Fußball: Westfalenliga
Atmosphärische Störungen beim TuS Hiltrup

Münster -

Christian Hebbeler ist noch gar nicht im Amt – und doch schon zugegen. Der 32-Jährige, der den TuS Hiltrup im Sommer übernimmt, stellt längst die Weichen. Für den einen oder anderen bedeutet diese Maßnahme aber das Abstellgleis. Eine Fahrplanänderung, die nicht ohne Echo bleibt.

Montag, 21.01.2019, 17:20 Uhr
Abgang im Sommer: Janik Bohnen wechselt wie auch schon Joschka Brüggemann zur neuen Saison zu Westfalia Kinderhaus. Das freiwillig. Andere TuS-Akteure müssen Hiltrup wohl verlassen.
Abgang im Sommer: Janik Bohnen wechselt wie auch schon Joschka Brüggemann zur neuen Saison zu Westfalia Kinderhaus. Das freiwillig. Andere TuS-Akteure müssen Hiltrup wohl verlassen. Foto: Peter Leßmann

Ob es die Spitze der Turbulenzen und die Folge der internen Unruhe war, ist nicht zu belegen. Dass das 2:9 des TuS Hiltrup bei der U 19 des SC Preußen Münster das ohnehin angespannte Betriebsklima weiter strapaziert, schon. Belastet war es bereits vor dem missratenen Testspiel. Neu-Trainer Christian Hebbeler , der im Sommer übernimmt, hatte noch vor dem Jahreswechsel und vor allem vor dem Trainingsstart in die Rückrunde, in der der TuS und Coach Carsten Winkler noch etwas bewegen woll(t)en, Klartext gesprochen.

Auf zwölf Spieler, so wurde aus Mannschaftskreisen kolportiert, würde er keinen Wert und diesen keine Steine in den Weg legen. Zwar hat sich die Zahl etwas relativiert, grundsätzlich widerspricht Frank Busch aber nicht. „13 oder 14 sollen bleiben“, sagt der sportliche Leiter. 24 Akteure umfasst der aktuelle Kader, die angeschlagenen Jan Kniesel und Jannik Tipkemper inklusive. Auch noch einschließlich des Eigengewächses Joshka Brüggemann, den Busch gerne gehalten hätte, sowie Yannik Bohnen. Beide wechseln aber im Sommer zu Westfalia Kinderhaus.

„Ich habe eine klare Meinung dazu, die ich auch den Verantwortlichen kundgetan habe“, sind Carsten Winkler die (Ton-)Störungen nicht entgangen, wenn auch erst zu Jahresbeginn zu Ohren gekommen. Gefallen haben ihm die Töne nicht. „Wir wollen eine vernünftige Rückrunde spielen, sind nur drei Punkte hinter Platz zwei“, sieht er das Klima und die Motivation einiger zumindest gefährdet. Diskussionswürdig auch der Zeitpunkt der klärenden Gespräche. Eine Karenzzeit für Wackel- oder Streichkandidaten bis nach der Vorbereitungsphase wären eine Alternative gewesen. Andeutungen ebenfalls.

So ist es konsequent. Die, die nicht ins Raster passen, fallen heraus.

Frank Busch, Sportlicher Leiter des TuS Hiltrup

Dem widerspricht jedoch der sportliche Leiter. „Ich finde es gut, dass Christian Hebbeler ehrlich ist. Alles andere wäre doch eine Verschiebung gewesen. So ist es konsequent“, sagt Frank Busch. Spielern erst im April einen Wechsel nahezulegen, sieht er als „unfair“ an. „Dann sind doch die Planungen bei anderen Vereinen längst abgeschlossen“, sagt er durchaus richtig. Und dass es sich um Akteure handelt, die ohnehin keine große Aussichten auf einen Stammplatz hätten.

Die Vorgehensweise habe er mit dem neuen Trainer diskutiert und abgesprochen. Der 32-jährige B-Linzenzinaber hatte sich dann mit jedem Spieler mindestens eineinhalb Stunden ausgetauscht. Mit einem Trio sogar am zweiten Weihnachtsfeiertag. „Er hat ihnen sein System aufgezeigt und welche Typen er dafür benötigt. Die, die nicht ins Raster passen, fallen heraus. Es war eine klare Ansage.“

Die Betreffenden können mir ja zeigen, dass ich mit meiner Entscheidung falsch lag.

Christian Hebbeler, TuS-Trainer ab der Saison 2019/20

Christian Hebbeler steht dazu: „Es wird so sein, dass einige das nicht gut finden, weil es eine negative Botschaft war. Aber ich hatte mir einen guten Überblick verschafft, wollte die Entscheidung nicht hinauszögern. Schließlich stehe ich für die neue Saison in der Verantwortung.“ Ähnlich wie Busch, der spätestens in drei Wochen die Neuzugänge präsentieren möchte, befürchtet er keine Auswirkungen auf die Rückrunde: „Die Betreffenden können sich ins Schaufenster stellen und mir ja zeigen, dass ich mit meiner Entscheidung falsch lag“, sieht er eher motivierte als demotivierte Spieler. Das 2:9 gegen den Preußens U 19 lässt daran zweifeln.

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