Volleyball: U-16-Nationalmannschaft
Sprosse für Sprosse nach oben – Amelie Strothoff und Nikola Schmidt vor großer Zukunft

Münster -

Amelie Strothoff und Nikola Schmidt von BW Aasee haben es geschafft: Beide durften sich im Kreise der deutschen U-16-Auswahl im November beweisen. Im Januar 2019 reisen sie zu einem weiteren Lehrgang. Die ersten Schritte auf dem Weg zum Profi.

Freitag, 21.12.2018, 17:00 Uhr aktualisiert: 21.12.2018, 22:44 Uhr
Amelie Strothoff (l.) und Nikola Schmidt sind die Shootingstars von Blau-Weiß Aasee – das Duo wurde von Bundestrainer Jens Tietböhl für den Lehrgang der U-16-Nationalmannschaft im Januar 2019 in Aachen nominiert.
Amelie Strothoff (l.) und Nikola Schmidt sind die Shootingstars von Blau-Weiß Aasee – das Duo wurde von Bundestrainer Jens Tietböhl für den Lehrgang der U-16-Nationalmannschaft im Januar 2019 in Aachen nominiert. Foto: fotoideen.com

Als Amelie Strothoff und Nikola Schmidt von dem Kompliment des Bundestrainers hören, schauen sie ein wenig verlegen. „Die beiden haben viel Ballgefühl und bringen die athletischen wie technischen Voraussetzungen mit, um ein sehr gutes Volleyball-Niveau zu erreichen“, hatte Jens Tietböhl als Coach der deutschen U-16-Auswahl über das Duo von Blau-Weiß Aasee nach dem Lehrgang in Kienbaum Mitte November gesagt – und sie kurzerhand für einen weiteren vom 2. bis 7. Januar in Aachen eingeladen. Dort wollen die beiden Youngster sich erneut beweisen und sich in den zwölfköpfigen Kader spielen, der im Anschluss das Acht-Nationen-Turnier in Frankreich bestreitet.

Es wäre die Premiere im DVV-Dress für Amelie und Nikola, die bisher die Sprossen ihrer Karriereleiter in riesigen Schritten genommen haben. Vor etwa fünf Jahren begannen die beiden unabhängig voneinander mit dem Volleyball, ­nachdem sie ­zuvor andere Sportarten ausprobiert hatten. „Ich hatte keine Lust mehr, zu schwimmen“, sagt etwa Nikola Schmidt (14), die über eine Freundin ans Netz gekommen ist. Und Amelie Strothoff (13) verließ bei aller Vorliebe für Ballsportarten die Kicker des ESV Münster und probierte ihr Glück beim Volleyball. „Das hat mir von Anfang an Spaß gemacht“, meint die Achtklässlerin der Friedensschule. Egal ob mit einer, zwei, dann drei oder jetzt fünf Mitspielerinnen auf dem Court, ihr Herz schlägt nur noch für Volleyball.

Schnell wurde klar, dass die beiden eine Menge Talent mitbringen, in ihren Jugend- und Damen-Mannschaften bewiesen sie sich – was auch den Trainern des Westdeutschen Volleyball-Verbands nicht verborgen blieb. 2017 kam die erste Berufung in die WVV-Auswahl, nach der vergangenen Saison im Mai rückte das Duo dann auf in den Drittliga-Kader der Blau-Weißen. „Sie sollten zunächst einmal mittrainieren. Aber dann hat sich direkt abgezeichnet, dass sie das Zeug haben, es zügig bei uns zu schaffen“, sagt BWA-Coach Kai Annacker, der mit ihnen die Arbeit fortsetzt, die Dieter Theis und Nils Kaufmann zuvor im Jugendbereich geleistet haben.

Und die ist bekanntlich gut am Aasee – so gut, dass sich Amelie und Nikola in den Fokus des DVV spielten, der sie nach Kienbaum einlud. Landestrainer Peter Pourie überbrachte ihnen die frohe Kunde, mit der beide „nicht gerechnet“ hatten. „Das kam schon ganz schön plötzlich“, erklärt Nikola. Die Außenangreiferin mit den „extrem guten athletischen Werten“ (Annacker) und Mittelblockerin Amelie nutzten die sich bietende Chance, überzeugten Tietböhl und überraschten damit auch ein wenig selbst. „Die Konkurrenz dort war ja sehr groß. Ich habe daher versucht, mich auf mich zu konzentrieren und Leistung zu liefern“, meint Hittorf-Gymnasiastin Nikola Schmidt, die wie Amelie Strothoff die Berufung für den Lehrgang in Aachen nur mit etwas Verspätung realisierte. „Wir konnten es erst kaum glauben“, sagt die groß gewachsene Blockerin.

Als fast logische Folge trainiert das Duo neben den Einheiten am Aasee nun auch zweimal am Bundesstützpunkt beim VC Olympia Münster mit, ein Wechsel dorthin steht zur Debatte, ist aber noch nicht fix. Dass sich seine Schützlinge dort behaupten, den nächsten Schritt in ihrer Karriere machen – ein Traum des Duos ist es, einmal in der Bundesliga und da am besten beim USC Münster zu spielen, davon ist Annacker überzeugt. „Sie könnten ruhig ein bisschen selbstbewusster werden. Ansonsten sind die beiden unheimlich trainingsfleißig und ehrgeizig. Sonst hätten sie nicht geschafft, was sie bislang geschafft haben. Und dazu sind sie bodenständig, bescheiden und sehr kritisch mit sich. Das sind super Voraussetzungen“, lobt ihr Vereinscoach – und prompt schauen Nikola Schmidt und Amelie Strothoff wieder ein wenig verlegen. Dabei haben sie sich die Komplimente durch ihre Leistungen verdient.

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