Fußball: 3. Liga
Preußen freuen sich über Lizenzbescheid aus Frankfurt

Münster -

Gute und schlechte Nachrichten halten sich die Waage für den SC Preußen. Nach dem bitteren 0:5 in Karlsruhe nahm der Club immerhin die Hürde Nachlizenzierung und servierte seinen Fans zugleich die Rückrundendauerkarte. Allerdings scheint Niklas Heidemann schwerer verletzt.

Mittwoch, 12.12.2018, 16:14 Uhr aktualisiert: 13.12.2018, 15:20 Uhr
Tobias Rühle und die Preußen wollen gegen Zwickau ganz anders als in Karlsruhe abschneiden.
Tobias Rühle und die Preußen wollen gegen Zwickau ganz anders als in Karlsruhe abschneiden. Foto: Jürgen Peperhowe

Eine große Überraschung war es nicht, die Freude der Preußen über die verfrühte Weihnachtspost dennoch ehrlich und angemessen: Der DFB bestätigte dem Drittligisten nach Überprüfung der wirtschaftlichen Kennzahlen die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit – das klingt trocken, heißt aber wohl, dass der klamme Club flüssig ist. Und zwar „vollumfänglich“, wie es im steifen Bilanzdeutsch heißt. „Nach den Erfahrungen der letzten Jahre sind wir stolz und glücklich, die Hürde der Nachlizenzierung nun im ersten Anlauf gemeistert zu haben“, sagt der kaufmännische Geschäftsführer Bernhard Niewöhner zum positiven Bescheid aus der Frankfurter DFB-Zentrale. Zugrunde lagen der Bewertung die Bilanzen zum 30. Juni 2018 sowie eine aktuelle Plan-, Gewinn- und Verlustrechnung der laufenden Spielzeit.

Hier macht sich der kon­sequente Sparkurs und die damit verbundene mehr als vornehme Zurückhaltung auf dem Spielermarkt dann auch einmal positiv bemerkbar. Zudem haben Team und Trainer trotz der eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten mit ihren soliden bis starken Auftritten im bisherigen Saisonverlauf den SCP in ein gutes Licht gerückt, das auch als passende Beleuchtung für umsatzsteigernde Weihnachtseinkäufe herhalten dürfte.

Aktuell bewirbt der Club die Rückrundendauerkarte und verspricht dabei gute Unterhaltung wie namhafte Gegner. Unter anderem geben Kaiserslautern, Osnabrück, Rostock und Karlsruhe 2019 ihre Visitenkarte in Münster ab. Der Vorverkauf für das Abo mit acht Partien hat gerade begonnen, der Rückserienauftakt gegen Fortuna Köln noch in diesem Jahr (22. Dezember) ist nicht im Paket enthalten, das damit vollumfänglich weihnachtstauglich ist.

Auch der Preußen-Shop in den Münster-Arkaden ist dieser Tage gut frequentiert, die Trikots mit dem Adlerwappen treffen den aktuellen Modetrend, der Preußen-Gin den Geschmack der Fans – nur die Zuschauerzahlen lassen noch zu wünschen übrig. Ein Umstand, der vor allem bei Trainer Marco Antwerpen immer wieder für Unverständnis sorgt: Keine 10 000 Zuschauer beim Montagabendspiel gegen Eintracht Braunschweig, unter 6000 eine Woche später beim Gipfeltreffen gegen den Halleschen FC, „das kann ich nicht verstehen“, äußerte sich Antwerpen seinerzeit. Die Hoffnungen auf ein volles Haus am Samstag gegen Zwickau (14 Uhr) halten sich dementsprechend in Grenzen. An der Mannschaft allerdings soll es nicht liegen, verspricht der Trainer, der die 0:5-Klatsche in Karlsruhe mit seinen Schützlingen be- und im besten Fall verarbeitet hat. „Das hängt uns natürlich alles noch in den Klamotten, das müssen wir rausschütteln“, so der 47-Jährige, der aber in der Nachbetrachtung den Fokus auf die ersten 30 Minuten der Partie legte, weil alles andere „psychologisch so kompliziert war“. Kein Vorwurf also ans Team, selbst „wenn man natürlich auch nach so einem Zwischenstand weiter Fußball spielen muss. Aber da ist so schnell so viel zusammengekommen, dass es nicht zu verarbeiten war.“

Niklas Heidemann, der sich in Karlsruhe doch eine ernsthaftere Verletzung an der Wade zugezogen hat, fehlt Samstag. Im Training zurück meldeten sich Cyrill Akono und Benny Schwarz. Sie sollen dazu beitragen, dass die Preußen gegen Zwickau wieder punkten können – vollumfänglich.

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