Fußball: 3. Liga
Glänzende erste Halbzeit: Preußen Münster schlägt Kaiserslautern mit 2:0

Münster -

Nach fünf sieglosen Spielen hat der SC Preußen Münster wieder ein Erfolgserlebnis feiern können. Im Flutlichtspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern gab es am bitterkalten Freitag einen 2:0-Sieg.

Freitag, 01.02.2019, 21:16 Uhr aktualisiert: 02.02.2019, 14:27 Uhr
Cyrill Akono war mit einem Tor und einer Vorlage einer der Siegesgaranten für den SCP – Kapitän Simon Scherder (r.) gratuliert gerne.
Cyrill Akono war mit einem Tor und einer Vorlage einer der Siegesgaranten für den SCP – Kapitän Simon Scherder (r.) gratuliert gerne. Foto: Jürgen Peperhowe

Ereignisreiche Tage liegen hinter und vielleicht auch vor dem SC Preußen . In der Woche, in der Trainer Marco Antwerpen seinen Abschied im Sommer verkündete, setzte der Drittligist am Freitagabend unter Flutlicht auf einem vom Schnee umgebenen satten Grün mal wieder einen sportlichen Akzent und schlug im Traditionsduell den 1. FC Kaiserslautern mit 2:0 (2:0). Ein bemerkenswerter Vortrag vor 10 008 Zuschauern, der erste Sieg nach nur einem Zähler aus den jüngsten fünf Partien und drei Heimpleiten im Dezember.

„Da war richtig gutes Tempo drin“, sagte der 47-Jährige. „In der ersten Hälfte ging es rauf und runter.“ Abwehrchef Ole Kittner stimmte zu: „Ein starker Auftritt. Der Gegner hat es mit tiefen Bällen auf die schnellen Stürmer versucht, doch darauf waren wir vorbereitet.“

Heim-Premiere mit dunklem Schatten

Vor einer Woche in Jena hatte sich die neu formierte Ultragruppe des SCP erstmals aktiv gezeigt, nun gab sie gegen Kaiserslautern ihre Heim-Premiere. Rund 250 Fans der aktiven Szene nahmen im Block O Platz. Doch die Freude über die Rückkehr erhielt einen dunklen Schatten, als eine Handvoll Vermummter aus diesem Kreis den Rasen stürmte und die Partie zehn Minuten vor Schluss für eine Weile unterbrochen werden musste. Auch die Polizei-Hundertschaft marschierte auf. Hintergrund war eine Provokation aus dem Gäste-Block. Dort wurde mit Ankündigung eine Preußen-Fanfahne präsentiert. Mutmaßlich die, die SCP-Anhänger 2011 auf dem Rückweg aus Lautern verloren hatten.

...

Ungemach aus Krefeld

Alles völlig entspannt also? Nicht ganz. Offenbar hat der steinreiche Liga-Konkurrent KFC Uerdingen Antwerpen ganz oben auf die Liste der Kandidaten für die Nachfolge des entlassenen Stefan Krämer gesetzt. Und zwar ab sofort. Eine Anfrage gab es, mehr nicht trotz anderer Meldungen. Der Coach selbst gab sich eher schmallippig, verwies aber auf seinen laufenden Vertrag. Der Bericht des Portals "liga-drei.de" hatte für die Aufregung im Stadion gesorgt. „Ich möchte keine Gerüchte kommentieren, aber ich bin auch nächste Woche noch Trainer in Münster.“ Fortsetzung sehr unwahrscheinlich.

SC Preußen Münster - 1. FC Kaiserslautern

1/51
  • Torjubel bei den Preußen: Akono schenkt Preußen das 2:0.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Auf der Trainerbank kämpferisch wie eh und je: Marco Antwerpen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die Fans von Kaiserslautern unterstützen ihre Mannschaft.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Schiri Gräfe und Kaiserslauterns Trainer Sascha Hildmann

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Torjubel bei den Preußen: Heidemann trifft zum 1:0

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Schnitzler gegen Jan Löhrmannsröben

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Gräfe und Dadashov

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Torjubel beim SCP

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe
  • Heimspiel des SCP gegen den FC Kaiserslautern Foto: Jürgen Peperhowe

Die Hausherren mussten recht kurzfristig auf Stammkeeper Max Schulze Niehues (muskuläre Probleme) verzichten, für ihn kam Oliver Schnitzler zu seinem ersten Liga-Einsatz seit August. Vor der Pause wackelte er etwas. „Das war wohl auch der fehlenden Praxis geschuldet. So kennt man das ja sonst nicht von mir“, sagte der 23-Jährige, der morgens von seinem Einsatz erfahren hatte. Den verletzten René Klingenburg vertrat auf der Sechs Martin Kobylanski – eine recht offensive Ausrichtung also.

Verdient zur Führung

Philipp Hoffmann (2.) und Simon Scherder per Kopf (3.) hatten die ersten kleinen Chancen für Münster. Drei Minuten später hätte der SCP führen müssen. Ein langer Scherder-Schlag landete bei Hoffmann, der freie Bahn hatte, aber nicht weit genug nach innen zog und den Ball am langen Pfosten vorbei setzte. „Ich will Philipp dennoch herausheben. Wie er die Meter macht, ist sensationell“, so Antwerpen. „Nur die letzte Belohnung fehlt.“

Eine pralle Anfangsphase war’s. Doch auch der Gast war anfangs drin. So rettete Fabian Menig grandios vor Christian Kühlwetter, der ansonsten aus zwei Metern ins leere Tor hätte einschieben können (15.). Münster war aber die bessere Mannschaft, wirkte sehr entschlossen. Ein cooler Angriff führte verdient zur Führung. Kevin Rodrigues Pires spielte den steilen Pass in die Spitze, Cyrill Akono leitete clever weiter auf Niklas Heidemann, der durchgestartet war und die Kugel allein im Sechzehner eiskalt ins Netz jagte (22.).

„Ein richtig guter Spielzug“, so Antwerpen. Einen Kobylanski-Freistoß kratzte FCK-Torwart Lennart Grill kurz darauf aus dem Winkel (27.). Strafraumszenen blieben danach zwar zunächst aus, doch vorne wie hinten war’s eine sehr gelungene Darbietung der Gastgeber. Na ja, und einen hatten sie sich sogar aufgespart. Umschalten, das alte Modewort, par excellence: Kobylanski schickte Akono auf die Reise, der den Ball mit etwas Glück unter Grill hindurch versenkte – 2:0 (44.). „Wie wir uns das vorstellen“, schwärmte der Coach.

Einzelkritik: SC Preußen Münster - FC Kaiserslautern

1/14
  • Oliver Schnitzler (3): Anfangs offensichtlich verunsichert, dann aber nach und nach im Spiel angekommen. Und was zählt? Hinten steht die null!

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sandrino Braun (2,5): Gab sein Debüt vor Wochenfrist in der Zentrale, diesmal linker Part der Dreierkette. Auch das erledigt der 1,81m-Hüne souverän.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ole Kittner (1,5): Mein wichtigster Mann, hat Marco Antwerpen einst gesagt. Stimmt. Der Münsteraner kennt sich in seiner Heimat halt aus, keine hohle Gasse, die Kittner nicht versperrt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Simon Scherder (2,5): Solide, wie wir ihn kennen und lieben. Auch an ihm führte kaum ein Weg vorbei.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Faban Menig (3): Vergleichsweise unauffällig, weil heute mehr durch die Mitte als über die Außen ging. Dennoch zuverlässig.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kevin Rodrigues Pires (2,5): Dreh- und Angelpunkt im Zentrum - heute eine Hälfte des Preußen-Zauberduos im Mittelfeld. Sein Partner hieß …

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Martin Kobylanski (2): Hatte nicht nur gute Einfälle für die Offensive, sondern zeigte auch robuste Arbeitnehmerqualitäten.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Niklas Heidemann (2): Deutete seine Torgefährlichkeit in Jena an und brachte den Ball jetzt im Kasten unter. Muss nicht sein letzter Treffer gewesen sein.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Rufat Dadashov (3,5): Ackerte viel in zweiter Reihe - drum halt nicht so auffällig, aber ein ordentlicher Auftritt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Hoffmann (2,5): Ganz stark in Durchgang eins, ging im zweiten Abschnitt ein wenig unter. Aber auch er ein Leistungsträger an diesem Abend.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Cyrill Akono (1,5): Noch klappt nicht alles beim Youngster, aber eine Vorlage und ein Treffer, mehr kann man sich bei einem 2:0-Erfolg kaum einbringen.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Tobias Rühle (3): Kam nach 72 Minuten und rackerte dann von der ersten bis zur letzten Sekunde. Da kämpft jemand um seinen Platz im Team.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Lucas Cueto (3,5): Hatte eine Viertelstunde, als das Spiel gelaufen war. Hätte aber mit dem 3:0 in der Schlusssekunde einen größeren Eindruck hinterlassen können.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Philipp Müller: Musste nicht mehr duschen, zu wenig Spielzeit für eine Note.

    Foto: Jürgen Peperhowe

Platzsturm zum Ende der Partie

Hälfte zwei ist schnell erzählt. Souverän und abgebrüht hielten die Preußen sich die Pfälzer vom Leib, bei Kontern scheiterten Kobylanski (70.) und Lucas Cueto (90.+8) an Grill. Lautern enttäuschte in jeder Hinsicht. Eine unrühmliche Unterbrechung nach Provokation der FCK-Fans, der Platzsturm einiger SCP-Anhänger und das Eingreifen der Polizei verzögerten das Durchatmen der Münsteraner. „Aber wir haben es souverän runtergespielt und verteidigt“, sagte Antwerpen. „Unsere Durststrecke ist beendet, die Spieler haben Bock, so wollen wir das sehen.“ Klingt so einer, der mit dem Kopf bereits in Krefeld ist?

Mannschaftsaufstellungen: 

SCP: Schnitzler – Braun, Kittner, Scherder – Menig, Rodrigues Pires, Kobylanski, Heidemann – Dadashov (72. Rühle) – Hoffmann (79. Cueto), Akono (90.+1 Müller)

FCK: Grill – Gottwalt, Sickinger, Hainault – Schad (72. Huth), Löhmannsröben, Bergmann (46. Fechner), Pick (56. Sternebrg) – Hemlein, Thiele, Kühlwetter

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6363758?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F3661143%2F94%2F62183%2F
Angst vor Mobbing und Gewalt in der Schule
Ein Blick ins soziale Netzwerk kann verstörend wirken, wenn sich dort andere über einen lustig machen.
Nachrichten-Ticker