Volleyball: Frauen-Bundesliga
1:3 in Schwerin: USC gewinnt keine Punkte, aber viel Respekt

Münster -

103 Minuten lang wehrte sich der USC Münster beim SSC Palmberg Schwerin, brachte den Deutschen Meister mächtig in Bedrängnis und war nicht weit von einem Punktgewinn entfernt. Am Ende aber verloren die Unabhängigen beim Favoriten mit 1:3 – trotz einer starken Leistung.

Donnerstag, 08.11.2018, 07:56 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 07.11.2018, 21:30 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Donnerstag, 08.11.2018, 07:56 Uhr
Lina Alsmeier, hier gegen Schwerins niederländisches Duo Tessa Polder und Britt Bongaerts, war zusammen mit Ivana Vanjak Münsters punktbeste Angreiferin. Doch auch ihre gute Leistung reichte dem USC beim 1:3 im 100. Duell mit dem SSC nicht.
Lina Alsmeier, hier gegen Schwerins niederländisches Duo Tessa Polder und Britt Bongaerts, war zusammen mit Ivana Vanjak Münsters punktbeste Angreiferin. Doch auch ihre gute Leistung reichte dem USC beim 1:3 im 100. Duell mit dem SSC nicht. Foto: Sportfoto Albrecht

Die Voraussetzungen für das 100. Duell des USC Münster mit dem SSC Palmberg Schwerin waren nicht günstig für die Westfalen. Ohne drei musste die Mannschaft von Trainer Teun Buijs auskommen, zu spüren waren die personellen Probleme allerdings nicht. Der Volleyball-Bundesligist lieferte dem Deutschen Meister einen großen Kampf, der am Ende beim 1:3 (25:27, 25:17, 15:25, 22:25) unbelohnt blieb. „Das ist wirklich schade, dass wir keinen Punkt mitgenommen haben. Es war eine starke Leistung von uns. Am Ende aber waren die Mädels leider auch ein bisschen müde“, sagte der niederländisch Coach.

Münsters Start in die Partie war mehr als passabel, auch die kleine Serie von Schwerins Nationalspielerin Jennifer Geerties mit drei Punkte zum 12:7 warf den USC nicht aus der Bahn. Konsequent und ruhig zog der Gast, der ohne die erkrankten Juliet Lohuis und Teresa Mersmann sowie ohne die verletzte Lena Vedder angereist war, seinen Streifen durch – und war tatsächlich nach dem Doppelblock von Lina Alsmeier und Kazmiere Brown gegen Tessa Polder zum 16:17 wieder in Schlagweite.

Bärenstarker Block

Überhaupt war der Block ein bärenstarkes Element, mit dem Münster dem Meister mächtig zusetzte und ihn so ins Wanken brachte. Kimberly Drewniok leistete sich zwei Angriffsfehler – und plötzlich war Münster mit 23:22 vorn, nutzte aber seinen Vorteil bei zwei Satzbällen, die jeweils Geerties abwehrte, nicht. Und als Alsmeier erst an Polder scheiterte und dann den Ball an die Antenne setzte, war die Chancen auf den Satzgewinn dahin.

Die Partie schien nun ihren Gang zu nehmen. Schnell führte der Favorit mit 4:0, die allermeisten der 1738 Zuschauer in der Palmberg-Arena erwarteten freudig eine klare Angelegenheit. Doch da machte der USC ihnen einen Strich durch die Rechnung. Die ­Buijs-Schützlinge ließen sich partout nicht abschütteln und waren nach 14 Ballwechseln des zweiten Abschnitts wieder gleichgezogen. Das Selbstvertrauen wuchs, neben der starken Ivana Vanjak steigerten sich Alsmeier, Liza Kastrup und Brown. Mit Folgen: Nach Kastrups Punkt zum 12:11 war Münster erstmals wieder vorne und zog weiter davon. Nun klappte nahezu alles bis zum 24:17, die zweite Chance zum Satzausgleich nutzte Brown.

Zahlen und Fakten

USC: Mareike Hindriksen, Ivana Vanjak, Liza Kastrup, Lina Alsmeier, Kazmiere Brown, Juliane Langgemach, Lisa Thomsen (Libera) – eingewechselt: Luisa Keller, Linda Bock, Svenja Enning

Spieldauer: 103 Minuten

Zuschauer: 1738

Satz 1: 2:0, 2:4, 5:8, 7:12, 11:13, 12:15, 17:18, 18:21, 24:23, 25:24, 25:27

Satz 2: 0:4, 2:4, 7:7, 8:10, 14:11, 20:13, 22:15, 25:17

Satz 3: 4:1, 4:5, 4:6, 6:14, 10:19, 13:23, 15:25

Satz 4: 2:0, 3:3, 6:4, 13:8, 17:11, 17:17, 20:21, 21:23, 22:25

Wertvollste Spielerinnen: Jennifer Geerties (SSC) – Luisa Keller (USC)

Das nächste Spiel: VC Olympia Berlin - USC Münster (Freitag, 18 Uhr)

...

Was ging denn hier ab, war für den USC ein Punkt möglich? Zunächst einmal gab es ein Ja als Antwort. Vier der ersten fünf Ballwechsel gewann Münster, das aber die nächsten vier abgab. „Wir machen ein gutes Spiel, das müssen wir fortsetzen“, sagte Buijs in der Auszeit beim 4:5. Dies aber gelang seiner Truppe nicht, auch weil Schwerin das Tempo anzog. Der USC-Block fand kaum noch einen Zugriff, Drewniok und Geerties erzielten mit ihren wuchtigen Angriffen Wirkung – beim 14:6 war der Durchgang vorentschieden. ­Buijs reagierte mit dem Tausch im Zuspiel von Mareike Hindriksen auf Svenja Enning, um seiner Nummer eins in der Zentrale eine Pause zu geben.

Keller bringt frischen Wind

Ob allein dies entscheidend war, ist kaum zu belegen. Fakt aber ist, dass sich Münster wieder in die Partie biss. Luisa Keller, die später als wertvollste Spielerin ausgezeichnet wurde, brachte frischen Wind und half tatkräftig mit, dass die Unabhängigen beim 17:11 auf Kurs Tiebreak steuerten – sehr zur Verwunderung des SSC, der sich aber in schwierigen Phasen auf seine individuelle Klasse verlassen kann. Beta Dumancic sorgte mit ihrer Aufschlagfehler und leichter münsterischer Unterstützung für den Gleichstand (17:17), dann brachte Schwerins punktbeste Geerties (21 Zähler) die Blau-Gelben in die Spur. Und als dann der japanische Neuzugang Nanaka Sakamoto ihre ersten beiden Punkte überhaupt für den Meister erzielte, war es um den USC geschehen. Einen Zähler gab es nicht, Respekt aber verdiente sich Münster allemal.

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