SSB Münster und Geschäftsführer prozessieren
(K)Eine Einigung zwischen SSB Münster und seinem Geschäftsführer in Sicht

Münster -

Der erste Gütetermin brachte kein Ergebnis, der Kammertermin vor dem Arbeitsgericht endete nun mit der Verabredung, es nun mit der Mediation eines Güterichters zu probieren: Der Stadtsportbund (vertreten durch den Vorsitzenden Michael Schmitz) und SSB-Geschäftsführer Dietmar Wiese streiten darüber, ob es ein weiteres Miteinander auf der gemeinsamen Arbeitsebene geben wird. Oder ob man sich trennt und wenn ja: auf welcher Grundlage. Der SSV-Vorstand hatte seinem Geschäftsführer eine Abmahnung zukommen lassen, Wiese hatte dagegen geklagt.

Freitag, 11.01.2019, 17:16 Uhr aktualisiert: 11.01.2019, 18:46 Uhr
Michael Schmitz 
Michael Schmitz  Foto: AK/WL

Die Karre saß fest, aber beileibe nicht so tief im Dreck, dass es nicht doch einen Ausweg geben könnte. Den suchen die Prozessbeteiligten – Dietmar Wiese und Michael Schmitz – vor dem Arbeitsgericht zwar auch nach dem Termin mit Richterin Dr. Tatjana Himmen-Kremer immer noch. Nach der Verhandlung am Freitagvormittag könnte sich jedoch eine Einigung zwischen dem hauptamtlichen Geschäftsführer (Wiese) des münsterischen Stadtsportbundes ( SSB ) und dem SSB-Vorsitzenden (Schmitz) anbahnen: unter Mithilfe eines Güterichters. Jeweils drei Wochen haben beide Parteien sich als Frist gesetzt, die Rahmenbedingungen zu berechnen: Eine frühzeitige Verrentung Wieses könnte am Ende den Interessen beider Seiten Rechnung tragen; darauf verständigten sich die beiden Rechtsbeistände Dr. Wienhold Schulte (Wiese) und Dr. Stephan Osnabrügge (Schmitz/SSB). Zum Hintergrund: „Die Mediation durch die Güterichterin bzw. den Güterichter ist ein freiwilliges, von dem bei Gericht anhängigen Rechtsstreit losgelöstes Verfahren. Die Beteiligten erarbeiten mit Unterstützung der Güterichterin bzw. des Güterichters eine ihren individuellen Interessen angepasste Konfliktlösung gemeinsam und selbstverantwortlich“, heißt es in einer Erläuterung des Justizministeriums NRW. Ende Februar soll nun dieser Termin vor und mit dem Güterichter stattfinden.

Wiese, seit Februar 1993 beim SSB beschäftigt, hatte gegen die ihm erteilte Abmahnung sowie die Ende September zugestellte Freistellung vor dem Arbeitsgericht Münster geklagt. Wiese, so die Gegenseite, sei Urheber eines Leserbriefes, der den SSB-Vorstand in Misskredit gebracht hätte. Allerdings wurde der „Leserbrief“ nie abgeschickt oder veröffentlicht, sondern befand sich auf einem Server in der SSB-Geschäftsstelle. Und: Ob Wiese tatsächlich der Urheber oder – wie von einer SSB-Mitarbeiterin schriftlich ausgesagt – nur eine Art Lektor des von ihr verfassten Briefes gewesen sei, wurde auch während der Verhandlung am Donnerstag nicht abschließend geklärt. Zuvor war hatte es bereits einen ergebnislosen Gütetermin vor dem Arbeitsgericht gegeben. „Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder, Sie arbeiten ab Montag wieder konstruktiv zusammen oder Sie überlegen sich etwas anderes“, mahnte Richterin Himmen-Kremer an. Beide Seiten waren für „etwas anderes“.

Bis zum 3. März bleibt Wiese unter Beibehaltung seiner Bezüge freigestellt. Dann soll „eine einvernehmliche Lösung“ gefunden werden. „Daran sind wir interessiert“, sagte Schmitz nach der Verhandlung.

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