit vermeiden kann.“

Zu einem nächsten Gütetermin wird es nach Scheitern dieses ersten nicht kommen. Richterin Himmen-Kremer setzte daraufhin einen Kammertermin an, dann können auch Zeugen vernommen werden.

In der Zwischenzeit wollen die beiden Seiten ihre Konzepte zu einer möglichen Auflösung des Arbeitsvertrags von Wiese vorlegen und austauschen.

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